Fundstück: Microsoft Z1000 SSD in Bildern und Benchmarks

Michael Günsch
12 Kommentare
Fundstück: Microsoft Z1000 SSD in Bildern und Benchmarks
Bild: @yuuki_ans

X-User @yuuki_ans zeigt Bilder und Benchmarks einer SSD von Microsoft. Die mutmaßlich für Rechenzentren bestimmte NVMe-SSD im 11 cm langen M.2-Format nennt sich Microsoft Z1000 und nutzt noch PCIe 3.0. Nach heutigen Maßstäben beeindrucken die Benchmarks der SSD aus dem Jahr 2020 nicht.

Das Microsoft auch selbst SSDs herstellt beziehungsweise unter eigenem Namen produzieren lässt, ist hier die interessanteste, da wenig bekannte Information. Bei der gezeigten Z1000 handelt es sich um ein Engineering Sample aus dem Jahr 2020. Dass auf dessen Basis SSDs in den Rechenzentren von Microsoft im Einsatz sind, ist möglich, solche Informationen werden aber in der Regel nicht groß öffentlich gemacht. Auch andere Betreiber großer Rechenzentren besitzen eigene SSD-Designs.

Der Formfaktor M.2 22110 mit 11 cm Platinenlänge ist schon ein Indiz dafür, dass es sich um ein Server-Produkt handelt. In PCs ist hingegen der 8 cm lange Formfaktor M.2 2280 üblich. Bei Gaming-Handhelds wird auch das 3 cm kurze Format M.2 2230 genutzt.

Microsoft Z1000 SSD (Engineering Sample) (Bild: @yuuki_ans)

Das PCB ist beidseitig mit jeweils zwei, insgesamt also vier NAND-Paketen von Toshiba Memory (heute Kioxia) bestückt. Die Kennung führt zur vierten Generation 3D-NAND (BiCS4) des Herstellers. Es soll sich um „eTLC“ NAND handeln, also Speicherchips für den Enterprise-Sektor. Rund 1 TB Speicherkapazität ist vorhanden, von der aber nur rund 960 GB nutzbar sind, der Rest ist Reserve.

Controller von CNEXLabs

Der Controller (CNX-2670AA-0821) stammt von CNEXLabs. Im Jahr 2018 war das Unternehmen noch ein Startup aus Kalifornien, das 23 Millionen US-Dollar zur Schaffung einer SSD-Controller-Architektur gesammelt hatte. Zu den Investoren zählten neben Microsoft unter anderem auch Dell, Micron, Samsung und Seagate.

Screenshots vom Tool CrystalDiskInfo belegen, dass der Controller mit PCIe 3.0 x4 und NVMe 1.2 arbeitet. Moderne SSDs nutzen PCIe 4.0 oder PCIe 5.0 sowie NVMe 2.0. Ein DDR4-Cache-Baustein von Micron mit 1 GB ist ebenfalls zu sehen.

Benchmarks

Die für Außenstehende mysteriös anmutende SSD von Microsoft schneidet in Benchmarks im Vergleich zu heutigen SSDs mit schnellerer Schnittstelle nicht besonders gut ab. Bei sequenziellen Daten werden lesend rund 2.000 MB/s und schreibend etwas mehr als 900 MB/s erreicht. Die rund 40 MB/s beim wahlfreien Lesen (Q1) sind ebenfalls nicht mehr zeitgemäß, hängen aber auch viel von der CPU-Leistung ab.