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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streik im öffentlichen Dienst


hunny
16.12.2002, 17:42
Was haltet Ihr davon?Sind die Forderungen der verdi ok oder überzogen?Ich denke das das in Ordnung ist!
grüße hunny

Das Kriterium
16.12.2002, 17:49
Ist auf jeden Fall in Ordnung. :D Ich arbeite ja schließlich im öffentlichen Dienst (ÖPNV) für 'nen Hungerlohn (ca. 520 Euro). :rolleyes Was solls, ab 9:30 Uhr fahren die Busse ins Depot und wir latschen durch Düsseldorf. ;) Dann noch 'ne kleine Kundgebung, und der Spuck ist vorbei.

hunny
16.12.2002, 17:54
Ich arbeite auch im öffendlichen Dienst,wollte mich hier aber nicht gleich outen ;) Ich denke wir sind einfach mal dran mit mehr Kohle!

Niyu
16.12.2002, 18:18
Das Problem ist, das nicht nur die kleinen ihre mageren paar % mehr € bekommen..sondern diese dicken Fische im öffentlichen Dienst... keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen.

Booster88
16.12.2002, 18:28
Hi - ich werd mich hier auch mal outen! Ich bin auch im öffentlichen Dienst beschäftigt.
(kein Beamter!!!!!)
Die Forderung von deutlich mehr als 3% is net mehr als gerecht!! Alle anderen Gewerkschaften haben ihren neuen Tarifvertrag teilweise schon über ein halbes Jahr unter Dach und Fach, und zwar mit mehr als 3%!!
Ich denke uns Arbeitnehmern im ö.Dienst steht auch das zu, was alle anderen schon haben!!! Und wenns sein muß erstreiken wir uns es eben!

Greets
Booster88

hunny
16.12.2002, 19:11
Ich bin auch kein Beamter:cool
Ich denke uns Arbeitnehmern im ö.Dienst steht auch das zu, was alle anderen schon haben!!! Das sehe ich 100%;) genauso!

brenner-treff
16.12.2002, 19:33
naja, man darf aber die ortszuschläge nicht vergessen, die machen auch schon einiges aus...

wegen dem streik durfte ich heute um 5 uhr losfahren :((

n0com
16.12.2002, 19:37
Original erstellt von Niyu
Das Problem ist, das nicht nur die kleinen ihre mageren paar % mehr € bekommen..sondern diese dicken Fische im öffentlichen Dienst... keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen.

Nur eine kurze Anmerkung, das Brutto der von Dir genannten dicken Fische die keine Rentenbeiträge zahlen zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, ist erheblich niedriger als, das eines vergleichbaren in der sog. freien Wirtschaft.

Noch eine Anmerkung, es geht hier um Angestellte und Arbeiter, die zahlen alle in die Rentenkassen ein und bekommen daher keine Pension.

Ach ja .. diese dicken Fische im öffentlichen Dienst die keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, arbeiten in vielen Buindesländern 40 Stunden die Woche, während die Arbeiter und Angestellten 38,5 Stunden arbeiten.

Diese dicken Fische im öffentlichen Dienst die keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, und die nicht so gut verdienenden Beamten werden dieses Jahr wohl eine Nullrunde bekommen, das Urlaubsgeld wird ihnen gestrichen und das Weihnachstgeld auf die Hälfte reduziert, aber das geschieht ihnen ganz recht, nicht wahr?

Booster88
16.12.2002, 19:40
Zu deiner Information - Antiprofi:
Arbeiter und Arbeiterinnen im öffentl. Dienst bekommen keinen Ortszuschlag!!!
Das kriegen nur die Sesselpupser!! Ist schon ein Unterschied zwischen BMTG und BAT!!!

Greetz
Booster88

brenner-treff
16.12.2002, 20:01
ja ich meinte auch die büro-leute...

Daria
16.12.2002, 20:05
Hmm ich könnte jetzt mein Lamento hier wiederholen aber ich dazu bin ich jetzt zu schreibfaul. Ich sag einfach mal nur wenn der deutsche Staat pleite geht und das Sozialsystem winke-winke macht dann helfen die 3% Lohn auch nicht mehr weiter...

