Scythe Fenriswolf im Test: Design Made in Germany

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Arne Müller
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Ausstattung innen

Deutlich interessanter ist der Innenraum des Fenriswolf, der – einem aktuellen Trend folgend – komplett schwarz lackiert ist. Vom Aufbau her handelt es sich zwar weitgehend um ein Standardgehäuse, wie sie seit der Einführung von ATX Stand der Technik sind (Netzteil hinten oben, darunter das Mainboard, vorne und hinten ein Lüfter). Allerdings unterscheidet sich das Material doch deutlich von den meisten günstigeren Gehäusen. Front, Rückseite und die vier horizontalen Gehäusekanten sind aus recht dickem Aluminium gefertigt, welches dem Gehäuse eine gute Stabilität verleiht. Die Seitenwände sowie Boden und Deckel sind wesentlich dünner.

Der große 5,25"-Schacht mit neun Einbauplätzen ist allerdings eine vom Standard abweichende Entwicklung. Er besteht auf jeder Seite aus drei ineinander gesteckten und mit dem Korpus verschraubten Aluminiumteilen, sodass hier mit mäßigem Aufwand Platz geschaffen werden kann für Modifikationen. Möglich wäre beispielsweise die Verlegung des Netzteils in die Front, um eine Wasserkühlung einbauen zu können. Auch für den Einbau überlanger Grafikkarten kann es sinnvoll sein, einen Teil der Schächte zu opfern. Karten mit einer reinen Platinenlänge bis 32 Zentimeter passen allerdings auch so in das Gehäuse. Ähnlich wie die Seitenwände werden auch alle Laufwerke mit schmalen Streifen aus Schaumstoff entkoppelt. Sämtliche vorinstallierten Blenden sind mit je vier Rändelschrauben fixiert, mit denen auch alle Geräte festgeschraubt werden müssen – einen schraubenlosen Mechanismus, wie man ihn bei vielen anderen Herstellern findet, sucht man leider vergebens.

Scythe Fenriswolf – Innenraum hinten
Scythe Fenriswolf – Innenraum hinten
Scythe Fenriswolf – Innenraum vorn
Scythe Fenriswolf – Innenraum vorn
Scythe Fenriswolf – Kantenprofil
Scythe Fenriswolf – Kantenprofil
Scythe Fenriswolf – Frontlüfter
Scythe Fenriswolf – Frontlüfter
Scythe Fenriswolf – 3,5"-Adapter
Scythe Fenriswolf – 3,5"-Adapter
Scythe Hard Disk Stabilizer x4
Scythe Hard Disk Stabilizer x4

Erfahrungen

Wie bereits erwähnt, ist das Fenriswolf im Gegensatz zu vielen anderen Gehäusen weniger die perfekte Komplettlösung für ein luftgekühltes System, sondern die Grundlage, um selbst Hand an das Gehäuse zu legen und mit entsprechend handwerklichen Hilfsmitteln Aufbau, Kühlung und Aussehen an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. So sieht das Gehäuse auch von innen auf den ersten Blick altbacken aus, allerdings unterscheidet es sich in vielen kleinen Details von den meisten anderen Gehäusen, die dem Standardaufbau folgen. Das fängt bei der Materialwahl und -stärke an, geht bei der schwarzen Innenlackierung weiter und gipfelt schließlich in der guten Konfigurierbarkeit des Gehäuses. Es gibt wenige Gehäuse, die man mit wenigen Handgriffen und ohne beispielsweise Nieten aufzubohren so weit zerlegen lassen wie das Scythe Fenriswolf. Bei den Einzelteilen und dem verbleibenden Kern kann man seiner Kreativität mit Dremel und Bohrmaschine freien Lauf lassen, ohne dabei in verwinkelten Ecken arbeiten zu müssen.

Besonders gut geeignet ist das Gehäuse für den Einbau einer Wasserkühlung – obwohl es relativ klein ist. Weil im Deckel und im Boden außer dem Portkit keine weiteren Bauteile oder Vorleistungen existieren, kann man hier oder auch im 5,25"-Käfig problemlos einen oder mehrere Radiatoren integrieren, und auch die Pumpe findet immer irgendwo ihren Platz. Aber auch der Einbau weiterer Belüftungsmöglichkeiten ist sehr einfach möglich. Noch einfacher wäre es allerdings, wenn Scythe noch konsequenter auf Modularität gesetzt hätte und auch der Gehäuseboden abnehmbar wäre. Grundsätzlich ist er genauso mit den horizontalen Streben verbunden wie der Deckel, allerdings zusätzlich festgeschweißt. Wenn dieser Teil abgenommen werden soll, ist also wesentlich mehr Handarbeit gefragt.

Auch im Serienzustand legt einem das Fenriswolf keine Steine in den Weg zum fertigen System, allerdings dauert der Einbau der Hardware etwas länger als bei der Konkurrenz. Das liegt unter anderem an den vielen Rändelschrauben, die gelöst und wieder fixiert werden wollen, sowie an der Notwendigkeit, den Hard Disk Stabilizer, also die Vorrichtung zum Entkoppeln der Festplatten, selbst zusammen zu bauen. Für Freunde großer Towerkühler noch eine wichtige Information: Der Abstand zwischen Mainboard-PCB und Seitenwand beträgt 175 mm, abzüglich der Platzbedürfnisse von CPU und Sockel sollten also etwa 165 mm maximale Höhe für den Kühler übrig bleiben.

Scythe Fenriswolf – Lieferumfang
Scythe Fenriswolf – Lieferumfang
Scythe Fenriswolf
Scythe Fenriswolf
Scythe Fenriswolf
Scythe Fenriswolf
Scythe Fenriswolf – Deckel
Scythe Fenriswolf – Deckel