Erste Eindrücke zu AMDs Mantle: In Battlefield 4 gegen DirectX

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Wolfgang Andermahr
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Erster Eindruck

AMDs Low-Level-API „Mantle“ ist endlich da und bereits in Kürze wird die Neuheit jeder selbst am heimischen Rechner ausprobieren können – sofern Battlefield 4 im eigenen Spiele-Bestand vorhanden ist. In Battlefield 4 hinterlässt Mantle bereits in einem frühen Stadium einen ausschließlich positiven Eindruck. Zwar gibt es ein dafür notwendiges Kriterium, doch wenn dieses gegeben ist, bedeutet Mantle einen großen Schritt nach vorne. Bei der Bildqualität konnten wir in zahlreichen Testszenen keinen Unterschied ausmachen.

Das Kriterium ist dabei nichts anderes, als dass eine schnelle Grafikkarte vorhanden sein muss beziehungsweise die CPU der limitierende Faktor im System sein muss. Denn wenn ein reines GPU-Limit anliegt, bringt Mantle zumindest in Battlefield 4 nur einen geringen Nutzen. Ist die Grafikkarte dagegen schneller beim Rendern als die CPU die Daten liefern kann, ist Mantle aufgrund des stark reduzierten Treiber-Overheads teils deutlich schneller als DirectX.

Dabei geht es mitunter nicht nur um wenige Prozentpunkte. In Battlefield 4 legt die Radeon R9 290X auf dem Core i7-4770K beispielsweise knapp 30 Prozent zu – für so eine Differenz benötigt es normalerweise eine neue Grafikkartengeneration! Und auch die Radeon R9 280X profitiert noch deutlich, während die Radeon R9 270X kaum noch zulegen kann, da bei dieser der Prozessor auch unter DirectX 11 die Grafikkarte schnell genug mit Daten versorgen kann und die GPU limitiert. Mit einem langsameren Prozessor würde auch die Radeon R9 260X noch von Mantle profitieren können.

AMD Mantle
AMD Mantle

Das hat zur Folge, dass im Multiplayer-Modus von Battlefield 4 eine Radeon R9 280X mit Mantle kaum noch langsamer als als eine Radeon R9 290X mit DirectX ist – die fast das Doppelte kostet. AMD schafft es bei der Radeon R9 280X und bei der Radeon R9 290X mit Mantle, die Gegenspieler aus dem Hause Nvidia hinter sich zu lassen. Während die Radeon R9 280X unter DirectX das Nachsehen gegen die GeForce GTX 770 hat, ist die Radeon-Grafikkarte mit Mantle schneller als der Nvidia-Rivale. Die Radeon R9 290X liegt mit DirectX hinter der GeForce GTX 780 Ti, mit Mantle dagegen ist die Karte im Mehrspielermodus klar schneller – für etwa 100 Euro weniger. Auch die Kaveri-APU kann im Mehrspielermodus von Battlefield 4 durch Mantle deutlich zulegen.

AMD hat mit der Mantle-API ein wichtiges und mächtiges Eisen im Kampf gegen Nvidia ins Feuer geworfen, das in Battlefield 4 bei der richtigen CPU/GPU-Konfiguration einen großen Schritt nach vorne bedeutet. Allerdings ist noch offen, inwieweit Mantle dauerhaft von Spieleentwicklern angenommen wird. Für den Anfang sieht das in Aussicht gestellte Portfolio zwar ganz angemessen aus, die Zukunft der lediglich für einen Teil der Käuferschaft der Spiele optimierten API ist dennoch ungewiss. Wenn AMD die Low-Level-API Mantle auf dem Markt etablieren kann, wird Nvidia gehörig unter Druck gesetzt.

Abgesehen von den heute demonstrierten Vorteilen der API steht damit eine Frage im Raum: die nach den Vor- und Nachteilen für den Kunden. Sollten sich am Ende zwei Konkurrenztechnologien am Markt etablieren, jeweils in ihrer eigenen Nische, wäre dem Anwender mit Sicherheit nicht geholfen. Insofern zeigt AMDs API auch eines klar und deutlich: Microsoft muss an DirectX ran.

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