HTC Radar im Test: Smartphone mit Windows Phone 7 „Mango“

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Patrick Bellmer
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Eindrücke

Beim Gehäuse des Radar orientiert HTC sich an der Optik zahlreicher anderer hauseigener Modelle. Das Stichwort hier lautet eher sehr langsame Evolution als Revolution. Einerseits setzt man so auf mittlerweile bewährte Linien, andererseits wirkt das Radar so eher wie ein leicht überarbeitetes Modell, nicht aber wie eine wirkliche Neuentwicklung. Immerhin bewegt sich aber auch die Verarbeitung sowie die Qualität der verwendeten Materialien auf dem vom taiwanischen Hersteller her bekannten Niveau. Das 137 Gramm schwere Aluminiumgehäuse liegt gut in der Hand und fühlt sich wertig an, alle Tasten sind gut eingefügt und haben kein Spiel. Einzig beim am unteren Ende verwendeten Kunststoff für die Abdeckung des SIM-Karteneneinschubs muss der Hersteller sich leichte Kritik gefallen lassen. Denn im Gegensatz zum restlichen Gehäuse wirkt dieses kleine Bauteil eher billig.

HTC Radar
HTC Radar

Im Alltag liegt das Hauptaugenmerk aber natürlich auf ganz anderen Dingen. So zum Beispiel in der Bedienung von Windows Phone 7 „Mango“. Microsoft hat hier gut daran getan, am Aufbau des Betriebssystem nichts gravierendes zu ändern. Denn wie schon zum Start vor gut einem Jahr punktet die Plattform vor allem durch die geringe Anzahl an Menüebenen, was gerade für eher unbedarfte Nutzer ein großer Vorteil ist. Fast alle Optionen sind binnen weniger Sekunden zu erreichen. Die wesentlichen Änderungen, die mit „Mango“ Einzug gehalten haben, sind bereits im Test des HTC Titan aufgezählt worden, weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen wird.

HTC Radar
HTC Radar

Unter anderem aufgrund der gut erreichbaren Bedienelemente stellte die Bedienung kein großes Problem dar. Bei Standardaufgaben wie dem Verfassen einer Kurznachricht oder E-Mail erweist sich die virtuelle Tastatur als durchaus gut, auch bei größeren Fingern reicht die gebotene Größe. Um Größe geht es auch beim Browsen im Internet. Denn im Vergleich zum Titan steht hier weniger Fläche zur Verfügung, so dass Inhalte etwas kleiner dargestellt werden. Beim Radar muss hier das ein oder andere mal mehr gezoomt werden – aufgrund der hervorragenden Erkennung von Eingaben seitens des Touchscreens aber kein kein Problem.

HTC Radar
HTC Radar

Ebenfalls als problemlos erweist sich der Umgang mit den Multimediafähigkeiten des Radar. In erster Linie sind hier die Eignung als Audio- und Video-Abspielgerät zu berücksichtigen. Bei ersterem darf man vom Klang nicht zu viel erwarten, geboten wird in puncto Qualität nur Standardkost. Zwar ist auch bei Videos der Ton wichtig, hier zählen in erster Linie aber andere Dinge. So zum Beispiel die Größe des Displays sowie die unterbrechungsfreie Wiedergabe von Dateien. Während die Anzeige zumindest für kurze Clips durchaus ausreichend ist, hat das Radar bei größeren Video-Dateien kleinere Probleme. Diese äußern sich in kurzen Aussetzern, die aber nur von Zeit zu Zeit auftreten. Dabei spielt das wiederzugebende Format keine Rolle.

Ebenfalls zum Bereich Unterhaltung kann die verbaute Kamera gezählt werden. Mit fünf Megapixeln und Autofokus sollte sie auf dem Papier für Schnappschüsse mehr als ausreichend sein. In der Praxis wird dies durchaus bestätigt. Zwar wirken gerade helle Flächen dunkler als in der Realität, in fast allen anderen Punkten liegt die Qualität der aufgenommenen Fotos aber im Mittelfeld. Einzige größere Ausnahme: Bei Makroaufnahmen wird der Fokus nicht immer wie gewünscht ausgerichtet.

Video-Dauertest
  • 720p Dauertest:
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      7:30
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • RIM BlackBerry Playbook
      5:33
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3:30
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
Einheit: Stunden, Minuten
Anmerkungen zu den Laufzeiten
HTC Radar
HTC Radar

Ein wichtiger Aspekt abseits der Display-Größe, Prozessorgeschwindigkeit und Kamaeraauflösung betrifft die Laufzeiten. Während bei vielen Komponenten nach und nach Fortschritte erzielt werden, halten sich die Verbesserungen bei den in Smartphones verbauten Akkus in eher engen Grenzen. Der im Radar fest verbaute Energiespeicher hat eine Kapazität von 1.520 Milliamperestunden, was ein typischer Wert für ein Gerät der Mittelklasse ist. Ebenfalls als typisch können die im Alltag erreichten Laufzeiten bezeichnet werden. Bei „normalem“ Gebrauch muss das Radar etwa alle zwei Tage geladen werden. Unter Dauerlast, wie beispielsweise im Akkutest, werden allerdings nur deutlich unterdurchschnittliche viereinhalb Stunden erreicht – zu wenig für ein solches Smartphone.