Fact-Check: Core i5-7640K mit Hyper-Threading gibt es nicht

Update Jan-Frederik Timm
53 Kommentare
Fact-Check: Core i5-7640K mit Hyper-Threading gibt es nicht

Intel soll die beiden Kaby-Lake-CPUs mit offenem Multiplikator als Reaktion auf Ryzen neu auflegen: Dass Core i5-7640K und Core i7-7740K mit den von CanardPC gestreuten Eckdaten in dieser Form tatsächlich kurzfristig erscheinen, ist aber extrem unwahrscheinlich. Anlass zum Zweifeln bietet vor allem „der neue Core i5“.

Core i5-7640K und Core i7-7740K sollen die TDP gegenüber Core i5-7600K und Core i7700K von 91 Watt auf über 100 Watt anheben, um den Basistakt um 200 respektive 100 MHz höher ansetzen zu können. Das ist durchaus denkbar: Kaby Lake ist neu, dass höhere Taktraten bei gleichem Verbrauch bereits über Optimierung erzielt werden können, damit unwahrscheinlich. Der Geschwindigkeitsvorteil wäre aber sehr gering, denn die zusätzlichen knapp über zwei Prozent Taktgewinn vom Core i7-7700K auf einen angeblichen 7740K wären kaum mess- geschweige denn spürbar.

Ein Core i5 mit Hyper-Threading? Nein!

Der Core i5-7640K soll darüber hinaus aber auch zwei bisher dem Core i7 vorbehaltene Neuerungen erhalten: 8 statt 6 MB L3-Cache und Hyper-Threading. Es wäre der erste Core i5 für Desktop-PCs, der diese zuvor dem Core i7 vorbehaltenen Features bekommt. Der Unterschied zwischen beiden Klassen würde sich dann nur noch auf den Takt belaufen, die über Jahre verfolgte Trennung wäre – wie bei den 15- und 28- Watt-Modellen der U-Serie – abgeschafft.

Mittlerweile formuliert CanardPC vorsichtiger: Zwar hätten mehrere Quellen dem Magazin bestätigt, dass es CPUs mit diesen Kennungen in der Entwicklung gibt, zur Existenz von Hyper-Threading beim Core i5 habe es aber keine klare Aussage gegeben. Anhand eines Musters, das in der nächsten Woche vorliegen soll, will CanardPC aber bereits hier in Kürze Klarheit schaffen.

Allein die Takterhöhung von 5,3 respektive 2,3 Prozent würde zwar zur marginalen Anhebung der Modellnummer passen, dass Intel die erst Anfang Januar angelegten Topmodelle im Mainstream-Markt nur mit diesen Anpassungen innerhalb von zwei Monaten in einem Schnellschuss neu auflegt, ist aber schwer vorstellbar. Im Sommer geschieht etwas Ähnliches ohnehin ganz offiziell: Kaby Lake-X wird mit 112 Watt TDP auf einer komplett neuen Plattform veröffentlicht. Dort gibt es dann keine integrierte Grafik mehr, die gesamte TDP steht nur für die reine CPU zur Verfügung.

Update

Die gut informierte Seite Benchlife untermauert die Vermutung: Es handelt sich dabei wirklich um Kaby Lake-X und keinen (Ry)Zen-Konter, einen Core i5 mit größerem L3-Cache oder gar Hyper-Threading gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen bleibt alles beim Alten, die Spezifikationen hinsichtlich TDP von 112 Watt, Dual-Channel-Speicher und vielen weiteren Aspekten entsprechen genau dem, was bereits im Sommer 2016 erstmals publiziert wurde.

Kaby Lake-X
Kaby Lake-X (Bild: Benchlife)