PS: Die Gewerkschaften werden sich in 10 Jahren als maßgebliche Mittäter beim wirtschaftlichen Zusammenbruch dieses Landes erweisen

Joshua
16.12.2002, 20:16
Da kann ich Daria nur zustimmen, zumal man ja auch eins nicht ausser Acht lassen sollte: der Bundesinnenminister hat für den Fall eines hohen Abschlusses ja schon Entlassungen angekündigt, da sollte man sich schon fragen, was einem bei der aktuellen Kassenlage und dem aktuellen Arbeitsmarkt lieber ist - ein sicherer Job oder mehr Geld, dafür aber das Risiko entlassen zu werden.

Booster88
16.12.2002, 20:30
@Daria


QUOTE]Original erstellt von Daria
Um 5 Uhr aufstehen ? Ne danke. Die 92 € / Tag bekomme ich auch wenn ich mich 8 Stunden in meinem warmen Bürostuhl rumlümmel. [/QUOTE]


So Daria ich würde dir raten dich von Dingen rauszuhalten von welchen du offensichtlich wirklich wenig, bzw keine Ahnung hast!!
Jungchen, wenn du erst mal für ehrliche Arbeit ne Familie und 2 Kinder ernähren mußt, darfst du da mal mitreden!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ansonsten laß dich mal weiter von deinem sicher gut verdienenden Daddy weitersponsern!!!
Vieleicht kappierst du mal in 10 Jahren oder so, dass man sich von weisen Sprüchen und nachgeplapperten Uniweisheiten nicht ernähren kann!
Ist vielleicht ein bisschen hart für dich - aber das lehrte mich das Leben!!!

Greets
Booster88 (ehrenamtlicher Funktionär Gerwerkschaft Ver.Di)

Daria
16.12.2002, 20:48
Dum di dum...immer locker bleiben. Wüste Beleidungen können sehr peinlich werden wenn sich herausstellt das sie unberechtigt sind...

Ich hatte das durchaus schonmal erwähnt hier, aber ich reite auch nicht drauf rum. Wenn ich meine Meinung zu solchen Themen abgebe dann kommt das nicht von ungefähr oder "nachgeplapperten Unweisheiten". Ich studiere momentan, und das recht erfolgreich, noch Internationales Management und Economics und das was die Gewerkschaften mitunter an Verzerrungen im Arbeitsmarkt verursachen lassen einem die Haare zu berge stehen.

Einige Äußerungen von hochrangigen Gewerkschaftsfunktionären könnte man glatt in das große Buch der Witze für Economists aufnehmen, denn das was da an ökonomischen Unsinn verzapft wird ist bald nicht mehr feierlich.

Ach ja, die Kelle mit "das ist doch alles nur Buchwissen und sooo praxisfern" könnt ihr gleich steckenlassen; ich arbeite nebenher in der Exekutiv-Abteilung einer weltweiten Holding-Gesellschaft und habe mir durchaus mal reale Zahlen zum Einfluss von Lohnnebenkosten bzw. Lohnsteigerungen auf die Profit-Marge zu Gemüte führen können für verschiedene Länder.

Die Gewerkschaften sollten mal ihre Scheuklappen ablegen und ein Buch über grundlegendes VWL lesen dann würden sie vielleicht auch kapieren was sie mit ihrer engstirnigen und rücksichtslosen Haltung ausrichten. Denn wenn sie den Kurs so wie bisher weiterfahren dann machts irgendwann Bumm und wir haben eine Maggie Thatcher in Deutschland, und dann ist für die Gewerkschaften eh erstmal der Ofen aus.

PS: Booster, für ne Familie mit 2 Kindern würde das Geld jetzt schon reichen - ist vielleicht nen bischen hart für dich, aber so ist das Leben.

Stonecracker20
16.12.2002, 20:50
ich arbeite momentan auch im öffentlichen Dienst (azubi :D )......und ich muss sagen die 3% tun dem Staat mehr weh als es uns bringt.......ich habs bei mir mal ausgerechnet.......da wären dann Brutto 18€!!! Und das ist nich viel wenn jetzt einer 10mal mehr als ich verdient, dass wären dann 5000€ Brutto, würde dieser 180€ Brutto mehr im Monat bekommen.....ist das wirklich rentabel? Der Staat schwächelt sowieso wieso soll man ihm mit sowas dann noch in den Rücken fallen?! Und ich denke jeder von uns kann noch gut 1-2 Jahre auf die Lohnerhöhung warten (vorausgesetzt die Preise steigen nicht arg viel weiter). Also bitte nicht kloppen falls ich etwas nicht beachtet habe aber so sehe ich das :cool

greetz stone

Daria
16.12.2002, 20:56
[QUOTE]Original erstellt von Stonecracker20
(vorausgesetzt die Preise steigen nicht arg viel weiter). QUOTE]

Bei ner momentan drohenden Deflation brauchste dir darum garantiert keine Sorgen zu machen...(Wenn wir wirklich ne Deflation bekommen würdest du dir wünschen das wir 3% inflation oder mehr hätten)

Niyu
16.12.2002, 21:07
Original erstellt von n0com
Nur eine kurze Anmerkung, das Brutto der von Dir genannten dicken Fische die keine Rentenbeiträge zahlen zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, ist erheblich niedriger als, das eines vergleichbaren in der sog. freien Wirtschaft.

