Änderung nach erneutem Betrugsverdacht

Ouya reagiert auf Kritik an 1-Mio.-USD-Fond

Der mit einer Million US-Dollar dotierte „Free the Games“-Fond der Ouya-Entwickler stand die letzten Wochen in harscher Kritik, nachdem zweifelhaft finanzierte Kickstarter-Projekte in der Community wegen Betrugsverdachts Aufsehen erregten. Nun reagierte die Gründerin des Ouya-Projekts mit der Änderung der Fond-Bedingungen.

Die lautstarke Kritik aus Spieler- und Entwicklerkreisen an der gleichgültigen Haltung der Ouya-Entwickler gegenüber dem Problem konnte eine Kehrtwende hervorrufen: In einem knapp zwei-minütigen Video räumt Julie Uhrmann Fehler in der Gestaltung der Rahmenbedingungen des „Free the Games“-Fonds ein und betont, dass entgegen „bester Intentionen [...] einfach zu viele Lücken“ in der derzeitigen Fassung vorhanden seien.

Damit reagiert die Gründerin des Ouya-Projekts indirekt auf die jüngste Kontroverse hinter dem vor Kurzem eingestellten Kickstarter-Projekt „Dungeons the Eye of Draconus“. Das Ouya-Team entfernte den Link zum Kickstarter-Projekt des Spiels im Laufe des gestrigen Tages ohne weitere Erklärung von ihrer „Free the Games“-Übersichtsseite, nachdem ein entsprechender Verweis auf der Ouya-Hauptseite schon zwei Tage vorher gelöscht wurde. Daraufhin meldete sich William McDonald, Initiator des betroffenen Projekts bei Kickstarter zu Wort und verkündete die sofortige Einstellung der Kampagne. Ähnlich wie im Fall von „Gridiron Thunder“ kamen die benötigten Spenden zur Finanzierung des Projekts innerhalb von wenigen Tagen in Form von auffälligen Finanzierungsspitzen zusammen.

Dungeons the Eye of Draconus Spendenübersicht nach Tagen
Dungeons the Eye of Draconus Spendenübersicht nach Tagen (Bild: kicktraq)

McDonald klärte die Situation jedoch selbst auf und entschuldigte sich bei seinen Unterstützern. So seien bis zum Ende der Kampagne nur 4.055 US-Dollar aus „echten“ Crowdfunding-Kreisen gekommen und die restlichen 50.000 US-Dollar hätte sein Vater zur Finanzierung beigesteuert. Ohne die Unterstützung Ouyas hätte der Entwickler jedoch Verluste in Höhe von 11.000 US-Dollar hinnehmen müssen, was ihn dazu zwang die Kampagne selbst abzubrechen.

Um solch dubiosen Crowdfunding-Projekten entgegenzuwirken, welche die Lücken der Rahmenbedingungen ausnutzen, behält sich das Ouya-Team in Zukunft das Recht vor, Projekte erst nach vorheriger Prüfung einer Beta-Version zu unterstützen. Zudem setzt das Ouya-Team das Minimum für vom Fond förderfähige Ouya-Titel auf 10.000 US-Dollar herab. Einer der größten Kritikpunkte des „Free the Games“-Fonds entfällt ebenso: Ab sofort müssen die „Exklusivtitel“ nicht mehr 6 Monate exklusiv für die Ouya-Plattform veröffentlicht werden, sondern können zeitgleich auch für den PC angeboten werden. Die Länge der Exklusivitätsdauer richtet sich dabei nach der erreichten Spendensumme in 10.000 US-Dollar Schritten. Kleinere Projekte müssen dadurch nur einen Monat auf der Ouya-Plattform verweilen, bis sie auf andere Konsolen portiert werden können. Pro 10.000 US-Dollar müssen Projekte ferner mindestens 100 Unterstützer vorweisen können.

Ouya verspricht weiterhin die erreichte Summe, wie bisher, bis zu einem Betrag von 250.000 US-Dollar zu verdoppeln, diese jedoch in drei Teilen auszuzahlen. Fünfzig Prozent der erreichten Summe zahlt Ouya interessierten Entwicklern nach dem Einreichen und Prüfen einer Beta-Version, weitere 25 Prozent bei der Veröffentlichung auf der Ouya-Plattform und die restlichen 25 Prozent nach dem Ende der Exklusivität.

Abschließend verkündet Uhrmann, dass MogoTXT, das Entwicklerstudio hinter der kontroversen „Gridiron Thunder“-Kampagne seinen Anspruch auf Unterstützung aus dem Fond zurückgezogen habe, da die Entwickler „genug Geld bei Kickstarter gesammelt haben, um es selbst zu veröffentlichen“.

Die Android-Spielkonsole erscheint hierzulande voraussichtlich am 10. Oktober und wird von Amazon für 119,99 Euro gelistet.