AMD-Quartalszahlen : Mit Umsatzrückgang von 28 Prozent in die roten Zahlen

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AMD-Quartalszahlen: Mit Umsatzrückgang von 28 Prozent in die roten Zahlen

Nach zuletzt vielen positiven Nachrichten standen bei AMD am Abend die Quartalszahlen und der Jahresabschluss an – eine tendenziell negative Geschichte für den Konzern. Die Börse erwartet keine Wunder, am Ende waren die Zahlen aber noch schlechter und AMD einmal mehr mit deutlichem Umsatzrückgang in den roten Zahlen.

Der Netto-Verlust hielt sich bei einer Erwartung von zehn bis zwölf Cent pro Aktie und den am Ende vermeldeten 13 Cent pro Aktie respektive 102 Millionen US-Dollar in Grenzen, dies ist der geringste Quartalsverlust der letzten Dreimonats-Zyklen. Beim Umsatz haben sich die Analysten vorab aber verschätzt: Es wurde mit einem etwas geringeren Umsatz gerechnet, mit 958 Millionen US-Dollar liefert AMD nach dem zweiten Quartal 2015 erneut einen rekordverdächtig niedrigen Umsatz. Im Vorjahr wurden im gleichen (vierten) Quartal noch 1,24 Milliarden US-Dollar umgesetzt – ein Minus von 23 Prozent.

Der aufgeschlüsselte Umsatz zeigt erneut die Probleme im bisherigen Kerngeschäft. 470 Millionen US-Dollar Umsatz wurden mit CPU, APUs und GPUs erwirtschaftet, selbst im operativen Geschäft steht am Ende dort ein Minus von 99 Millionen US-Dollar in den Büchern. Die Enterprise, Embedded & Semi-Custom-Sparte (EESC), angeführt von den beiden Chips für die Xbox One und PlayStation 4, machte bei leicht höherem Umsatz von 488 Millionen US-Dollar immerhin 59 Millionen Gewinn. Gegenüber dem Vorjahr ist aber auch das ein Minus, seinerzeit standen bei 577 Millionen US-Dollar Umsatz 109 Millionen operativer Gewinn in den Büchern. Laut AMD liegt das an geringeren Lizenzgebühren für die Konsolenchips und gleichzeitig rückläufigen Auslieferungen bei Servern und Embedded-Lösungen.

Das Gesamtjahr 2015 schloss AMD am Ende wenig rosig ab. Mit 3,99 Milliarden US-Dollar ging der Umsatz im Vergleich zu 2014 um insgesamt 28 Prozent zurück, die Sparte Prozessor/Grafik allein machte in ihrem Bereich 42 Prozent weniger Umsatz als ein Jahr zuvor, während die Semi-Custom-Sparte insgesamt um nur acht Prozent nachgab. Der Nettoverlust stieg auf 660 Millionen US-Dollar an.

Die Aussichten für das erste Quartal 2016 sind erneut wenig optimistisch, da die Konsolensparte in diesem umsatzschwächsten Zeitraum des Jahres noch ein wenig mehr an Bedeutung verliert als andere Bereiche. Folglich werden die Chips in AMDs Umsatz fehlen, ein Rückgang von 11 bis 17 Prozent zum heutigen Ergebnis wird vorhergesagt – an der Börse wird die Aktie dafür mit sieben Prozent Verlust bestraft. Aktuell führt AMD Verhandlungen mit Globalfoundries über die Wafer-Abnahme-Menge des Jahres 2016, im letzten Jahr hatte dies einen Wert von rund einer Milliarde US-Dollar, darin einberechnet aber bereits ein 120-Millionen-Anteil für die ersten Wochen des ersten Quartals 2016.

Für das Gesamtjahr 2016 sagt AMD ein Umsatzwachstum voraus, dabei hilft wie auch bei Intel eine zusätzliche 53. Arbeitswoche, die AMD aber erst im vierten Quartal des Jahres verbuchen wird. Zum Anfang des kommenden Jahres soll es dann rückblickend auf 2016 heißen: AMD ist zurück – dank Polaris, Zen & Co, die AMD auch am heutigen Abend in den Fokus des Wachstums legte.

AMDs Wachstumspläne für 2016
AMDs Wachstumspläne für 2016 (Bild: AMD)
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