Alternate Mode: USB Typ C soll Apple Thunderbolt übertragen können

Jan-Frederik Timm
36 Kommentare
Alternate Mode: USB Typ C soll Apple Thunderbolt übertragen können

Neben DisplayPort und MHL wird auch Thunderbolt über den neuen universellen USB-Stecker vom Typ C übertragbar sein. Darauf deutet ein Eintrag im Zeitplan für Microsofts WinHEC-Konferenz hin. Gerüchte, Apple könnte schon bald auf USB Typ C setzen, erhalten dadurch neue Nahrung.

Die Unterstützung von USB vorausgesetzt, könnte Apple bei MacBooks in Zukunft auf den Thunderbolt-Anschluss verzichten, den Standard über den USB-Stecker aber weiterhin anbieten. Per Adapter wäre auch ältere Peripherie für Thunderbolt weiterhin nutzbar.

[...] Using Alternate Modes (e.g. DisplayPort, Thunderbolt, or MHL) over Type-C, Support for Power Delivery, enabling devices to provide/consume up to 100W over USB [...]

Aus der Agende zur Microsoft WinHEC

Die Nutzung alternativer Protokolle über den neuen USB-Stecker ermöglichen die so genannten Alternate Modes. Bisher haben die VESA und das MHL-Konsortium ihre Unterstützung bekanntgegeben. Hersteller von Endgeräten können durch entsprechende Zusatzchips DisplayPort oder MHL über USB Typ C ergänzen.

USB 3.1 bietet eine maximale Datenrate von 10 Gigabit pro Sekunde, der neue Stecker besitzt allerdings bereits die Leitungen für die doppelte Bandbreite. Auch Thunderbolt 2 mit 20 Gigabit ließe sich somit bereits abbilden. Eine Bitte der Redaktion um Bestätigung blieb seitens der USB Promoters Group am Freitag unbeantwortet.

Microsofts Agenda zur Hardware-Konferenz WinHEC verrät darüber hinaus, dass Windows 10 von Beginn an USB 3.1 und den Stecker vom Typ C vollständig unterstützen wird. Auch von der Möglichkeit, bis zu 100 Watt über den universellen Stecker zu übertragen, wird das nächste Betriebssystem Gebrauch machen können.

Golem.de hat unterdessen einen von Asus gestellten Testaufbau mit USB 3.1 und Stecker nach Typ C unter Augenschein nehmen können. Zwischen einem der neuen Mainboards und einem externen Raid-Verbund aus zwei SSDs waren sequenzielle Schreib- und Leseraten von 788 und 778 Megabyte pro Sekunde möglich. Zum Vergleich: Die externe SSD Samsung Portable T1 überträgt über die USB-3.0-Schnittstelle knapp über 400 Megabyte pro Sekunde.

USB 3.1 und der neue Stecker bedingen sich nicht. Typ C kann auch Signale nach USB 2.0 und USB 3.0 übertragen, während USB 3.1 auch über die bekannten Stecker vom Typ A und B möglich ist. Um alternative Standards wie DisplayPort, MHL und Thunderbolt über Typ C vollständig abbilden zu können, bedarf es allerdings der Geschwindigkeit von USB 3.1.

Hinweis: Der Stecker unterstützt schon heute maximal 20 Gbit/s, damit ließe sich auch Thunderbolt 2 umsetzen. USB 3.1 nutzt mit 10 Gbit/s vorerst nur die Hälfte der Leitungen. Die Meldung wurde entsprechend angepasst.