Einleitung
Grafikkarten sind normalerweise nur für eines zuständig: Die 3D-Darstellung in Spielen oder professionellen Anwendungen zu beschleunigen beziehungsweise überhaupt erst möglich zu machen. Und dies funktioniert wunderbar. Die beiden ewigen Konkurrenten, ATi und Nvidia, bringen immer wieder neue Grafikkartenmodelle auf den Markt, um mit technischen Spezifikationen, einer besseren Bildqualität, neuerdings mit Physikbeschleunigung und noch vielem mehr zu werben. Dies ist der Hauptgrund, warum vor allem Spiele grafisch in den letzten Jahren ein Niveau erreicht haben, was kurz zuvor noch für undenkbar gehalten wurde.
Doch auch abseits der grafischen Echtzeitanwendungen gibt es viel für die Grafikspezialisten zu tun. ATi und vor allem Nvidia werben massiv mit den GPGPU-Fähigkeiten (General Purpose Computation on Graphics Processing Unit) ihrer Rechenknechte. Von über einem Teraflop Rechenkapazität ist bei ATi die Rede, Nvidia geht noch einen Schritt weiter. So hat man mit dem Projekt „Tesla“ eine eigene Produktreihe angekündigt, die für nichts anderes als für GPGPU-Programme zuständig ist – natürlich basierend auf der G80-GPU und, falls gewünscht, mit mehr als „nur“ zwei ganzen Recheneinheiten. Wie man es sich bereits denken kann, zielen beinahe die gesamten GPGPU-Programme auf professionelle Software ab und bleiben damit für den Heimanwender (zumindest vorerst) uninteressant.
Anders dagegen ein weiterer Part, der ebenfalls von Grafikkarten übernommen und mit der sich dieser Artikel beschäftigen wird. Die Rede ist von der Beschleunigung von Videos, bevorzugt von Filmen. Während die altbekannten SD-Videos (Standard Definition) mittlerweile für keine halbwegs aktuelle CPU auch nur den Hauch einer Hürde darstellen, sieht dies bei den hochauflösenden Filmen, High Definition, die auf den neuen Medien Blu-ray sowie der HD DVD veröffentlicht werden, völlig anders aus. Ohne eine gute Grafikkarte ist nicht nur die CPU durchgängig ausgelastet (und sogar fast immer überlastet), sondern es fehlt auch das wichtige Post Processing, das die einzelnen Bilder nicht nur schnell, sondern zusätzlich schön macht. Eine nicht ganz einfache Aufgabe für eine Grafikkarte, weswegen wir die wichtigsten Modelle von ATi und Nvidia unter die Lupe nehmen werden.
Wir konzentrieren uns dabei auf alle gängigen Formate, sowohl die Blu-ray-Disc als auch die HD DVD, und untersuchen die drei verwendeten Codecs: MPEG-2, H.264 sowie VC-1. Doch nicht nur die Entlastung des Prozessors spielt in diesem Artikel eine Rolle, sondern auch die erreichte Bildqualität. Soviel vorweg: dort tun sich zur Zeit regelrechte Welten auf. Welcher Hersteller bietet also die beste Videounterhaltung? Wir werden dies auf den folgenden Seiten klären.


