Test: Apple MacBook Air 11,6" (2011) (2/4)

Evolution oder Revolution?
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Technik

Mit dem MacBook Air erhält nun auch – abgesehen vom Mac Pro – der letzte Apple-Rechner einen schnelle Sandy-Bridge-Prozessor aus dem Hause Intel. Wo in der letzten Generation noch recht betagte Core2Duo-CPUs ihre Arbeit verrichteten, stehen nun deutlich leistungsfähigere Core-i5- und Core-i7-Modelle mit jeweils zwei Kernen zur Auswahl. Im Testgerät, der Einstiegskonfiguration, handelt es sich um einen Core i5-2467M. Dieser sparsame Prozessor – die Thermal Design Power (TDP) wird mit 17 Watt angegeben – taktet in der Regel mit 1,6 Gigahertz. Dank der der zweiten Generation der Turbo-Boost-Technik kann einer der beiden Kerne allerdings auf bis zu 2,3 Gigahertz beschleunigt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Temperatur der CPU unterhalb eines bestimmten Wertes liegt, um Beschädigungen zu vermeiden. Profiteure dieser „Übertaktung“ sind in erster Linie Anwendungen, die nicht für den Betrieb auf Zweikernsystemen ausgelegt sind.

MacBook Air: Anschlüsse auf der linken Seite: MagSafe, USB 2.0, Audio-Eingang und Mikrofon
MacBook Air: Anschlüsse auf der linken Seite: MagSafe, USB 2.0, Audio-Eingang und Mikrofon

Geschwindigkeitssteigernd wirkt sich in vielen Fällen aber auch die Unterstützung von Hyperthreading aus. Ebenfalls von Vorteil, wenn auch weniger oft, sind die Kompatibilität in Bezug auf Intels Virtualisierungstechnik VT-x sowie die AES-NI-Befehslsatzerweiterungen. Letztere sorgen für einen deutlichen Geschwindigkeitsschub bei bestimmten Kryptographie-Tools wie zum Beispiel Truecrypt. Verzichten muss man jedoch auf VT-d sowie Trusted Execution. Diese beiden Techniken sind schnelleren und somit auch energiefordernderen Modellen vorbehalten.

Durch den Einsatz der Sandy-Bridge-CPUs entfällt der Bedarf einer dedizierten Grafikeinheit. Denn während man bei der Vorgängergeneration noch auf separate GPUs aus dem Hause zurückgegriffen hat oder besser musste, steht nun die in den Prozessor integrierte Grafik zur Verfügung. Wie in allen i5- und i7-Modellen handelt es sich dabei um einen DirectX-10.1- und OpenGL-3.0-tauglichen Kern, der in puncto Speicher ohne eigene Ausstattung auskommen muss. Beim Cache müssen die drei Megabyte des Level-3-Cache herhalten, beim Grafikspeicher werden 288 Megabyte des Arbeitsspeichers abgezweigt. Im Falle des i5-2467M ist die GPU mit 350 Megahertz getaktet, allerdings kann auch sie von der Turbo-Boost-Technik profitieren. Lassen es die Limits zu, kann der Takt des Grafikkerns auf bis zu 1,15 Gigahertz angehoben werden.

+ Festplatten-Benchmark
Disk Speed Test
 Read:
Apple MacBook Air 2011 (Core i5-2467M, Intel HD 3000 SSD)
203,1
Apple MacBook Air 2010 (C2D SL9400, GeForce 320M, SSD)
194,7
Apple MacBook Pro 17" 2011 (Core i7-2720QM, HD 6750M, HDD)
107,7
Apple MacBook Pro 15" 2011 (Core i7-2635QM, HD 6490M, HDD)
71,1
Apple Mac Mini 2011 (Core i5-2410M, Intel HD 3000, HDD)
62,0
 Write:
Apple MacBook Air 2011 (Core i5-2467M, Intel HD 3000 SSD)
186,7
Apple MacBook Air 2010 (C2D SL9400, GeForce 320M, SSD)
176,9
Apple MacBook Pro 17" 2011 (Core i7-2720QM, HD 6750M, HDD)
106,3
Apple Mac Mini 2011 (Core i5-2410M, Intel HD 3000, HDD)
72,7
Apple MacBook Pro 15" 2011 (Core i7-2635QM, HD 6490M, HDD)
70,1

Ebenfalls eine Auffrischung hat der verbaute Massenspeicher erhalten. Schon im Vorgänger setzte Apple auf eine schnelle SSD, die einen nicht unerheblichen Teil zur Gesamtleistung des Systems beitrug. Dies ist auch beim aktuellen MacBook Air wieder der Fall. Gefertigt werden die Laufwerke von Samsung und Toshiba, im Falle des Testgeräts handelt es sich um ein Modell des letztgenannten Unternehmens. Mit einer Gesamtkapazität von 64 Gigabyte kann man schnell an die Grenzen stoßen, zumal ein solches Laufwerk nicht komplett „gefüllt“ werden sollte. Dafür verwöhnt die SSD mit einer Geschwindigkeit, die in allen Benchmarks – teilweise deutlich – über der des Vorgänger liegt und wenig überraschend herkömmliche HDDs deutlich hinter sich lässt.

