5.1-Systeme im Test: Teufel CEM PE gegen Logitech Z-5450 Digital

 8/8
Jirko Alex
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Fazit

Wer die Entwicklung der Soundperipherie für den PC in den letzten Jahren beobachtet hat, der weiß, dass aus den vor Jahren noch zum Standard gehörenden Plastikboxen aus dem nächsten Elektrofachmarkt ernstzunehmende Mehrkanalsysteme geworden sind. Nicht nur Logitech und Creative beherrschen den Markt. Hierzulande konkurrieren immer mehr Boxenhersteller miteinander und buhlen um die Gunst des Kunden. Herauskristallisiert hat sich aus der Masse auch der Heimkinospezialist Teufel, dessen ehemalige Einsteigersysteme für den Mehrkanalmarkt heute die Basis eines halben Dutzend an PC-Systemen markieren. So mauserte sich unsere Geheimtipps von vor über vier Jahren, das Concept E Magnum sowie das kleinere Concept E, zu wahren Rennern auf dem PC-Markt – und das trotz Einstiegspreisen von etwa 250 bis 380 Euro! Mittlerweile hat sich die Welt jedoch ein paar Mal weiter gedreht und der geneigte Käufer bekommt bereits für gut die Hälfte des damaligen Preises Systeme wie das Concept E Magnum in der Power Edition oder Logitechs Z-5450 Digital.

Teufel CEM PE vs. Logitech Z-5450 Digital
Teufel CEM PE vs. Logitech Z-5450 Digital

Trotz des geringeren Preises (das heutige Concept E Magnum PE kostet immerhin über 200 Euro weniger als die Ursprungsversion) kann das Teufel-System mit hervorragenden Klangwerten, einer sehr guten Verarbeitung und enormer Pegelfestigkeit punkten. Logitechs System gefällt hingegen vor allem durch die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten, die ebenfalls durchweg gute Verarbeitung sowie einige pfiffige Ideen, die das System für so manchen Einsatz eher prädestinieren als Teufels Machwerk. So sind die Standfüße des Z-5450 Digital – auch weil drehbar – den Gumminoppen des Concept E Magnums in der Power Edition in jedem Fall überlegen. Der sichere Stand sowie die einfache Montage an der Wand sind so ohne Weiteres möglich. Zudem überzeugte die teilweise kabellose Ausstattung der hinteren Lautsprecher. Diese setzen nur noch auf einen Netzstecker und müssen folglich nur mit einer Steckdose verbunden werden. Leicht zu befürchtendes Rauschen, Signalabbrüche oder eine von den Frontspeakern abweichende Klangcharakteristik konnte nicht festgestellt werden! Dass da die Steuerung des Logitech-Systems via Controlpanel, übersichtlicher und dabei auch multifunktionaler Fernbedienung auch noch exzellent klappt, rundet den Gesamteindruck nur noch ab und sorgt für ein zufriedenes Lächeln über die Verarbeitung, Steuerung und Einsatzvielfalt des Logitech-Systems.

Im direkten Vergleich mit Teufel muss es sich akustisch jedoch deutlich geschlagen geben. So fehlt es an Pegelreserven, einer freien Wiedergabe von Surround-Inhalten und dem nötigen brachialen Tiefgang in so manchen Szenen. Das Concept E Magnum hingegen bietet manches Mal eine geringere Homogenität über das gesamte Klangspektrum – die Abstimmung der Logitech-Boxen auf den Subwoofer ist besser gelungen –, bietet aber knackigere Bässe und klarere Höhen. Die Surround-Wiedergabe ist exzellent; speziell bei Musik fällt aber ein Loch im Mitteltonbereich auf. Das ist aber, ebenso wie beim Logitech-System, den kleinen Satelliten geschuldet, die nicht immer den nötigen Druck aufbringen können um der Wiedergabe den letzten Schliff zu verpassen.

ComputerBase Hardwarehammer

teufel2
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Die Entscheidung für oder gegen eines der getesteten Systeme fällt daher unter zwei Gesichtspunkten unterschiedlich aus: Will man die maximale Klangqualität für einen vergleichsweise moderaten Preis, so ist das Concept E Magnum in der Power Edition der Tipp schlechthin. Die überarbeitete Ausgabe des Beinahe-Klassikers räumte mit vielen Schwächen des Ursprungs-CEMs wie etwa der Notabschaltung bei zu heißen Endstufen auf und fügte an vielen Ecken sogar Detailverbesserungen hinzu. Für 159 Euro – so der Festpreis beim Direktversender Teufel – kann man kaum mehr Lautsprecher fürs Geld bekommen. Umfangreiche Garantiezeiten sowie ein ausgedehnter Probehörzeitraum tun ihr Übriges um den soliden Gesamteindruck des Systems zu stärken. Für so ein Rundum-Sorglos-Paket gibt es daher auch den Hardwarehammer von ComputerBase!

Leider bietet der Direktversand jedoch auch Nachteile, wie an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden muss. So ist, da nur Lautsprecher Teufel selbst die eigenen Boxensysteme vertreibt, die Zeit zwischen Bestellung und Erhalt des Systems abhängig vom Lagerstatus. Wochenlange Wartezeiten sollten mittlerweile zwar eigentlich passé sein, auf unser Testsystem mussten wir jedoch über zehn Wochen warten. Ein Fauxpas, möchte man meinen, der sich glücklicherweise bei weiteren Bestellungen nicht wiederholte.

logitech 1
logitech 1

Logitechs Z-5450 Digital hingegen bietet zwar weniger Klang, dafür aber die bessere Ausstattung für's Geld. Mit Preisen ab etwa 199 Euro (Stand 26. Juli 2007) ist es zudem etwas teurer als das Teufel-Pendant. Wer jedoch mehrere Audio-Eingänge, beispielsweise für den parallelen Anschluss von DVD-Player, Konsole und PC, benötigt, ist hier ungleich wohliger aufgehoben. Eine ähnlich gute Klang-Performance wie das Concept E Magnum vermag jedoch nur Logitechs Z-5500 zu bieten. Der Gesamteindruck stimmt aber auch beim Logitech Z-5450 Digital, weshalb es vor allem dank der umfangreichen Ausstattung zu diesem Preis durchaus empfehlenswert ist.

Schlussbemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftige testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

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