BitFenix Raider im Test: Der Einstieg in die Mittelklasse

 2/6
Sven Scharpe
49 Kommentare

Lieferumfang und Daten

  • Material: Stahlblech und Kunststoff
  • Abmessungen: ca. 500 × 208 × 480 mm (H × B × T)
  • Gewicht: ca. 8,5 kg
  • Vier 5,25"-Laufwerksschächte
  • Sechs Einbauplätze für 3,5" / 2,5"-Datenträger
  • Mainboard-Formfaktor: Mini-ITX, µATX, ATX
  • Frontanschlüsse: vier USB-3.0-Schnittstellen sowie die üblichen Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon
Belüftungsmöglichkeiten
Position Anzahl Größe U/min Anschluss Staub-
filter
Anlauf-
spannung
Front 2 120 mm 900 3pin-Molex Ja 3,3 V
1 (optional statt 2x 120 mm) 200 mm Ja
Deckel 1 (optional) 200 mm
Linke Seite
Rechte Seite
Heck 1 120 mm 1000 3pin-Molex 3,5 V
Boden 1 (optional) 120 mm Ja

In einer kleinen Pappschachtel befindet sich das Zubehör, das neben allen erforderlichen Schrauben und Abstandshaltern noch 10 Kabelbinder, einen Piezo-Speaker und vier Standfüße zum Ankleben beinhaltet. Ob solche Klebefüße eine gute Wahl sind, schauen wir uns später noch etwas genauer an. BitFenix legt auch eine ausführliche Montageanleitung mit ins Paket. Sie ist zwar nur in englischer Sprache ausgeführt, führt den Anwender aber anhand einer Vielzahl von detaillierten Zeichnungen Schritt für Schritt durch den Installationsprozess. Erweiterte Englischkenntnisse sind zum Verständnis also nicht zwingend erforderlich.

Ausstattung außen

Front und Top-Cover sind beim BitFenix Raider aus Kunststoff gefertigt und jeweils mit einem großzügigen Einsatz aus Lochblech versehen. Wie bereits beim Shinobi setzt der Hersteller auch bei seinem neuesten Modell auf eine leichte Gummierung der sichtbaren Kunststoffoberflächen. Auch beim Raider wird dadurch eine Haptik erreicht, die durchaus mit vielen deutlich teueren Gehäusen mithalten kann. Wenn bei einem Tower viel Meshgitter verbaut wird, kann sich das durchaus positiv auf die Betriebstemperaturen auswirken, in jedem Fall wird aber die Staubbelastung des Innenraumes ansteigen. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Filtern dann auch schlicht unverzichtbar. Im Hause BitFenix ist man sich dessen offensichtlich bewusst und versieht gleich den kompletten Gittereinsatz der Frontpartie, inklusive der 5,25"-Blenden, mit einem Staubfänger. Auch hier wird wieder etwas dickeres schaumstoffähnliches Material eingesetzt, das zwar zuverlässig den Staub aufhält, bei anderen Gehäusen in der Vergangenheit aber schon den Luftdurchsatz negativ beeinflusste. Die komplette Front kann leicht vom Chassis getrennt werden und gibt dann den Blick auf die beiden dahinterliegenden 120-mm-Lüfter frei. Alternativ zu den beiden Serienventilatoren könnte auch ein großes 200-mm-Modell an dieser Stelle eingebaut werden.

Die Frontanschlüsse finden sich am vorderen linken Bereich des Deckels. Hier kann das BitFenix Raider noch mit einer echten Rarität aufwarten, gleich vier USB-3.0-Ports bekommt man in dieser Preisklasse nicht überall zu sehen. Darüber hinaus befinden sich in direkter Nachbarschaft dazu noch die üblichen Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich dann die Bedienelemente in Form des Power- und Reset-Tasters sowie die Status-LEDs. Zusätzlich verfügt das Raider auch noch über eine Lüftersteuerung, hier verbaut BitFenix zur Abwechslung einmal keinen Drehknopf, sondern einen Schieberegler. Auch das Top-Cover kann mit einem sanften Ruck abgenommen werden, darunter kommt ein Einbauplatz für einen optionalen 200-mm-Lüfter zum Vorschein. Von den beiden Seitenwänden des Midi-Towers gibt es eigentlich recht wenig zu berichten, sie werden mit jeweils zwei Rändelschrauben gesichert und besitzen keinerlei Öffnungen.

