Nvidia Turing: GeForce RTX 2060 mit 1.920 Shadern und 6 GB Speicher

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Nvidia Turing: GeForce RTX 2060 mit 1.920 Shadern und 6 GB Speicher

Nachdem die Gerüchte über die mobilen Varianten der Turing-Grafikchips bereits vielfältige Modelle von RTX 2080, RTX 2070 und RTX 2060 beinhalten, kommt nun auch die erste Mittelklasse-Grafikkarte auf Basis von Turing in den Desktop: Die GeForce RTX 2060.

Die Nvidia GeForce RTX 2060 soll auf dem TU106-Grafikchip basieren und damit die gleiche Basis haben wie die GeForce RTX 2070 (Test). Doch in allen Ausstattungsmerkmalen wird sie entsprechend abgespeckt: Nur noch 1.920 Shader statt 2.304 Cuda-Kernen sind aktiv. Der Speicher wird auf 6 GByte heruntergestuft, verbleibt jedoch im neuen GDDR6-Standard. Ob das Speicherinterface damit von 256-Bit auf 192-Bit schrumpft, ist noch nicht bestätigt. Ebenso unbekannt ist, wie es sich mit der Anzahl der Raytracing-Kerne verhält, von der der RTX 2070 36 zur Verfügung stehen. Darüber entscheidet am Ende auch, welche Raytracing-Leistung die Karte noch bieten kann. Um dieses Feature salonfähig zu machen, darf die Kastrierung nicht zu groß ausfallen, die Leistung mit aktiviertem Raytracing ist aktuell auf einer RTX 2070 ein noch spielbares Erlebnis.

Noch sehr viele Unbekannte

Die von VideoCardz gezeigte Gigabyte-Partnerkarte arbeitet mit einem unbekannten Chiptakt, es soll aber bereits ein OC-Modell sein. Notebook-Varianten des Grafikchips waren am heutigen Tag mit Taktraten von 960 MHz bis 975 MHz und Turbo-Stufen von bis zu 1.200 MHz ausgelesen worden. Der Speichertakt ist unbekannt, im Notebook wird der GDDR6-Speicher mit 6.000 MHz angesprochen. Die RTX 2070 darf den GDDR6-Speicher mit 7.000 MHz ansteuern, im Desktop könnte dies auch für die RTX 2060 gelten – insbesondere wenn das Speicherinterface verkleinert wird. Zu viel Bandbreite würde sonst verloren gehen.

Die nachfolgende Tabelle wird bei entsprechenden Meldungen korrigiert, ergänzt und bei Bedarf erweitert. Unterm Strich könnte die neue RTX 2060 mit der Ausstattung an die Leistung der GTX 1070 anknüpfen, daraufhin hatten auch bereits frühere Gerüchte gezielt.

GeForce RTX 2070 GeForce RTX 2060
FP32-Shader 2.304 1.920
INT32-Shader 2.304 1.920
Tensor-Kerne 288 240
Raytracing-Kerne 36 30
Textureinheiten 144 120
ROPs 64 48
Basis-Takt 1.410 MHz ?
Boost-Takt 1.620 MHz – 1.710 MHz ?
Speicherausbau 8.192 MB GDDR6 6.144 MB GDDR6
Speichertakt 7.000 MHz 7.000 MHz
Speicherinterface 256 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 448 GB/s 336 GB/s
TDP 175 Watt – 185 Watt 150 Watt (?)

Mit einem Start der GeForce RTX 2060 im Desktop ist im neuen Jahr zu rechnen. Die CES 2019 in drei Wochen ist dafür vermutlich aber nicht der Schauplatz, dort rückt Nvidia traditionell andere Themen in den Fokus und legt Produktstarts auf einen eigenständigen Termin, an dem das Produkt die Aufmerksamkeit komplett für sich hat und nicht mit anderen Herstellern wetteifern muss.

Update

Andreas Schilling, der zuletzt zur Radeon RX 590 vorab mit treffsicheren Informationen aufwarten konnte, will die bereits in Kürze bevorstehende Vorstellung der GeForce RTX 2060 bestätigen können – ebenso wie die Ausstattung mit 6 GB GDDR6. Ihm zufolge hat Nvidia damit begonnen, die Partner mit entsprechendem Werbematerial zu versorgen. Eine Präsentation zur CES 2019 in Las Vega ist laut Schilling also doch wahrscheinlich.

Nvidias CEO Huang hält am Abend des 6. Januars (Ortszeit) eine Keynote ab. Vor einem Jahr hatte Nvidia zur Messe die bis heute und entgegen der Ankündigung noch nicht marktreifen 65-Zoll-Gaming-Displays BFGD, eine neue Plattform für autonome Fahrzeuge und die Beta für den Streaming-Dienst GeForce Now angekündigt. Zuletzt wurde gemunkelt, Nvidia könnte auch Turing für Notebooks auf der Messe präsentieren.

Update

Tomshw.de kann aus eigenen Quellen zwar nicht bestätigen, dass die GeForce RTX 2060 zur CES 2019 in der zweiten Januarwoche vollumfänglich vorgestellt wird, wohl aber, dass Partner schon länger über Marketing-Materialen verfügen und die Massenproduktion anlaufe. Ferner werden erstmals neben 1.920 aktiven Shadern auch 120 TMUs und 48 ROPs genannt. 240 Tensor- und 30 RT-Kerne sollen darüber hinaus aktiv bleiben. Shader, TMUs, Tensor- und RT-Kerne würden gegenüber dem TU106-GPU auf der GeForce RTX 2070 (Test) damit um jeweils 17 Prozent zurückgehen, bei den ROPs gäbe es analog zum Wechsel von 256 auf 192 Bit beim Speicherinterface einen Einschnitt von 25 Prozent. Die oben aufgeführte Tabelle wurde entsprechend ergänzt.

Zum Start sollen die ersten verfügbaren Modelle auf das von der GeForce RTX 2070 bekannte 10-Layer-PCB von Nvidia (PG160) setzen, für Februar würden Partner allerdings günstigere 6-Layer-Layout planen.

Auch einen Preis will Tomshw.de bereits aus Herstellerkreisen erfahren haben, wobei sich der noch bis zur Präsentation ändern kann. Vor Steuern seien aktuell allerdings 349 US-Dollar im Gespräch. Die GeForce RTX 2070 startet bei 499 US-Dollar, die Founders Edition kostet 599 US-Dollar. Die günstigen Partnerkarten der GeForce GTX 1060 werden zur UVP von 199 US-Dollar verkauft.