Absatzprobleme: TSMCs Kunden kürzen Aufträge in größerem Umfang

Update Volker Rißka
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Absatzprobleme: TSMCs Kunden kürzen Aufträge in größerem Umfang
Bild: TSMC

Die Ungewissheit im Markt, hohe Inventarbestände und alltägliche Probleme der Menschen sorgen für insgesamt geringere Ausgaben, sodass nun auch an der Quelle gespart wird. Auftragsfertiger TSMC soll dies nun noch deutlicher zu spüren bekommen, denn auch Großkunden passen laut mehreren Meldungen ihre Bestellungen an.

Bereits seit dem Sommer gibt es die Gerüchte, dass sich auch TSMCs Kunden mit einer möglichen Anpassung ihrer zum Teil doch riesigen Bestellmenge an Wafern und Chips auseinandersetzen. Denn es ist nicht die Menge an Chips, auf denen sie vielleicht eine längere Zeit sitzenbleiben könnten, sondern auch die Preissteigerungen, die TSMC einmal mehr vornehmen wird.

Kürzungen von MediaTek, AMD und Nvidia erwartet

Bereits am gestrigen Tage berichtete das Branchenblatt DigiTimes, dass neben MediaTek vor allem Nvidia und AMD ihre Bestellmengen angepasst haben. Lediglich Apple an der Spitze der Hierarchie mit den größten Mengen an bestellten Wafern und Chips nimmt noch die vertraglich vereinbarten Mengen ab. Die hohen Inventarbestände und Absatzprobleme bekamen AMD und Nvidia in den letzten Wochen massiv zu spüren, AMD prognostizierte einen Einbruch von 53 Prozent gegenüber dem vorangegangen Quartal bei Ryzen-Prozessoren und -APUs, Nvidias Gaming-Sparte sorgte bereits im Sommer für einen deutlichen Umsatzrückgang.

Volle Lagerbestände an alten Chips verkauft Nvidia derzeit unter anderem als kuriose Neuvorstellungen wie etwa eine RTX 3070 Ti mit stark gestutztem GA102, AMD hatte in früheren Jahren seine schlechten Erfahrungen mit übervollen Lagern an APUs, auf die sie am Ende Millionen abschreiben mussten, weil sie keiner abnahm. Zwar gilt AMD derzeit oft als beim Wachstum limitiert durch die Anzahl der gelieferten Chips, so pauschal dürfte diese Aussage aber aktuell nicht zutreffen respektive nur noch gewisse Bereiche betreffen. Und so werden auch geplante Neuvorstellungen immer noch etwas weiter nach hinten geschoben, der Markt ist ohnehin voll bestückt.

Auch die Auftaktproduktion von N3 wackelt

Nun soll auch noch einer der Erstkunden für TSMCs neuen N3-Prozess seine Bestellungen zusammengestrichen haben, berichtet UDN aus Taiwan. Die Auftaktproduktion wird nun noch geringer ausfallen als ohnehin schon geplant, die Kunden warten hier auch primär auf N3E als verbesserte und fehlerbereinigte Version.

Wie genau es bei den Bestellungen und die Zukunftspläne aussieht, darüber herrscht viel Unklarheit. So können bereits kleinere Dinge große Wellen schlagen, wie in der letzten Woche gesehen. Dort hatte TSMC seinen Angestellten gesagt, dass sie nun doch Urlaub nehmen können und Zeit mit ihrer Familie verbringen sollten. Dies wurde sofort als Alarmsignal für die Industrie und einen möglichen Abschwung aufgefasst und veranlasste TSMC später sogar zu einer offiziellen Mitteilung, dass die Mitarbeiter nach hohem Auftragspensum in den letzten drei Jahren nun doch einfach mal kurz durchatmen könnten, bevor es wieder richtig losgeht.

Update

Einmal mehr hat TSMC einen Medienbericht kommentiert, etwas, was sie früher nie getan haben, zuletzt aber sehr oft in Angriff nehmen. Wie UDN berichtet, erklärte TSMC demnach, dass sich an den Plänen mit der N3-Fertigung nichts geändert habe, sie werde in diesem Quartal mit guten Yields hochgefahren. Über exakte Mengen oder Kunden redet TSMC wie üblich aber nicht.