Fractal Design Define 7 (XL) im Test: Innenaufbau

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Valentin Karnehm
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Modularität ohne Einfluss auf die Lüfter

Das Define 7 bietet wie der Vorgänger einen Innenaufbau, der in puncto Modularität seinesgleichen sucht. Grob unterscheidet Fractal Design hierbei zwischen „Open Layout“ und „Storage Layout“. Beim „Open Layout“ wird der Schwerpunkt auf den Airflow, beim „Storage Layout“ auf möglichst viele Festplattenplätze gesetzt. Neu in dieser Generation ist, dass beide Layout-Varianten die gleiche Anzahl an Lüftern und Radiatoren unterstützen.

Lüftersteuerung für bis zu neun Lüfter

Fast schon versteckt findet sich an der Oberkante der Rückseite des Gehäuses eine Lüftersteuerung, die von Fractal Design als „Nexus+ 2 PWM Lüfter Hub“ bezeichnet wird. Sie bietet die Möglichkeit, bis zu drei 4-Pin- (PWM) und bis zu sechs 3-Pin-Lüfter über einen einzigen Anschluss am Mainboard zu regeln. Mittlerweile sollten PWM-Anschlüsse allerdings überwiegen.

An diesem Punkt wurden unnötigerweise Kosten gespart. Die Lüftersteuerung bietet auf allen Kanälen insgesamt 2,6 Ampere und damit eine Leistung von zusammengenommen knapp über 30 Watt. Sie besitzt einen Kurzschlussschutz und verspricht eine verbesserte Spannungsregelung, was den Vibrationen der Lüfter zugutekommen sollte. Die im Vergleich zum Vorgänger deutlich flachere Platine sitzt direkt an den Kabelführungen und erleichtert so das Kabelmanagement bezüglich der Lüfter. Aus dieser Perspektive lässt die Lüftersteuerung kaum Wünsche offen, nur vollintegriert wäre sie noch unauffälliger.

Lüftersteuerung am Deckel
Lüftersteuerung am Deckel

Reichlich Vorkehrungen für ein sauberes Kabelmanagement

Auch in Bezug auf das Kabelmanagement hat das Define 7 viel zu bieten. In die Rückseite des Innenraumes sind fünf Klettschlaufen und 16 mögliche Montagepunkte für Kabelbinder eingelassen. Das Gehäuse bietet außerdem 30 mm Platz für dsa Kabelmanagement direkt hinter dem Netzteil, sofern an dieser Stelle kein Radiator oder Lüfter verbaut werden soll. Außerdem befindet sich nicht nur eine Netzteilabdeckung auf der Vorderseite des Define 7, denn auch auf der Rückseite werden die Kabel des Netzteils durch eine abnehmbare Abdeckung versteckt. Die rückseitige Abdeckung ist allerdings aus Kunststoff und fühlt sich deutlich weniger hochwertig an als der Rest des Gehäuses.

Die materialunabhängig überzeugende Verarbeitungsqualität der Außenhaut setzt sich im Innenraum nahtlos fort. Es konnten keine scharfen Kanten ausfindig gemacht werden. Die Passgenauigkeit der Brackets ist sehr gut, ebenso wie deren Handhabung.

Sehr gutes Kabelmanagement
Sehr gutes Kabelmanagement (Bild: Fractal Design)

Erweiterte Unterstützung für Grafikkarten

Fractal Design verspricht in der neuen Version eine erweiterte Kompatibilität zu Grafikkarten. Sofern auf Frontlüfter verzichtet wird, können Karten mit einer Länge von bis zu 491 mm (beziehungsweise 549 mm beim Define 7 XL) verbaut werden. Im „Storage Layout“ reduziert sich die verfügbare Länge auf 315 mm (respektive 359 mm in der XL-Version), was allerdings noch immer für einen Großteil der Grafikkarten auf dem Markt absolut ausreichend ist.

Das Gehäuse verzichtet auf Verbindungsbrücken zwischen den PCI-Slots, was Komplikationen mit beispielsweise extrabreiten HDMI-Steckern vorbeugt. Auch die vertikale Montage von Grafikkarten mit einer Breite von bis zu 2,5 Slots wird unterstützt. Ein passendes Riser-Kabel muss allerdings separat erworben werden. Bei einer vertikalen Montage empfiehlt der Hersteller zudem die Nutzung einer Wasserkühlung, da der Ansaugbereich für eine Luftkühlung zu knapp bemessen sein könnte.

Multi-Brackets erlauben noch mehr Modularität

Dem Gehäuse liegen ab Werk vier HDD-Trays und ein „Multi-Bracket“ bei. Diese Bracket erlaubt die Umfunktionierung von 120-mm-Lüfter-Positionen zu solchen für HDDs, SSDs oder sogar Pumpen und Ausgleichsbehältern. Wer keine Lüfterpositionen für seine Pumpe opfern möchte, findet zudem zwei weitere Positionen für die Multi-Brackets am Seitenteil des „Storage Layout“ oder eine weitere Position auf der Netzteilabdeckung im „Open Layout“.