Hab ich das irgendwo bestritten?

Original erstellt von n0com Noch eine Anmerkung, es geht hier um Angestellte und Arbeiter, die zahlen alle in die Rentenkassen ein und bekommen daher keine Pension..

Nein, es geht nicht nur um Angestelle und Arbeiter sondern der gemeine Beamte auch Faulpelz-Deluxe genannt wird dadurch kassieren.

Original erstellt von n0com Ach ja .. diese dicken Fische im öffentlichen Dienst die keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, arbeiten in vielen Buindesländern 40 Stunden die Woche, während die Arbeiter und Angestellten 38,5 Stunden arbeiten...

Frag mich wen du meinst... ich kenne nur diese Beamten die von 8-10 Uhr Arbeiten und dann noch ein wenig Papierkram abarbeiten. Warst du eigentlich schonmal im Arbeitsamt im Rathaus oder einer der vielen behörden? Hast du schonmal versucht die Anzurufen? ich hatte mal nen Praktikum bei sowas... durfte um 9 antanzen.. dann gabs auch schon Frühstück um 10... um 12 gabs Mittag und um 16 Uhr war feierabend. Effektive Arbeitszeit 5 1/2 Stunden.


Original erstellt von n0com Diese dicken Fische im öffentlichen Dienst die keine Rentenbeiträge zahlen später dick pension bekommen und eh nur 6 stunden am tag arbeiten aber rumheulen, und die nicht so gut verdienenden Beamten werden dieses Jahr wohl eine Nullrunde bekommen, das Urlaubsgeld wird ihnen gestrichen und das Weihnachstgeld auf die Hälfte reduziert, aber das geschieht ihnen ganz recht, nicht wahr?

Kommt drauf an.. im Heulen sind sie alle ganz groß. Aber da du ja lesen kannst, bezog ich mich ausschließlich auf die "dicken" Fische im Teich. Also wem erzählst du das?

Mal ganz abgesehen davon, das ich vor 2 jahren noch kein Deutscher Staatsbürger war, fällt mir nur ein, das "ihr" Deutschen nur am rumheulen seid. Statt das ihr mal zufrieden seid mit dem was ihr bekommt... nein. Ich behaupte einfach mal, das manch einer mehr bekommt, als er wirklich verdient. Die Menschen haben neuerdings diese Einstellung, nix arbeiten zu wollen, und dann auch noch geld dafür zu kassieren. Leute die auf den Bau gehen sind rar gesät...sie holen sich billige Arbeitskräfte aus dem Ausland, weil die für diesen Knochenjob auch 500€ noch akzeptieren und trotzdem leben können...aber ihr sitzt auf eurem Stuhl im warmen und habt 3 Zettel zu bewegen und motzt schon.

Sorry das ich es so überzogen ausdrücke.. aber manchmal denke ich schon, das man die Löhne anders strukturieren sollte..und viele Jobs einfach unter- oder überbezahlt sind.

Booster88
16.12.2002, 21:10
Hab keine Lust mehr HIER (in diesem Thread) weiterzudiskutieren!!
@Daria - wollte dich nicht beleidigen - aber hier gehts um meine Kohle!!
Vielleicht können wir ja einen neuen Thread aufmachen, und uns weiterfetzen!!!

Alle die es wissen wollen:
http://www.verdi.de/hintergrund/wirtschaftspolitik/argumente/tarifbewegung2002.pdf


Ach ja das Wichtigste bei dem Link is (fast) ganz zum Schluß! -lol-

Greets
Booster88

n0com
16.12.2002, 21:41
Original erstellt von Niyu Nein, es geht nicht nur um Angestelle und Arbeiter sondern der gemeine Beamte auch Faulpelz-Deluxe genannt wird dadurch kassieren.
Wenn man keine Ahnunng hat, einfach mal Fresse halten - Beamten bekommen nichts durch Tarifverhandlungen, ihre Bezahlung wird einheitlich (noch, demnächst Öffnungsklausel) per Bundesgesetz geregelt - es gibt keine Tarifverträge für Beamte. Du solltest Dich was Tarifverträge, Gewerkschaften, etc. angeht mal von dem dysfunktionalen Faktor in spe hier im Forum .. ups ich meinte natürlich dispositiven Faktor .. aufklären lassen

Frag mich wen du meinst... ich kenne nur diese Beamten die von 8-10 Uhr Arbeiten und dann noch ein wenig Papierkram abarbeiten. Warst du eigentlich schonmal im Arbeitsamt im Rathaus oder einer der vielen behörden? Hast du schonmal versucht die Anzurufen? ich hatte mal nen Praktikum bei sowas... durfte um 9 antanzen.. dann gabs auch schon Frühstück um 10... um 12 gabs Mittag und um 16 Uhr war feierabend. Effektive Arbeitszeit 5 1/2 Stunden.
Ich arbeite in eine solchen Behörde, mit einer Zahl von ca. 1100 Beschäftigten, und dort im Bereich der EDV. Ich kenne in meinem Haus (ca. 400 Beschäftigte) ca. 2-3 auf die diese Beschreibung passt. Einmal Botendienst, einmal Sachbearbeiter und einmal dysfunktionaler Faktor, sprich Leitungsebene. Was Deine Einschätzung der Menschen im öffentlichen Dienst angeht, solltest Du Dich mit einem der Mods hier zusammen tun, denn der hat, was Beamtenrecht, etc. genauso wenig Ahnung wie Du.

Mal ganz abgesehen davon, das ich vor 2 jahren noch kein Deutscher Staatsbürger war, fällt mir nur ein, das "ihr" Deutschen nur am rumheulen seid. Statt das ihr mal zufrieden seid mit dem was ihr bekommt... nein. Ich behaupte einfach mal, das manch einer mehr bekommt, als er wirklich verdient.
Wenn hier nur soviel geheult wird, warum bitte hast Du Dich einbürgern lassen? Egal .. interessiert mich nicht wirklich.
Die Menschen haben neuerdings diese Einstellung, nix arbeiten zu wollen, und dann auch noch geld dafür zu kassieren. Leute die auf den Bau gehen sind rar gesät...sie holen sich billige Arbeitskräfte aus dem Ausland, weil die für diesen Knochenjob auch 500€ noch akzeptieren und trotzdem leben können...aber ihr sitzt auf eurem Stuhl im warmen und habt 3 Zettel zu bewegen und motzt schon.
Das nenn man Minimal-Prinzip, maximalen Ertrag mit minimalem Aufwand - das ist nur Menschlich. BTW: Hat die ausländische Arbeitskraft, in der Regel niedrigere Lebenshaltungskosten als ein Arbeiter in Deutschland. Zu den drei Zettel, kann ich Dich nur wieder an einen Mod verweisen.

Sorry das ich es so überzogen ausdrücke.. aber manchmal denke ich schon, das man die Löhne anders strukturieren sollte..und viele Jobs einfach unter- oder überbezahlt sind.
Wieso überzogen, fang bei Dir selbst an und sag Deinem Arbeitgeber, ich verzichte am morgen auf 10% meines Geld oder verzichte vertraglich die nächsten 10 Jahre auf eine Erhöhung Deines Einkommens.

@booster88: Danke für den Link ..

brenner-treff
16.12.2002, 21:43
denke auch, dass die vom "beamten-thron" runterkommen müssen und sich dem markt stellen müssen, ohne den denkmantel des staates überzuziehen!

Aixem
16.12.2002, 21:55
Ich bin auch im öffentlichen Dienst tätig.
Auszubildener halt, jedoch muss ich sagen das es bei uns keine Sesselfurzer oder sowas in der Richtung gibt.
Bei uns werden/müssen sogar Überstunden geschoben werden damit alles Termin erledigt werden können.
Meiner Ansicht nach sind die 3% das Minimum , Ich kann natürlich nur von dem Berichten was ich selbst bei uns gesehen/erlebt habe.
Sicherlich gibt es überall Schwarze Schafe die andere für sich arbeiten lassen, aber wo gibt es das den bitte nicht ???
Gott sei dank kann ich nur sagen das bei uns ca 99% Kompetente Leute sitzen, und nicht solche "Blender" wie man sie von anderen Betrieben kennt.
Jeder der nicht im Öffentlichen Dienst arbeitet sollte besser etwas objektivier an die Sache rangehen und nicht einfach draufloslabern ( Siehe Signatur ).

Ausserdem stimmt das Bild das in Deutschland vom faulen, gelangweilten Beamter schon lange nicht mehr mit der Realität überein.

Jacek_K
16.12.2002, 21:58
ich finds gut auch wenn ich nicht im öffentlichen dienst.
in diesem kagg unterbezahlten land müssten eigentlich alle gewerkschaften und alle berufstätige streiken. nach dem kagg euro verarsche finde ich 3% fast schon ne beleidigung.

hunny
16.12.2002, 22:00
Junge,Junge hier geht ja die Post ab;) Ich möchte mal eines klar stellen, es ging mir hier nicht um Beamte,sondern den kleinen Angestellten an der Front - so wie ich einer bin!Irgend jemand hatte hier geschrieben,das Mitarbeiter in der freien Wirtschaft eh schon mehr verdienen als die Angestellten!Und genau deshalb finde ich die Forderungen der verdi auch ok!Das Agument es wird mehr Arbeitslose daurch geben zeiht einfach nicht!Die Jobs im öffentlichen Dienst sind schon lange nicht mehr sicher!Die suchen doch nur Gründe um Leute los zu werden - und so können die den schwarzen Peter schön der verdi unterjubeln!
Ich hätte gar nichts dagegen wenn unsere Dienststelle privat werden würde,dann würden wir auch endlich das Geld bekommen welches uns zusteht und in der privaten Wirtschaft schon lange gezahlt wird!Insgeheim lachen die doch über uns,das wir uns seit Jahren so die Hosen ausziehen lassen!Für das Geld was ich im Monat bekomme würde ein Bandarbeiter bei Daimler nicht mal aufstehen!

PS @ Anti: Ortszuschlag bekommen nicht nur Büroleute;)
Grüße hunny

n0com
16.12.2002, 22:01
Original erstellt von Aixem Ausserdem stimmt das Bild das in Deutschland vom faulen, gelangweilten Beamter schon lange nicht mehr mit der Realität überein.
Recht hast Du Aixem. Nur solange die Menschen ihre desinformation aus BILD und Co, sowie News aus dem privaten Dudelfunk und Fernsehen beziehen, wird sich daran nicht ändern. Leider.

golfproll
16.12.2002, 23:35
Hallo Leute,

als erstes würde ich gerne ein Lanze für Daria brechen: er hat, was den Kerninhalt seines Posts betrifft, Recht. Ich fürchte nur dass einige Leute den nüchtern-distanzierten Ton seines Posts als Arroganz eines Studenten aufgefasst haben.
Jeder der Grundkenntnisse in VWL hat (man muß dafür nicht an der unimaas studieren;) ), sollte eigentlich den Wahrheitsgehalt in Darias Post erkennen.

Darüberhinaus eine simple Frage: Steht der geforderten Erhöhung von 3% eine adäquate Effizienzsteigerung gegenüber? Dummerweise nicht (und das ist überprüfbar) also ist es auch völlig ungerechtfertigt 3% mehr zu fordern. Es gibt bekannte Volkswirte/Wirtschaftswissenschaftler die diese Situation zu Recht als grotesk und absurd bezeichnen. Ein passender Vergleich wäre, daß die Fußballer vom 1. FC Kaiserslautern mehr Gehalt fordern und versuchen würden diese Gehaltsforderung durch eine noch offensichtlichere Leistungsverweigerung zu erzwingen. Es ist ja mittlerweile schon beinahe Allgemeinwissen das der öffentliche Dienst ein Musterbeispiel an Ineffizienz ist, und dafür dann noch mehr Geld verlangen!?

Hinzu kommt das durch die Streiks ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden entsteht und uns allen schadet. Mittlerweile erkennt ja auch die klassische Klientel der Gewerkschaften (Bsp. Mitgliederschwund => in diesem Frühjahr große Berichte in der Fachpresse zu diesem Thema) das selbige ein Relikt aus der Industrialisierung sind und ihre Daseinsberechtigung vor etliche Jahrzehnten verloren haben. Ebenfalls ist in Fachkreisen (Wirtschaftswissenschaftler, Volkswirte, Ökonomen und Betriebswirte) mittlerweise erwiesen das die Gewerkschaften in den letzten 20 Jahre mehr zur Arbeitslosigkeit beigetragen haben als Jobs zu sichern.

Grüße,
Golfproll

P.S.: auch wenn Ihr nicht meiner Meinung seid, verzichtet doch bitte auf persönliche Beleidigungen und Angriffe, es ist schließlich bald Weihnachten (Ihr wißt schon, das Fest der Liebe)!

Das Kriterium
16.12.2002, 23:59
So, ich will mal ein paar Sachen klarstellen. Wieviel ich verdiene, seht ihr auf der ersten Seite zu Anfang. Das ist mein Netto Gehalt (520 Euro) als Azubi im dritten Lehrjahr. Unter anderen darf ich davon davon meine eigene Wohnung unterhalten (Hotel Mama hat es für mich nie gegeben). Wenn ich all meine Unkosten abziehe, bleiben fürs saufen, rauchen, ficken und andere Spielereien etwa 70 Euro. Und ihr glaubt, es macht Spaß mit nichts zu Leben? Staatliche Hilfe bekomme ich nicht (kein BAB, Wohngeld, Kindergeld, Möbelzuschuß als ich Möbel mir kaufen mußte (>habe einen Kredit aufgenommen)). Ich habe diverse Sachen versucht, und das was allen anderen zusteht bleibt mir verwehrt. Super. Irgendwie muß ich ja an Kohlen kommen, und da kommen mir die 3% gerade recht.

Ich schufte täglich hart als Automobilmechaniker unter, an und in den dreckigen und versüfften Bussen in dessen Sitze ihr täglich morgens auf der Fahrt genüßlich reinfurzt. Und wenn ich Abends nachhause komme, habe ich echt nicht mehr die Energie noch einen Job aufzunehmen (worunter meine Ausblidung sicher leiden würde).

Und Daria: Kennst du den Spruch "Autos kaufen keine Autos."? Der kam soweit ich mich entsinnen kann von Henry Ford. Am besten läßt du dir den Satz nochmals durch den Kopf gehen während du eine Nacht drüber schläffst, denn wie sonst willst du Kaufkraft erzeugen der der Motor der Marktwirtschaft und des technologischen Fortschritts ist? Indem man dem kleinen Mann alles wegnimmt, und damit alles zum erliegen kommt und noch mehr Personal abgebaut wird?

Ich könnte noch soviel schreiben, habe aber kein Bock. Muß in etwa 5 Stunden wieder wach sein. Was dein VWL betrifft, ich war auf der Fachhochschule für Bürowirtschaft. Aber darüber unterhalten wir uns morgen...

golfproll
17.12.2002, 00:19
Hallo "Das Kriterium",

da Du ja an der Fachhochschule für Bürotechnik warst und Kenntnisse in VWL hast, wirst Du wissen das es "UNkosten" nicht gibt!;) (Kleiner Seitenhieb, nicht ZU ernst nehmen).

Natürlich hast Du Recht wenn du das Zitat "Autos kaufen keine Autos" bemühst. ABER: du führst hier die nachfrageorientierte Perspektive von Wirtschaftspolitik ins Felde und die hat sich in den siebziger Jahren überlebt und als völlig ungeeignet erwiesen. Auch was das angeht erlaube ich mir den Hinweis, das jemand der über Grundkenntnisse in VWL verfügt darüber Bescheid weiß.
Ich würde das jetzt furchtbar gern tiefgreifender erläutern, aber es ist schon spät und ich bin mitten in der Klausurwoche was bedeutet das ich meinen Schlaf brauche.
Aber ich gehe mal davon aus, daß Daria das sicherlich gern und kompetent erläutern wird. Er scheint mir , unbekannterweise (und das obwohl wir an der selben Fakultät sind!), kompetener in Sachen VWL zu sein, liegt aber auch daran das er sich schwerpunktmäßig mit Economics (also VWL) beschäftigt und ich International Business studiere.

Schönen Gruß und :n8 ,
Golfproll

P.S.: einer geht noch (wenn ich schon klugscheiße dann auch richtig!;)): als Azubi bekommt man kein Gehalt, sondern eine Ausbildungsvergütung.

Niyu
17.12.2002, 02:22
Original erstellt von n0com
Recht hast Du Aixem. Nur solange die Menschen ihre desinformation aus BILD und Co, sowie News aus dem privaten Dudelfunk und Fernsehen beziehen, wird sich daran nicht ändern. Leider.

Praxis schlägt Theorie.. du kannst beleidigend werden noch & nöcher. Ich werde nen teufel tun und mich auf dein Niveau hinabbegeben.

Du kannst es schön reden wie du willst, jeder hat mit der Deflation zu kämpfen. Mal ganz ehrlich...diese 3% baruchst du nicht..brauchen 80% der Leutedie demonstrieren auch nicht.

Gäbe es keinen Kündigungsschutz würde so ein Angestellter bei mir SOFORT achtkantig fliegen.

Und warum ich mich hab einbürgern lassen, geht dich tatsächlich einen Dreck an. Wenigstens mach ich meine Arbeit und heule nicht wenns überstunden gibt.

Ingmar
17.12.2002, 08:09
Mein Meinung dazu ist, gebt ihnen ihre 3% und gleich dazu die Stimmzettel, wer zum ausgleich dafür entlassen wird. Mal sehen, wie sie sich fühlen, wenn Sie ihren eigenen Namen darauf lesen. HALLO; SCHON MITBEKOMMEN: UNSER STAAT STEHT VOR DER PLEITE! Die öffentlichen Kassen sind leer. Das einzig sinnvolle zur zeit ist, in allen Bereichen, und ich meine in ALLEN, ein Nullrunde festzulegen und für das nächste Jahr die freiwilligen Sozialen Leistungen ( Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) einzustellen. Ich denke, damit könnte jeder leben. Aber wenns ums geld geht, ist bei vielen die Gier größer als der Verstand.
Irgend wo hab ich mal einen Artikel gelesen, der besagt, das unser bisheriges Wirtschaftssystem nicht unendlich lange funktionsfähig ist. Man sprach aufgrund der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich von ca. 50 Jahren, bis der Kollaps eintritt. In Deutschland ist es z.B. so, das ca. 10% der Bevölkerung ca. 50% des Kapitals halten. Denkt mal darüber nach.

hunny
17.12.2002, 10:28
Das einzig sinnvolle zur zeit ist, in allen Bereichen, und ich meine in ALLEN, ein Nullrunde festzulegen und für das nächste Jahr die freiwilligen Sozialen Leistungen ( Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) einzustellen. Klar super Idee!Glaub man bloß nicht das das Geld dann zum sparen genommen werden würde,was da dann über bleibt!
Da würde sich doch eine neue Steuer gut machen - äh wie währe es mit Mitleidssteuer für den öffentlichen Dienst?;)
Es ist doch vermessen zu glauben,das wir im öffentlichen Dienst auch noch freiwillig unsere Zuwendung (Es gibt kein Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst!) aufgeben,und im z.B. Bereich der Banken bekommt man sogar ein 14. Monatsgehalt:mad
Wo bleibt da die Solidarität und die Gerechtigkeit?

Fairy
17.12.2002, 10:47
Original erstellt von n0com
Was Deine Einschätzung der Menschen im öffentlichen Dienst angeht, solltest Du Dich mit einem der Mods hier zusammen tun, denn der hat, was Beamtenrecht, etc. genauso wenig Ahnung wie Du.

Das Bild der Beamten wird grad durch solche Überheblichkeit und Arroganz, wie Du Sie hier an den Tag legst, überdeutlich gefestigt....vielleicht haben Beamte ein Image Problem, an dem Sie selbst erstmal arbeiten muessten.
Arroganz ist da bestimmt nicht hilfreich.....das beweist nur wieder genau das Gegenteil dessen, was Du hier propagierst....

Fairy

Niyu
17.12.2002, 11:05
Original erstellt von hunny
Klar super Idee!Glaub man bloß nicht das das Geld dann zum sparen genommen werden würde,was da dann über bleibt!
Da würde sich doch eine neue Steuer gut machen - äh wie währe es mit Mitleidssteuer für den öffentlichen Dienst?;)
Es ist doch vermessen zu glauben,das wir im öffentlichen Dienst auch noch freiwillig unsere Zuwendung (Es gibt kein Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst!) aufgeben,und im z.B. Bereich der Banken bekommt man sogar ein 14. Monatsgehalt:mad
Wo bleibt da die Solidarität und die Gerechtigkeit?

Nirgends so ist das eben... hättste als Kind also mal was "ordentliches" gelernt. Bitte jetzt nicht drauf abgehen wie ein Zäpfchen, war nur ein dummer Spruch den ich einfach noch loswerden musste.

Werd sowieso nicht mehr auf diesen Thread antworten. Habe meine Meinung kundgetan, das eben einige Jobs einfach überbezahlt sind..und andere unterbezahlt...so ist das eben...

hunny
17.12.2002, 11:21
Original erstellt von Niyu
Nirgends so ist das eben... hättste als Kind also mal was "ordentliches" gelernt. Bitte jetzt nicht drauf abgehen wie ein Zäpfchen, war nur ein dummer Spruch den ich einfach noch loswerden musste.

Werd sowieso nicht mehr auf diesen Thread antworten. Habe meine Meinung kundgetan, das eben einige Jobs einfach überbezahlt sind..und andere unterbezahlt...so ist das eben...
Na Du hast ja eine Merkwürdige Art zu agumentieren....

Joshua
17.12.2002, 11:24
Wieso merkwürdig? Hättest auch du nicht die Möglichkeit gehabt, in die freie Wirtschaft zu gehen? Ja, hättest du, hast dich aber anders entschieden, und jetzt eben diese Verhältnisse auch für den öffentlichen Dienst einzufordern?

hunny
17.12.2002, 11:39
Klar hätte ich die Möglichkeit gehabt - ich war nämlich in der freien Wirtschaft und habe dann gewechselt!
Ich beklage mich auch nicht weil ich gewechselt habe nur das wir nicht die gleichen Rechte bekommen wie alle anderen Arbeitnehmer auch!Ihr könnt Euch hier alle schön als Moralapostel aufspielen,nur will ich Euch mal sehen,wenn Ihr ins Krankenhaus müßt und keiner ist da der Euch hilft,oder Ihr Euren Müll nicht mehr los werdet,oder Ihr nicht zur Arbeit kommt weil es keinen Bus und Ubahn Betreib gibt u.s.w.!
Warum werden die Leistungen der Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst immer so schlecht gemacht?Hier sind einige Leute ein Paradebeispiel dafür:(
Die Zeiten von Kündigungsschutz,und Faulenzen sind lange vorbei!Ich mache pro Woche locker 20 Überstunden,und nicht beim Sessel Furzen,sondern beim Arbeiten wie alle anderen auch!
Einige von Euch sollten mal einen Monat bei uns reinschauen,dann würdet ihr nicht so Abfällige Äußerungen und eine solche Aroganz an den Tag legen!
Ich habe es bisher immer so gehalten - egal wer wo arbeitet und für seine Rechte auf die Strasse geht empfinde ich eine gewisse Solidarität!

Und warum einige hier gegen die 3% sind ist mir auch klar - die muß nämlich jeder von Euch hier mitbezahlen und das ist es doch wirklich was Euch stört!
Wie war das doch noch mit der Gier nach Geld einige Postings vorher???

Blutschlumpf
17.12.2002, 11:49
Alos ich finde dieses ganze Gestreike total überzogen.
Warum sollen die (oder auch nicht-öffentlich Angestelte) denn 3% mehr bekommen ?
Warum bindet man die Löhne nicht an die Inflation ?
Die liegt doch sicher unter 2%.

Esberitox
17.12.2002, 11:53
Klar der Staat hat kein Geld und Sparen tut Not.
Aber wo ist denn das Geld geblieben ??
Schaut Euch mal die Bäderlandschaften oder die mit sündhaft teuren Natursteinen neu gepflasterten Innenstädte im Osten an. Verschwendung pur. Und das hat nicht der Arbeiter oder Angestellte im öffentlichen Dienst sondern die Politiker zu verantworten. Jetzt wird aber von dem realtiv schlecht bezahlten öffentlichen Dienst wieder einmal Verzicht gefordert. Und wenn die Kassen voll sind werden sie wieder in die Wirtschaft für unnütze Projekte investiert. Nach dem Motto, wir müssen unbedingt was für die Wirttschaft tun, da habt Ihr doch sicher Verständnis.
Irgendwo hört das Verständnis auf und wenn man sich die Lohnentwicklung und Preissteigerungen der letzten 10 Jahre ansieht, ist das Ende der Zumutbarkeit für den öffentlichen Dienst erreicht. Das gilt auch für die Beamten, die in den letzten 10 Jahren noch weniger als die Angestellten und Arbeiter bekommen haben und deren Pension ersatzlos auch schon um 3,5 % abgesenkt wurde. Dazu kommt der intensive Personalabbau, der von den Leuten aufgefangen werden muß. Man könnte auch sagen mehr Arbeit bei weniger Lohn. