Test: Razer Mako (6/6)

Gewagt! Gewonnen?
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Fazit

Das Razer Mako ist zweifelsohne ein interessantes Soundsystem. Es startet von Null auf einen der obersten Plätze der von ComputerBase bisher getesteten 2.1-Riege der PC-Lautsprecher, doch erklimmt es auch den ersten Platz? Das lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Die geringfügig höhere Feinauflösung des Systems spricht für das Razer Mako, ebenso die Unerschütterlichkeit bei der Wiedergabe: Niemals ist das System ins Schwitzen zu bringen, niemals ist ein Übersteuern zu hören und niemals klingt es unsauber. Es erreicht aber auch nicht das Level oder die detailgetreue Mitteltonwiedergabe, die das Motiv 2 als zu schlagenden Standard in diesem Segment festgesetzt hat.

An den Konkurrenten aus Berlin kommt das schwarze Designset somit insgesamt dann doch nicht heran. Aus einem Vergleich geht es zwar niemals mit einer KO-Niederlage heraus, den Sieg nach Punkten erringt aber das Teufel Motiv 2 –zumindest im Klang. Ausstattung, Verarbeitung und Design sind den Razer-Untertassen nämlich nicht anzulasten. Es wirkt solide und durchdacht – bis auf die Kabelfernbedienung und die verwendeten Kabel der Satelliten. Die Fernbedienung ist dafür immerhin ein echter Hingucker und nach einer Eingewöhnungsphase durchaus auch gut bedienbar. Da auch das Teufel Motiv 2 an zu kurzer Reichweite für die Fernbedienung kränkelt und ohne diese nichts geht, kann man das Duell bei der Bedienung als unentschieden bewerten.

Razer Mako
Razer Mako

Für das Razer Mako hingegen spricht die Ausstattung. Zwei Stereoeingänge am Subwoofer und einer am Controlpod, so viel Anschlussvielfalt sieht man gerne. Zwar kennt man diese auch vom Motiv 2, jedoch nicht in so schöner Griffnähe wie mit einer Kabelfernbedienung. Dass diese zudem einen Kopfhörerausgang bietet, hebt das Razer Mako dann wieder über die teuflische Konkurrenz. Minuspunkte gibt es jedoch für die eigenwilligen Audiokabel: An Ersatz oder Verlängerung ist kaum zu denken – unverständlich in dieser Preisklasse.

Letztendlich gibt es nur ein negatives Detail an dem Paket, das Razer hier schnürt, und eben dieses entreißt dem Lautsprechersystem eine uneingeschränkte Empfehlung. Es ist der Preis. Für beinahe 400 Euro (online ab 370 zzgl. Versandkosten) gibt es zu viel Konkurrenz. Nicht nur das Teufel Motiv 2, das auch dieses Mal nicht vom Thron gestoßen werden konnte (wenngleich das Razer in einigen Teilen mithalten und gar auftrumpfen kann), ist für deutlich weniger Geld zu haben. Es sind vor allem ausgewachsenere Stereolösungen, die man für 400 Euro bedenken sollte: Aktive Nahfeldmonitore, Kompakt-, Regal- oder Standlautsprecher – besonders gebrauchte – oder schlicht günstigere 2.1-Systeme, die zwar weniger leisten, aber auch nur einen Bruchteil kosten. Wer das Razer Mako kauft, erwirbt bei weitem keine Tischhupen, die nur für puristische Windows-Systemtöne taugen. Es ist aber klanglich eben auch keine Referenz in dem Preissegment.

Zählen allerdings mehr als nur der Klang und der Preis, fließt also ganz konkret das Design, die aufstellungsunkritische Konstruktion, die Systemgröße oder der Controlpod in die Bewertung ein, so ist das Razer Mako durchaus eine ernstzunehmende Alternative.

Schlussbemerkung

Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.

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