Battlefield 3 im Test: Guter Einzelspieler wie bei Call of Duty

 7/10
Sasan Abdi (+1)
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Fahrzeuge

Ein „Battlefield“ lebt im Multiplayer nicht nur von ausgewogenen Klassen, sondern auch von der Qualität des Fuhrparks. Hier liefert Dice das komplette Spektrum: Wie im großen Vorgänger nimmt man in unterschiedlichen Jeeps, Panzern, Helikoptern und Kampfjets platz, was die Möglichkeiten über die Klassen hinaus noch einmal deutlich erweitert. Denn auch hier gilt, dass man Erfahrungspunkte für weitere Ausrüstungsgegenstände sammelt, sodass man seine Zeit im Mehrspieler nicht nur auf eine Klasse, sondern unter Umständen auch auf ein bestimmtes Fahrzeug verwenden kann.

Offizieller Übersichtstrailer zum Multiplayer

Die Steuerung geht genauso wie in der Kampagne äußerst leicht in der Hand, sodass sich nach einigen Versuchen selbst komplexe Gefährte wie Kampfjets ohne größere Probleme mit Tastatur und Maus einsetzen lassen. Wen beim Steuern eines Jets die beengte Cockpit-Ansicht stört, kann im normalen Server-Modus in eine übersichtlichere Außenansicht wechseln, was gerade am Anfang bei den überraschend spannenden Dogfights in der Luft für mehr Übersicht sorgt.

Und auch hier fällt das Balancing auf den ersten Blick solide aus. So werden die auf den ersten Blick übermäßig starken Jets nicht nur von den Boden-Luft-Raketen der Engineers und von Zufallstreffern der RPG-führenden Supporter und Panzer bedroht, sondern auch von den Kampfhubschraubern (verfügbar sind mit Havoc und Viper zwei Typen), die mit ein bisschen Glück nicht nur den gegnerischen Bodentruppen, sondern auch den Flugzeugen über diverse Raketen einheizen.

Battlelog & Koop-Modus

Ein weiteres zentrales Element vom BF-3-Multiplayer ist die neue Battlelog-Plattform, bei der es sich um eine Mischung aus Browser-Gamelauncher, Ranking-Übersicht und sozialem Netzwerk in Miniaturform handelt (siehe Video unten). Dementsprechend muss das Spiel über das im Browser inklusive Plugin geöffnete Battlelog gestartet werden, was zwar den Vorteil hat, dass die Daten im Hintergrund geladen werden und der Ladebildschirm erst kurz vor Spielbeginn aufpoppt; dafür läuft die gesamte Steuerung, beispielsweise auch der ansonsten mit einigen Filtermöglichkeiten überzeugende Server-Browser, über den jeweiligen Web-Browser, was wir auch zum Ende unseres umfassenden Testzeitraums weiterhin sehr gewöhnungsbedürftig finden.

Zu den sozialen Funktionen gehört neben dem erwähnten Rangsystem vor allem das Battlefeed, in dem man in Echtzeit einen Überblick über die Erfolge und Tätigkeiten seiner Freunde erhält. Natürlich existiert dabei auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Freunde können beim Joinen eines Servers direkt dazu eingeladen werden, an der Partie teilzunehmen. Der Battlelog-Eintrag ist dabei an das Origin-Konto gebunden, sodass man auch Ingame den Namen des Accounts trägt. Diese unglückliche Verkettung von Account und Spielernamen kann man nur umgehen, indem man den Namen des Origins-Accounts ändert, was aber nur Auswirkungen auf den Spielernamen hat, denn ansonsten gilt: Durch die Bindung an Origin kann nur ein Profil angelegt werden.

Entwickler-Tagebuch von EA zur Funktion von Battlelog (englisch)

Überdies erwähnenswert ist neben dem eigentlichen Mehrspielerpart abschließend der Koop-Modus, bei dem es sich um eine Art Mini-Kampagne handelt, in der man sich zu zweit durch sechs sehr kurze Missionen schießen kann. Dabei hat man es mit einer netten Dreingabe zu tun, die aber nur bedingt überzeugt.

Während das gemeinsame Spiel mit zufällig ausgewählten dritten Spielern auch wegen kleinerer Unzulänglichkeiten wie fehlenden Speicherpunkten nicht für Freudensprünge sorgt, kann die Bildung eines Teams mit einem Bekannten samt Voicechat durchaus für ein paar heitere Momente sorgen. Doch selbst in letzterem Fall gilt: An die Güte der CoD-Konkurrenz reicht der Koop von „Battlefield 3“ nicht heran.