Alles wie gehabt möchte man beim Anblick der Rückseite sagen. Das Netzteil befindet sich am Boden und der schon obligatorische 120-mm-Lüfter trägt seinen Teil zur Entlüftung des Innenraumes bei. Ebenfalls nicht fehlen dürfen zwei Schlauchdruchführungen, welche den Einsatz einer Flüssigkeitskühlung stark erleichtern können. Eine weitere ovale Öffnung kann als Kabeldurchführung genutzt werden. Bleibt zu guter Letzt noch ein Blick auf den Boden des Raiders. Hier fällt direkt auf, dass der Anwender die Standfüße selbst ankleben muss, bei einem eher günstigen Modell wie dem Shinobi mag das ja noch akzeptabel sein, in der Mittelklasse dürften die Standflächen aber gerne fest verschraubt sein. Weiter gibt es noch zwei Staubfilter zu sehen, einer ist dabei für das Netzteil vorgesehen und kann zur Reinigung leicht nach hintern herausgezogen werden. Das zweite Exemplar sitzt über einem Einbauplatz für einen weiteren 120-mm-Lüfter und muss seitlich entfernt werden. Für beide Staubfilter gilt, dass sie etwas zu locker sitzen, da eine richtige Arretierung fehlt, rutschen die Filter bereits bei einer leichten Neigung des Chassis aus ihrer Führung.

An der Verarbeitung haben wir grundsätzlich nichts auszusetzen, speziell die mit einer Gummierung versehenen Oberflächen überzeugen uns auch beim Raider. Verbesserungswürdig wären die Standfüße zum Ankleben und die leicht herausrutschenden Staubfilter am Boden. Davon abgesehen bietet der Hersteller einmal mehr eine überzeugende Vorstellung in Sachen Qualität.

Ausstattung innen

Dem Preissegment entsprechend präsentiert sich der in Schwarz gehaltene Innenraum modern und aufgeräumt. Der um 90 Grad gedrehte Festplattenkäfig besteht aus zwei Teilen, die jeweils drei Datenträger im 3,5" oder 2,5"-Format aufnehmen können. Um eine Festplatte zu befestigen, muss sie lediglich in einen der Kunststoffträger eingeklemmt werden, die Zuhilfenahme von Werkzeug ist dafür nicht erforderlich. Die vier kleinen Metallstifte, welche den Datenspeicher halten, sind mit Gummipuffern versehen, diese fallen allerdings etwas dünn aus, eine effektive Entkopplung ist von ihnen daher eher nicht zu erwarten. Die sich steigender Beliebtheit erfreuenden 2,5"-SSDs werden dagegen mit vier Schrauben von unten mit dem erwähnten Träger verschraubt. Wie bereits kurz angesprochen, ist der Festplattenkäfig des BitFenix Raider zweigeteilt, das ist soweit nichts Neues. Allerdings besteht er nicht aus zwei kompletten Modulen, die man einzeln entnehmen darf, stattdessen kann lediglich die Seitenwand des oberen Teils, nach dem lösen zweier Rändelschrauben, entfernt werden. Das Resultat bleibt freilich das gleiche, fast die gesamte Länge des Innenraumes steht so für überlange Erweiterungskarten zur Verfügung. Für die Kühlung der wertvollen Festplatten sind dabei ab Werk zwei 120-mm-Lüfter verantwortlich, alternativ kann hier auch ein 200-mm-Gebläse eingesetzt werden.

Für 5,25"-Geräte stehen im Raider vier Schächte bereit, die Befestigung erfolgt hier mit einem linksseitig angebrachten Klemmmechanismus, eine zusätzliche Sicherung mit Schrauben ist problemlos möglich. Am Mainboardträger lassen sich einige mit Gummitüllen versehene Öffnungen finden. Leider sitzen dieser Abdeckungen sehr locker in ihren Öffnungen, kaum steckt man ein Kabel durch schon hat man sie auch schon gleich mit herausgedrückt. Eine Montageöffnung für CPU-Kühler gehört mittlerweile zum guten Ton und darf natürlich auch beim Raider nicht fehlen. Auf der Rückseite des Trays erleichtern praktische Ösen das Verlegen der Kabel.

Ein großer 200-mm-Ventilator kann optional an der Öffnung im Deckel des Raider eingebaut werden, viel mehr gibt an dieser Stelle dann auch nicht zu sehen. Das Netzteil findet einmal mehr seinen Platz am Boden und liegt dort auf vier weichen Gummipuffern auf. Auch ein weiterer 120-mm-Lüfter kann auf Wunsch am Bodenblech montiert werden. Am Heck sind dann die üblichen Zutaten anzutreffen, die aktuell so ziemlich jeden modernen Midi-Tower auszeichnen. So ist es dann wenig überraschend, dass auch hier ein 120-mm-Lüfter für den Abtransport der erwärmten Luft sorgt. Die Erweiterungskarten werden mit simplen aber robusten Rändelschrauben fixiert, dass die Slotbleche wiederverwendbar sind, versteht sich dabei fast von selbst.

Auch im Innenraum gibt die Verarbeitung keinen Grund zur Klage, scharfe Kanten oder Mängel bei der Lackierung sind uns bei unserem Testmuster nicht aufgefallen. Allerdings stellt sich schon die Frage, warum das abnehmbare Seitenteil des Festplattenkäfigs nicht mit zwei Schrauben befestigt ist, wie es auch in der Anleitung steht? So liegen die Festplattenschlitten nach dem öffnen lose im Innenraum verstreut weil sich die Seitenwand, während des Transports, etwas nach außen geneigt hat.