Linux Jukebox mit einigen Einschränkungen

Amarok 2.7 jetzt auch für Windows verfügbar

Der unter Linux und BSD seit Jahren sehr beliebte, auf Qt basierende Musikplayer Amarok ist nun in Version 2.7 auch in einer Version für die Windows-Plattform erschienen. Die Windows-Versionen von Amarok, die seit etwas über einem Jahr veröffentlicht werden, sollen unter Windows XP, Vista, Windows 7 und 8 lauffähig sein.

Amarok ist ein Player der Gattung Jukebox und übermittelt neben dem reinen Abspielen der Musik eine Menge an Informationen zur gespielten Musik. Bei Amarok sind das neben den bereits obligatorischen Album-Covern und den Songtexten, die über mehrere Plug-ins realisiert werden, die Anzeige der Wikipedia-Seite des jeweiligen Künstlers, eventuelle Gitarren-Notationen, Fotos, Discographie und weitere über KDE-Mini-Programme realisierte Anzeigen.

Amarok organisiert die Musiksammlung standardmäßig mit einer eingebetteten MySQL-Variante, kann aber bei Bedarf auch mit einem dedizierten MySQL-Server umgehen, der dann mehrere Instanzen der Software sowie den Ampache-Server verwalten kann. Lieder spielt Amarok in den Formaten Mp3, Ogg Vorbis, FLAC-, WMA-, AAC- und Real-Audio ab. Neben der Anbindung an Magnatune kann Amarok seit Version 2 eine Menge an Internet-Diensten einbinden. Dazu gehören neben Last.fm, Jamendo, Ampache, MP3tunes und Librivox.

Eine der herausragenden Eigenschaften von Amarok ist die Skriptfähigkeit. Neben den bereits vorinstallierten Skripten gibt es die kleinen Helferlein für fast jeden Bedarf zum Nachladen. Fehlt etwas, kann es über die eingebaute Scripting-Konsole selbst erstellt werden. Auch dynamische Wiedergabelisten, Podcasts, Internet-Radio sowie eine an die Google-Suche angelehnte Suchfunktion hat der Open-Source-Musikplayer zu bieten. Damit lässt sich beispielsweise nach bestimmten Worten in Liedtexten oder nur Stücke bestimmter Jahrgänge filtern. Amarok unterstützt neben verschiedenen Modellen von Apples iPod auch diverse MTP- und USB Mass Storage-Geräte. Die hier aufgezählten Eigenschaften sind nur die Spitze des Eisbergs, Amarok ist ein wahres Multitalent.

Einige Einschränkungen muss die Windows-Version aber plattformbedingt in Kauf nehmen. Unter Linux kann der Anwender auswählen, ob der das GStreamer- oder das VLC-Backend verwenden will. Unter Windows funktioniert derzeit nur das VLC-Backend. Somit stehen weder der Equalizer noch die Stimmungsanzeige „Moodbar“ zur Verfügung. Außerdem fehlt mit FFmpeg ein Tool zum Dekodieren. Auch das Nepomuk-Collection-Plug-in, mit dessen Hilfe Amarok das semantische Framework Nepomuk unter KDE nutzen kann, ist nicht vorhanden.

Die Amarok-Entwickler machen schlussendlich noch darauf aufmerksam, dass kaum jemand in ihren Reihen über eine Windows-Installation verfügt und man somit auf das Feedback der Anwender angewiesen ist. Der Windows-Installer kann von der Projekt-Webseite heruntergeladen werden.

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