Sehr große Flexibilität bei der Unterbringung der Laufwerke

Sowohl das Define 7 als auch das Define 7 XL bieten eine ungemeine Vielzahl an Optionen, um die Festplatten, seien es HDDs oder SSDs, einzubauen. Zum einen gibt es die Universalhalterungen für wahlweise eine 2,5“- oder 3,5“-Festplatte. Ab Werk sind beim Define 7 bereits sieben dieser Universalhalterungen im Lieferumfang enthalten, maximal in das Gehäuse passen 14 Stück. Das Define 7 XL kommt mit acht Exemplaren, maximal fasst der große Bruder 18 Stück.

Die Universalhalterungen machen einen soliden Eindruck, sie sind aus Stahl, mit Gummis gedämmt und werden an vier Punkten aufgehängt. Neben den Universalhalterungen gibt es zusätzlich Halterungen ausschließlich für 2,5“-Laufwerke. Im Lieferumfang enthalten sind jeweils deren zwei, maximal fasst das Define 7 vier davon, das Define 7 XL fünf. Die zwei inkludierten Halterungen sind mit einem Einrastmechanismus an der Rückseite des Mainboardtrays befestigt.

Ein Großteil der Laufwerksschächte findet sich im „Storage Layout“ hinter den Frontlüftern wieder. Doch auch wer das „Open Layout“ bevorzugt, hat reichlich Optionen unter der Netzteilabdeckung, unter dem Gehäusedeckel oder auch an der Rückseite des Mainboardtrays. Wer allerdings eine komplette Vollbestückung inklusive eines separat erhältlichen zusätzlichen Laufwerkskäfigs anstrebt, muss tief in die Tasche greifen. Denn die zusätzlichen Halterungen schlagen mit 9,99 € pro Paar recht teuer zu Buche.

Immer noch Platz für optische Laufwerke

Im Define 7 findet sich auch ein Platz für ein optisches Laufwerk, in der XL-Version sogar für deren zwei. Wird diese Möglichkeit genutzt, muss im Gegenzug auf den obersten Frontlüfter und den vordersten Lüfter im Deckel verzichtet werden.

Viel Platz für Laufwerke
Viel Platz für Laufwerke (Bild: Fractal Design)

Noch mehr Platz für Lüfter und Radiatoren

Eine große Neuerung im Vergleich zum Vorgänger fällt im „Storage Layout“ auf: Hier muss nun nicht länger auf den dritten Lüfter unter dem Gehäusedeckel verzichtet werden. So fasst das Define 7 drei Lüfter in der Front, weitere drei im Deckel sowie einen im Heck und zwei im Boden. Alle neun Lüfter können wahlweise in Größe 120 oder 140 mm bestückt werden. Drei 140-mm-Lüfter sind bereits im Lieferumfang enthalten, davon zwei vorne und einer im Heck installiert. Das Define 7 XL bietet sogar noch mehr Möglichkeiten. Es fasst – genau wie der kleine Bruder – wahlweise neun 140-mm-Lüfter, alternativ passen allerdings bis zu elf 120-mm-Lüfter in das Gehäuse – je ein zusätzlicher Lüfter in Front und Deckel. Wer ein oder im Fall des Define 7 XL bis zu zwei ODD-Laufwerke installieren möchte, verliert allerdings im Gegenzug den obersten Frontlüfter und den vordersten Lüfter im Deckel.

Die möglichen Radiatorgrößen ergeben sich analog zu den Lüfterplätzen. Allerdings muss bei der Zusammenstellung einer Wasserkühlung beachtet werden, dass Komponenten auf dem Mainboard, die vom oberen Radiator überragt werden, 36 mm nicht überschreiten dürfen. Das Define 7 bietet somit Platz für einen 120-mm-Radiator im Heck, einen bis zu 280 mm großen Radiator im Boden und – mit verbautem optischen Laufwerk – für einen bis zu 240 mm großen Radiator im Deckel sowie einen 280 mm großen Radiator in der Front. Wird auf das optische Laufwerk verzichtet, erweitern sich diese Plätze zu 420 mm im Deckel und 360 mm in der Front. Allerdings muss bei der Installation eines Frontradiators die abnehmbare Platte am vorderen Teil der Netzteilabdeckung entfernt werden. An dieser Stelle muss also auf die Nutzung des Multi-Brackets beispielsweise für eine Pumpenhalterung verzichtet werden.

Analog verhält sich das Platzangebot beim Define 7 XL. Dank seiner größeren Abmessungen bietet es mehr Platz für Radiatoren in Front und Deckel, hier passen Radiatoren von einer Größe von zu 480 mm hinein.