Radeon RX 6900 XT im Test: Preis-Leistungs-Verhältnis und Fazit

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Update Wolfgang Andermahr
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Preis-Performance-Verhältnis

AMD nennt für das Referenzdesign der Radeon RX 6900 XT eine unverbindliche Preisempfehlung von 999 Euro. Seit heute um 15 Uhr soll es die Grafikkarte im Handel geben, Custom-Designs sollen in Kürze folgen. Sie dürften schon in der Preisliste teurer ausfallen.

Modell UVP zum Marktstart Marktstart
GeForce RTX 3090 FE 1.499 Euro 24. September 2020
GeForce RTX 2080 Ti 1.259 Euro 19. September 2018
Radeon RX 6900 XT 999 Euro 8. Dezember 2020
GeForce RTX 2080 FE 849 Euro 19. September 2018
GeForce RTX 2080 Super FE 739 Euro 23. Juli 2019
Radeon VII 729 Euro 07. Februar 2019
GeForce RTX 3080 FE 699 Euro 17. September 2020
Radeon RX 6800 XT 649 Euro 18. November 2020
GeForce RTX 2070 FE 629 Euro 16. Oktober 2018
Radeon RX 6800 579 Euro 18. November 2020
GeForce RTX 2070 Super FE 529 Euro 2. Juli 2019
GeForce RTX 3070 FE 499 Euro 27. Oktober 2020
Radeon RX Vega 64 499 Euro 14. August 2017
Radeon RX 5700 XT 419 Euro 7. Juli 2019
GeForce RTX 3060 Ti FE 399 Euro 2. Dezember 2020
GeForce RTX 2060 Super 419 Euro 2. Juli 2019
GeForce RTX 2060 369 Euro 7. Januar 2019
Radeon RX 5700 369 Euro 7. Juli 2019

Zurzeit spielen UVPs – mit Ausnahme der Founders Editions bei Nvidia – allerdings keine Rolle und davon wird die Radeon RX 6900 XT abseits von AMD.com ebenfalls keine Ausnahme machen. Es werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von der Radeon RX 6900 XT im Referenzdesign nur sehr wenige Modelle zum Start um 15:00 Uhr im Handel verfügbar sein, von der Radeon RX 6800 (XT) waren nach der ersten Runde gar keine Ware mehr im Handel zu sehen. Erst ab Ende Januar könnte sich daran etwas ändern.

Nvidia konnte zuletzt immer häufiger GeForce-RTX-3000-Grafikkarten ausliefern, wenn auch als Custom-Design häufig zu vergleichsweise hohen Preisen. Bei AMD steht eine erste Verbesserung der desolaten Liefersituation noch aus.

Fazit

Bereits die Radeon RX 6800 XT zeigte im Test eine starke Leistung und die Radeon RX 6900 XT setzt noch einen drauf: Aus acht zusätzlichen respektive 11 Prozent mehr Compute-Units schöpft die Grafikkarte im Standardparcours in UHD 9 Prozent mehr FPS. Das ist für sich betrachtet beachtlich, hebt die Grafikkarte aber nicht auf ein völlig neues Leistungsniveau. Den Aufpreis von offiziell 350 Euro gegenüber der Radeon RX 6800 XT (Test) rechtfertigt das allein nicht.

Schneller als eine GeForce RTX 3090? Kommt ganz drauf an.

Und wie sieht es im direkten Leistungsvergleich zwischen Radeon RX 6900 XT und GeForce RTX 3090 aus? Im Standardparcours der Redaktion in UHD schlägt die Radeon RX 6900 XT im Gegensatz zur Radeon RX 6800 XT jetzt die GeForce RTX 3080, muss sich schlussendlich aber der GeForce RTX 3090 um 7 Prozent geschlagen geben. In WQHD und FHD ändert sich daran nichts. Anders sieht es im Zusatzparcours mit sieben neuen Spielen der letzten Monate aus, hier liegen Radeon RX 6900 XT und GeForce RTX 3090 in UHD gleichauf.

Eindeutiger fällt das Urteil aus, wenn Hardware-Raytracing zum Einsatz kommt: Zwar hängt es sehr von der Implementierung der „Next-Gen-Technologie“ ab, wie gut die Radeon abschneidet, Nvidia liegt aber immer vorne – mal sehr, mal wesentlich weniger deutlich.

AMDs Radeon RX 6900 XT im Vergleich zur Asus ROG GeForce RTX 3090 Strix OC
AMDs Radeon RX 6900 XT im Vergleich zur Asus ROG GeForce RTX 3090 Strix OC

Wie das Duell in Zukunft ausgeht? Darüber lässt sich heute noch keine Aussage treffen. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter dem DLSS-Konkurrenten „FidelityFX Super Resolution“, der sich noch in der Entwicklung befindet und dann erst einmal beweisen muss, aus dem Stand eine Alternative zu Nvidias Lösung zu sein. Raytracing in Verbindung mit DLSS ist derzeit ein Alleinstellungsmerkmal für GeForce RTX. Und auch im professionellen Umfeld ist Nvidia nicht nur mit dem 24-GB-Topmodell stärker aufgestellt (CUDA).

