Nvidia-Grafikkarten im Test: Eine neue GeForce 9500 GT und alte 9800 GT

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Wolfgang Andermahr
125 Kommentare

GPU-Computing (PhysX)

Nachdem Grafikkarten seit Anbeginn ihrer Zeit eher dazu da waren, die Arbeit zu verrichten, nach denen die Hardware benannt worden ist (nämlich ein 2D/3D-Bild auf den Monitor wiederzugeben), sind die Aufgaben einer modernen GPU in jüngster Vergangenheit deutlich vielschichtiger – GPGPU und GPU-Computing sei Dank. Vor allem Nvidia prescht nach der industrieweit implementierten Videobeschleunigung nun mit einer C-ähnlichen Programmiersprache namens CUDA voran, durch die es einfacher werden soll, Programme auf der GPU berechnen zu können. Nachdem man mit der Tesla-Serie im letzten Jahr den ersten Schritt im Profi-Segment gewagt hat, wird nun vermehrt die Mainstream-Käuferschaft angesprochen.

Die zwei ersten CUDA-Programme sind das bekannte Folding@Home (für das es mittlerweile einen gemeinsamen ATi- und Nvidia-Client gibt, den wir in dem Testvergleich verwenden) und der BadaBOOM Media Converter, mit dessen Hilfe man schnell MPEG2-Videos in ein anderes Format (zum Beispiel für den Apple iPod oder das iPhone) umwandeln kann. BadaBOOM ist jedoch (noch) nicht öffentlich verfügbar und wird darüber hinaus nur auf CUDA-fähigen Grafikkarten lauffähig sein – ATi-Grafikkarten werden also, zumindest vorerst, ausgeschlossen.

Doch auch ATi ist bei GPGPU und GPU-Computing nicht untätig und arbeitet ebenfalls im professionellen sowie im Mainstream-Bereich mit diversen Softwareentwicklern zusammen, damit auch ihre Karten mehr als nur 3D-Grafik wiedergeben können. Der nächste Schritt für ATi und Nvidia wird sein, die 3D-Beschleuniger fit für KI-Berechnungen zu machen. Sowohl ATi als auch Nvidia haben diesbezüglich bereits erste Programme gezeigt, wobei ATi gar eine RV770-Techdemo im Angebot hat, deren Massen-KI vollständig auf der Grafikkarte berechnet wird.

Folding@Home
    • Nvidia GeForce 9800 GTX+
      118,7
    • Nvidia GeForce 9800 GT
      93,4
    • Nvidia GeForce 9500 GT
      35,9
    • Intel QX9770 @ 3,2 GHz
      11,4
Einheit: Punkte
Video-Transcodierung
    • Nvidia GeForce 9800 GTX+
      0:25
    • Nvidia GeForce 9500 GT
      1:21
    • Intel QX9770 @ 3,2 GHz
      6:42
      iTunes
Einheit: Minuten, Sekunden

Ein weiteres Spezialgebiet des GPU-Computings ist die Physikbeschleunigung auf der GPU. Während AMD mit Havok zusammenarbeitet und dementsprechend in (nicht allzu naher) Zukunft einen entsprechenden Treiber für die Radeon-Grafikkarten herausbringen wird, unterstützt Nvidia die PhysX-Bibliotheken, die man mittlerweile auch schon fit für die GPU gemacht hat. Die aktuelle PhysX-Software ist dazu in der Lage, neben dem 3DMark Vantage die drei speziellen PhysX-Level im First-Person-Shooter Unreal Tournament 3 zu beschleunigen. In einigen Tagen werden weitere Spiele folgen.

3DMark Vantage – PhysX
  • CPU-Test 2:
    • Nvidia GeForce 9800 GTX+
      135,3
    • Nvidia GeForce 9800 GT
      111,4
    • Intel QX9770 @ 3,2 GHz
      17,9
Einheit: Instruktionen pro Sekunde (it/s)
Unreal Tournament 3 – 1280x1024
  • Heatray:
    • Nvidia GeForce 9800 GTX+
      39,7
    • Nvidia GeForce 9800 GT
      36,4
    • Intel QX9770 @ 3,2 GHz
      15,0
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Da der aktuelle PhysX-Treiber die GeForce 9500 GT nicht erkennt und dementsprechend die GPU-Beschleunigung für die Physik deaktiviert, haben wir die Messwerte der neuen Low-End-Karte absichtlich nicht abgebildet. Nvidia wird uns jedoch so schnell wie möglich einen angepassten PhysX-Treiber zur Verfügung stellen und wir werden die fehlenden Messungen nachholen.