Stray im Test: Streunenden Katzen unters Fell geschaut

Wolfgang Andermahr (+1)
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Stray im Test: Streunenden Katzen unters Fell geschaut

In Stray spielt der Spieler eine Katze. Klingt ungewöhnlich und ist es auch. Aber das Konzept geht auf und auch die Technik passt, wie der Test mit Benchmarks zeigt. Neben der reinen Leistung spielen auch die Grafikoptionen und DirectX 12 eine Rolle.

Ein echter (Überraschungs-)Hit

Stray erschien wie aus dem Nichts. Trotzdem erweckte das Spiel kurz vor und zum Release eine riesige Aufmerksamkeit und erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht nur satte 56.000 Bewertungen gibt es für den Indie-Titel auf Steam, zudem lautet das Gesamt-Rating „Äußerst positiv“ – und besser geht es nicht. Mit hauptverantwortlich dafür ist sicherlich, dass man keinen Menschen oder sonstigen Helden spielt, sondern eine Katze. Und die Vierbeiner gehen bekanntlicherweise immer. Hilfreich ist auch, dass das Szenario schlicht gut umgesetzt wird.

Als Engine hat sich das kleine Entwicklerstudio BlueTwelve Studio für die Unreal Engine 4 entschieden und auch wenn man der Optik oft ansieht, dass das Budget gering gewesen ist, wirkt die Grafik absolut stimmig. Von den vielen, unterschiedlichen Umgebungen über eine absolut stimmige Beleuchtung bis hin zu den zahlreichen Physik-Spielereien und den passenden Animationen: Die Grafik kann durchweg überzeugen, obwohl Texturen, Detaildichte und noch so einiges mehr weit von einem AAA-Niveau entfernt sind. Das stört in Stray einfach nicht.

Mit DirectX 12 sowie Raytracing – über die Konsole

Bei den offiziellen Systemanforderungen stiftet Stray Verwirrung. DirectX 12 wird als Mindestanforderung genannt, eine andere API steht dort nicht. Trotzdem läuft das Katzenspiel erst einmal ausschließlich mit DirectX 11, von DirectX 12 ist im Spiel keine Spur zu finden. Wie in allen aktuellen Titeln mit der Unreal Engine 4 lässt sich die Low-Level-API jedoch per Konsolenbefehl erzwingen.

Und dann lässt sich schnell feststellen, dass die Umsetzung von DirectX 12 offenbar einfach noch nicht fertig ist, denn sowohl die AVG-FPS als auch die Frametimes fallen mit DirectX 11 vor allem mit einer Radeon besser aus. Die Systemanforderungen wurden offensichtlich etwas verfrüht bekannt gegeben und der ursprüngliche Plan hat dann nicht funktioniert.

Wer DirectX 12 erzwingt, wird zudem feststellen, dass die Entwickler offenbar auch an Raytracing gearbeitet haben, denn standardmäßig werden dann Schatten, Umgebungsverdeckung und Reflexionen mittels der Strahlen berechnet. Die Performance sackt dabei unabhängig von der Grafikkarte massiv ab. Die Effekte lassen sich in der Konfigurationsdatei abschalten.

DLSS und FSR bleiben außen vor

Stray verzichtet auch auf moderne Upsampling-Techniken, weder AMDs FSR 1.0 und FSR 2.0 noch Nvidias DLSS werden unterstützt. Allerdings bietet das Spiel ein recht feines Reduzieren der Renderauflösung an, um die Leistung zu verbessern.

Das Grafikmenü bietet kaum mehr als das Nötigste

Das Grafikmenü von Stray ist auf dem PC einfach gehalten. Grafik-Presets gibt es gar keine und auch die Anzahl der Grafikoptionen ist auf ein Minimum beschränkt. Dafür ist aber ein FPS-Limiter vorhanden, auch wenn er nur die Stufen 30 FPS und 60 FPS zulässt. Mit am besten gefallen hat die Möglichkeit, die Renderauflösung in 10-Prozent-Schritten zwischen 50 und 200 Prozent zu konfigurieren.

Die VRAM-Anzeige scheint wiederum nur das anzuzeigen, was das Spiel benötigt, und entspricht nicht der aktuellen Speicherbelegung der Grafikkarte – daher kann der angezeigte Wert ziemlich verwirrend sein. Beispiel-Screenshots und eine Beschreibung der einzelnen Optionen sucht man ebenfalls vergeblich.

Die einzelnen Grafik-Optionen im Detail

Stray hat keine Grafikoptionen, stattdessen können die einzelnen Aspekte Effektqualität, Schattenqualität, Texturqualität und Gitterqualität auf die Stufen „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ gesetzt werden.

Die optischen Unterschiede zwischen „Hoch“ und „Mittel“ halten sich in Grenzen, sind aber zu sehen. So neigen bei „Mittel“ mehrere Objekte zum Glänzen, was bei „Hoch“ mit einem besseren Schattenwurf so nicht mehr der Fall ist. Große Unterschiede gibt es mit niedrigen Grafikdetails, denn dann fehlen zahlreiche Reflexionen, die der Cyberpunk-Welt viel Atmosphäre kosten können. Darüber hinaus nehmen Texturschärfe, Sichtweite und Detailgrad ab.

Der FPS-Schub ist ordentlich

Die mittleren Grafikdetails beschleunigen Stray spürbar. Die Radeon RX 6800 XT legt in Ultra HD damit um 39 Prozent an Geschwindigkeit zu, bei der GeForce RTX 3080 sind es 35 Prozent. Die niedrigen Grafikdetails bringen dann aber nur noch einen kleinen Schub. Die AMD- und die Nvidia-Grafikkarte laufen um weitere 9 Prozent zügiger, sodass die Performance insgesamt auf beiden 3D-Beschleunigern um rund 50 Prozent erhöht werden kann.

Grafik-Presets im Vergleich – 3.840 × 2.160
  • AMD Radeon RX 6800 XT:
    • Grafikdetails Niedrig
      107,5
    • Grafikdetails Mittel
      98,2
    • Grafikdetails Hoch
      70,6
  • Nvidia GeForce RTX 3080:
    • Grafikdetails Niedrig
      129,8
    • Grafikdetails Mittel
      119,6
    • Grafikdetails Hoch
      88,7
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)