Mit 16 GB, hoher Effizienz und gutem Kühlsystem

Neben der Rasterizer-Geschwindigkeit stehen auch bei der Radeon RX 6900 XT der 16 GB große und damit in Spielen zukunftssichere Speicher sowie die Energieeffizienz auf der Habenseite. Mit 300 Watt liegt der Verbrauch zwar absolut gesehen hoch, das endlich auch bei AMD überzeugende Kühlsystem und die hohe Effizienz machen allerdings abermals eine bis dato so nicht bekannte Kombination aus Leistung und Lautstärke möglich. Wer einen leisen PC haben möchte, wird sich allerdings bei Custom-Designs umsehen müssen, alternativ senkt er den Verbrauch im Treiber um 10 Prozent ab und nimmt 3 Prozent weniger FPS dafür in Kauf.

AMDs erstes RDNA-2-Aufgebot: RX 6900 XT, RX 6800 XT und RX 6800
AMDs erstes RDNA-2-Aufgebot: RX 6900 XT, RX 6800 XT und RX 6800

Radeon RX 6900 XT alias Radeon RX 6800 XTX

Wer nicht aus Prinzip auf das schnellste rote Modell setzen will, der sollte AMDs Flaggschiff also eher nicht in Betracht ziehen. Das lässt sich auch deshalb so einfach sagen, weil es neben mehr Rohleistung keinen anderen Unterschied zur Radeon RX 6800 XT gibt, denn bei AMD bieten – generell sehr positiv – alle drei ersten Radeon RX 6000 bereits 16 GB Speicher. Die Bezeichnung Radeon RX 6800 XTX, zuletzt im Jahr 2006 von der ATi Radeon X1950 XTX (Test) genutzt, hätte der RX 6900 XT so am Ende aber auch gut gestanden.

Auch bei Nvidia gibt es mit der GeForce RTX 3090 nur rund 10 Prozent mehr FPS in Ultra HD als mit der GeForce RTX 3080, mit den 24 zu 10 GB hebt sich die 90er aber noch an anderer Stelle von der 80er ab. Für Spieler rechtfertigt das den Aufpreis von 800 Euro allerdings in der Regel ebenfalls nicht und die 500 Euro Aufpreis im Vergleich zur Radeon RX 6900 XT sind ebenfalls noch deutlich. Aber die Grafikkarte bietet mit 24 GB ein Alleinstellungsmerkmal auch abseits der GPU.

Vernünftiger ist (jeweils zum UVP) der Griff zur Radeon RX 6800 XT, falls mehr Speicher höher priorisiert wird als Raytracing/DLSS, andernfalls ist die GeForce RTX 3080 die beste, wenn auch mit 10 GB ebenfalls nicht die technisch optimale Option. Aber: Sofern es Ware gibt, haben Spieler wieder eine Wahl.

Wie geht es weiter?

Mit der heutigen Markteinführung der Radeon RX 6900 XT im Referenzdesign hat der schon als irrwitzig zu bezeichnende GPU-Jahresendspurt 2020 sein Ende gefunden. Oder vielleicht doch nicht? Eventuell schaffen es vor dem Fest ja sogar noch die ersten Custom-Designs in den Handel oder zumindest in die Redaktion.

Darüber hinaus dauert es vermutlich nicht mehr so lange, bis AMD die Radeon-RX-6700-Serie enthüllt. Hier steht derzeit ein Termin im ersten Quartal 2021 im Raum, möglicherweise auch schon im Januar. Und wie es aussieht, steht Nvidia ebenfalls nicht still. Überlegungen, das Ampere-Portfolio umzubauen, geistern ja auch nicht erst seit ein paar Tagen durch das Netz.

(angenommener) Termin offiziell bestätigt
Tests GeForce RTX 3080 FE 16. September 2020
Tests GeForce RTX 3080 (Custom-Designs) (CD) 17. September 2020
Verkauf GeForce RTX 3080 FE & CD 17. September 2020
Tests GeForce RTX 3090 FE & CD 24. September 2020
Verkauf GeForce RTX 3090 FE & CD 24. September 2020
Tests GeForce RTX 3070 FE 27. Oktober 2020
Vorstellung AMD Radeon RX 6000 28. Oktober 2020
Tests GeForce RTX 3070 CD 29. Oktober 2020
Verkauf GeForce RTX 3070 FE & CD 29. Oktober 2020
Tests und Verkauf Radeon RX 6800 Referenz 18. November 2020
Tests und Verkauf Radeon RX 6800 XT Referenz 18. November 2020
Tests und Verkauf Radeon RX 6800 CD 25. November 2020
Tests Nvidia GeForce RTX 3060 Ti FE & CD 1. Dezember 2020
Verkauf Nvidia GeForce RTX 3060 Ti FE & CD 2. Dezember 15:00 Uhr
Tests und Verkauf Radeon RX 6900 XT Referenz Heute
Tests und Verkauf Radeon RX 6900 XT CD Dezember 2020? Nein
Tests und Verkauf Radeon RX 6700 Serie Januar 2020? Nein

ComputerBase hat die Radeon RX 6900 XT von AMD zum Testen erhalten. Die Grafikkarten wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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