MacBook Air: Anschlüsse auf der rechten Seite: USB 2.0 und Thunderbolt
MacBook Air: Anschlüsse auf der rechten Seite: USB 2.0 und Thunderbolt

Etwas anders sieht es beim Arbeitsspeicher aus. In der Grundkonfiguration verbaut Apple hier lediglich zwei Gigabyte DDR3-Speicher. Aufgrund des im Vergleich zu Mac OS X 10.6 gewachsenen Speicherhungers von OX X 10.7 „Lion“ und der nicht vorhandenen späteren Aufrüstmöglichkeit, erweist sich der RAM als deutlich zu knapp kalkuliert. Einzig bei wenig speicherintensiven Einsatzgebieten erweist sich die Größe als ausreichend.

Kaum Überraschungen gibt es bei den Anschlüssen und (drahtlosen) Schnittstellen. Nach wie vor setzt Apple auf USB 2.0, was rund drei Jahre nach Festlegung der USB-3.0-Spezifikationen und den damit verbundenen deutlich höheren Übertragungsraten vorsichtig formuliert für Kopfschütteln sorgen kann. Wie beim Vorgänger werden auch beim aktuelle MacBook Air zwei USB-Ports erbaut, je einer pro Seite. Wie auch das MacBook Pro, der Mac Mini und der iMac verfügt nun auch der kleinste Mac über eine Thunderbolt-Schnittstelle. Darüber lassen sich einerseits externe Gerät wie Festplatten, andererseits gleichzeitig aber auch Displays anschließen. Pro Richtung steht eine Übertragungsrate von zehn Gigabit pro Sekunden zur Verfügung, verbaut ist das ganze in den bekannten Mini-DisplayPort-Ausgang.

MacBook Air
MacBook Air

Bei der Ausgabe von Audio-Signalen ist man entweder auf die verbauten und wenig überzeugenden Stereo-Lautsprecher oder den 3,5-Millimeter-Ausgang auf der linken Gehäuseseite angewiesen. Einen entsprechenden Eingang gibt es nicht, hier steht lediglich ein Mikrofon zur Verfügung. Für die Datenübertragung wird in erster Linie das verbaute WLAN-Modul genutzt, welches nach 802.11 b/g/n funkt. Wie beim Mac Mini setzt man beim Kurzstreckenfunk Bluetooth auf die noch junge Version 4.0, die im Vergleich zu vorherigen Spezifikationen sparsamer mit Energie umgehen und kürzere Reaktionszeiten ermöglichen soll.

Nichts verändert hat sich im Vergleich zum Vorgänger an den Punkten optisches Laufwerk, Mobilfunkmodul und Webcam. Während die beiden ersteren Dinge durch Abstinenz glänzen, muss man bei der verbauten Kamera nach wie vor mit VGA-Auflösung (640 × 480 Pixel) sowie nicht ganz flüssigen Aufnahmen vorlieb nehmen.

Apple MacBook Air 11,6" (MC968D/A)
Prozessor Intel Core i5-2467M
2 Kerne, 4 Threads, 1,6 – 2,3 GHz
3 MB L3-Cache, VT-x, AES-NI
Chipsatz Intel 6 Series (Cougar Point)
Display 11,6" (29,462 cm)
LED-Hintergrundbeleuchtung
spiegelnd
Auflösung 1.366 × 768 Pixel (16:9, 135 ppi)
Grafik Intel HD 3000, GPU-Takt 350 – 1.150 MHz MHz
Grafikspeicher 288 MB (shared)
Standards DirectX 10.1, OpenGL 3.0, Shader 4.1
Arbeitsspeicher 2 GB DDR3-1333
fest verbaut
Massenspeicher Apple SSD TS064C (Toshiba), 64 GB, SSD
Optisches Laufwerk nicht vorhanden
USB 2.0 2× (1× links, 1× rechts)
USB 3.0 nicht vorhanden
eSATA nicht vorhanden
Thunderbolt 1× (rechts, kombiniert mit DisplayPort)
Netzwerk nicht vorhanden
VGA nicht vorhanden
DisplayPort 1× (rechts, Mini-DisplayPort, kombiniert mit Thunderbolt, max. 2.560 × 1.600 Pixel)
HDMI nicht vorhanden
Audio 1× (links, 3,5 mm, Ausgang)
Express Card nicht vorhanden
Sonstige Anschlüsse nicht vorhanden
WLAN 802.11 b/g/n
Bluetooth 4.0
Mobilfunk nicht vorhanden
Webcam 0,3 MP
Kartenleser nicht vorhanden
Kensington Lock nicht vorhanden
Lautsprecher Stereo
Sonstig Ausstattung nicht vorhanden
Akku 4.800 mAh, 35 Wh, Lithium-Polymer, fest verbaut
Maße [B × T × H, in mm] 300,0 × 192,0 × 17,0
Gewicht inkl. Akku 1,08 kg