Fehlende Sicherheitsleistungen und zu niedrige Gebote

Auktion der 300-mm-Wafer-Fabrik von ProMOS gescheitert

Die Auktion eines Komplettpaketes, bestehend aus einer Fabrik für 300-mm-Wafer und angrenzenden Bürogebäuden, des finanziell angeschlagenen Speicherherstellers ProMOS ist auch im zweiten Versuch gescheitert, berichtet die Taipei Times unter Berufung auf die Veranstalter.

Demnach hätte der Auftragsfertiger Vanguard als einer der teilnehmenden Fraktionen ein Gebot abgegeben, das unter dem geforderten Mindestgebot von 19,5 Milliarden New Taiwan Dollar (rund 515 Millionen Euro) gelegen hat. Globalfoundries als zweite Partei versäumte es, Sicherheitsleistungen in Höhe von 51 Millionen US-Dollar zu hinterlegen.

Ob jetzt noch eine dritte Auktionsrunde geplant ist, steht derzeit noch nicht fest. Ursprünglich war geplant, dass nach einem erfolgreichen Verkauf der voll ausgestatteten Fabrik in Taichung, Taiwan, die 300-mm-Wafer in Strukturbreiten von 65 nm und kleiner fertigen kann, die Einrichtung umgehend an den Käufer überschrieben werden solle, sodass dieser bereits im Februar des kommenden Jahres mit Anpassungen seinerseits und dem erneuten Hochfahren des Betriebs beginnen kann. Da Vanguard lediglich an der Gebotshöhe scheiterte, könnten direkte Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen die Folge sein.

ProMOS befindet sich bereits seit längerer Zeit in einer finanziell angespannten Situation und wollte mit dem Verkauf Schulden tilgen. Der Speicherhersteller steht damit nicht allein da, viele in dieser Branche tätige Unternehmen sind aufgrund der bis zuletzt stetig fallenden Preise von Speicherchips in Bedrängnis geraten. Nanya, ebenfalls eine Branchengröße, musste erst gestern trotz gut laufender Geschäfte und hoher Nachfrage einen Verlust von 3,3 Milliarden NT-Dollar allein für den letzten Monat vermelden, von Januar bis November sind es knapp 33 Milliarden NT-Dollar in den roten Zahlen. Weitere Anpassungen im Geschäft weg von PC-Speicher hin zu anderen Produkten sollen helfen, wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Hoffnung setzen die Hersteller derzeit aber auch auf die wieder leicht steigenden Preise. An der Speicherbörse von DRAMeXchange geht es in den letzten Tagen und Wochen stetig leicht bergauf, kürzlich wurde ein 4-Monats-Hoch erreicht. Ob dies allerdings so bleibt, ist jedoch alles andere als sicher. Denn nach dem kurzen Aufbäumen zu Beginn dieses Jahres folgte direkt wieder der nächste Preissturz.

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