Celeron mit 2.0 GHz im Test: Übertaktet auf 3.0 GHz ein Pentium-4-Konkurrent?

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Thomas Hübner
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Fazit

Warum Intel um den P4-Celeron seit jeher weitaus weniger bzw. kaum Presserummel veranstaltet, ist uns mit diesem Test klar geworden. Es fällt angesichts der gezeigten Performance schwer, der CPU positive Seiten abzugewinnen. Für den Spieler ist der Prozessor auf keinen Fall eine Alternative: Spiele gieren nach L2-Cache und lassen somit selbst die um 50% übertaktete Version mit 3,0GHz noch hinter einen Athlon C mit 1400MHz zurück fallen. Gamer: Hände weg! Anders sieht es hingegen im Office-Sektor aus. Zwar schneidet auch hier die Version mit 2,0GHz bescheiden ab. Auf stabile 2,66GHz übertaktet kann sie jedoch mit dem Pentium 4 2,0GHz gleich ziehen, der im Laden deutlich mehr kostet. Mit 3,0GHz reicht die Leistung in der Paradedisziplin, FlaskMPEG, sogar für den Pentium 4 mit 2,66GHz aus. Hier könnte man den Celeron somit als billigen Einstieg in die Pentium 4, spricht Sockel 478-Welt, sehen. Denn die Investition in einen Pentium 4 1,8GHz würde gut 50€ mehr kosten und im übertakteten Zustand kann der Celeron hier den Sieg für sich verbuchen. Der Griff zu einem ausgewachsenen P4 wäre durch das kompatible Mainboard in Zukunft möglich.

Allerdings, und das sollte man ebenfalls nicht außer Acht lassen, ist der Celeron ohnehin für den OEM-Sektor vorgesehen und im Einzelhandel kaum zu bekommen. Hier kann er mit seinen hohen GHz-Werten zu einem relativ gesehen niedrigen Preis glänzen. Der Kunde wird kaum darüber informiert sein, dass die Leistung der CPU weit hinter anderen, teilweise "langsameren" Prozessoren liegt. Ohne von dem Wort "Übertakten" jemals etwas gehört zu haben, ist der sprichwörtliche Kauf der "Katze im Sack" perfekt.

Wie gesagt, es scheint fragwürdig, ob Intel für eine derartig kleine Klientel wirklich extra Fertigungsbänder laufen läßt. Würde man auf diese Weise fehlerhafte Pentium 4 Cores an den Mann bringen, dürfte sich das Geschäft schon eher lohnen. Ob man eine derartige Produktpolitik gut heißen kann, ist eine andere Frage.

Zum Schluss wollen wir zur Sicherheit vielleicht noch kurz darauf hinweisen, dass leider keine Garantie darauf besteht, dass die von uns erreichten Taktraten mit jedem handelsüblichen Prozessor erreicht werden können. Sowohl die individuelle CPU als auch das Board und die Kühlung spielen hier eine entscheidende Rolle!

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