Audiostreaming im Test: Mit Teufel und Sonos Musik im ganzen Haus

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Jirko Alex
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Wissenswertes

Fernbedienung als UPnP Control Point

Bei der Steuerung via Fernbedienung muss man wissen, dass diese nur als Mittler für die Weitergabe der Audio-Inhalte dient, nicht als Quelle. Das heißt, dass die Wiedergabe auf den Teufel- oder Sonos-Komponenten läuft, sobald man eine Playliste oder einen Titel ausgewählt hat. Die Fernbedienung selbst kann dann wieder in den Standby-Modus schalten und tut dies auch, sie muss nicht permanent aktiv sein, da die Verbindung zwischen den Abspielgeräten und der eigentlichen Quelle (etwa dem NAS oder einem anderen Netzwerkspeicher) aufgebaut wird.

Dieser Umstand bedingt aber auch, dass beim „Aufwecken“ der Fernbedienung erst wieder eine Verbindung zu den Raumfeld- respektive Sonos-Komponenten hergestellt werden muss, was ein paar Sekunden dauert. Seltene Abstürze der Fernbedienung (passiert gelegentlich bei den Apps beider Hersteller oder vereinzelt auch mit der dedizierten Teufel-Fernbedienung, in unserem Test allerdings nicht mit der Sonos Control selbst) wird dieser Prozess verlängert. Hier muss die Fernbedienung dann neu gestartet werden – in allen Fällen war die Lösung unproblematisch und funktionierte immer.

Über die maximale Datenrate

HiFi-Enthusiasten sollten wissen, dass Sonos bei allen Komponenten nur eine maximale Abtastfrequenz von 48 kHz bei einer Auflösung von 16 Bit unterstützt. Dies genügt, um etwa verlustfreie Kopien von Audio-CDs hören zu können (eine CD weist üblicherweise eine Abtastrate von 44,1 kHz bei 16 Bit auf), mit der Verbreitung entsprechender Internetseiten wie Highresaudio kommen aber vermehrt auch digitale Kopien mit einer deutlich höheren Abtastrate und Bittiefe in Umlauf. Diese können von den Sonos-Playern nicht wiedergegeben werden (d.h. es findet auch kein automatisches Downsampling statt)!

Teufel unterstützt mit den Raumfeld-Komponenten Abtastfrequenzen von bis zu 96 kHz bei 24 Bit. (Entsprechende D/A-Wandler von Cirrus Logic befinden sich in allen Raumfeld-Komponenten.)

Ob sich daraus tatsächlich ein hörbarer Nachteil ergibt, sei an dieser Stelle allerdings dahingestellt.

USB-Anschlüsse bei Raumfeld

Teufel rüstet jedes Raumfeld-Gerät mit einem oder mehreren USB-Anschlüssen aus. Diese sind nicht alle nutzbar, wenn man mehrere Raumfeld-Komponenten betreibt. Vielmehr kann nur auf die USB-Anschlüsse zugegriffen werden, die das als Host konfigurierte Gerät aufweist. In unserem Fall war dies etwa die Raumfeld Base, auf der auch sonst alle Musik liegt. Nutzt man aber etwa nur die Raumfeld Speaker M und konfiguriert damit diese als Host (eines der Geräte muss als Host konfiguriert werden), können die USB-Anschlüsse der Lautsprecher genutzt werden. Selbiges gilt für den Raumfeld Connector.

Teufel stellt auf diese Weise sicher, dass man, egal wie viele und welches Gerät man im Raumfeld-Netzwerk einbindet, stets einen Host hat, an dem USB-Speicher direkt angeschlossen werden können.

Netzwerk-HDDs und UPnP-Server

Sowohl Sonos als auch Teufel können auf im Netzwerk freigegebene Audioinhalte zugreifen. Handelt es sich dabei um einfache Netzwerkfestplatten, ist dies kein Problem. Praktischer ist es jedoch, einen eventuell vorhandenen NAS als UPnP-Server einzurichten. Ein solcher Server untersucht freigegebene Ordner automatisch auf neue Inhalte und teilt dies den Clienten, die auf ihn zugreifen, selbstständig mit. Bei einfachen Netzwerkfreigaben muss man die Musikressourcen manuell nach Änderungen durchsuchen lassen.

Wecker und Sleeptimer

Es mag trivial klingen, aber wer sein Haus mit Streaming-Geräten beider Hersteller vollstopft (also auch das Schlafzimmer), der wird bei Teufel etwas vermissen, das Sonos anbietet: Eine Weck- und eine Sleeptimer-Funktion. Während sich der Wecker mittels der Sonos Control oder der Sonos-Apps komfortabel einstellen lässt (inklusive automatischer Zeitstellung, unterschiedlicher konfigurierbarer Weckzeiten für definierbare Tage, der Art des Weckrufs etc.), tut auch der Sleeptimer seine Pflicht ohne Beanstandung (die Wahl mehrerer Zeiten ist möglich).

Dafür befinden sich die Geräte von Sonos allerdings auch permanent im Standby-Zustand, was angesichts des dabei entstehenden Strombedarfs auch nicht optimal ist.

Kundenhilfe bei Teufel und Sonos

Teufel bietet ein wirklich sehr umfangreiches Online-Handbuch für Raumfeld-Komponenten an, das zu beinahe jeder erdenklichen Frage eine passende Antwort bereithalten dürfte. Das ist vor allem auch deshalb erfreulich, da vermutlich nicht jeder Audio-Interessierte Hintergrundwissen zu Netzwerksystemen, Streaming und Dateiformaten mitbringt.

Sonos bietet hingegen zusätzlichen Support in einem eigenen Internetforum. Durch die persönliche Beratung können Probleme unter Umständen besser gelöst werden. Auch eine Wissensdatenbank mit häufig gestellten Fragen steht bereit.

Beide Hersteller können natürlich auch über die üblichen Support-Kanäle erreicht werden.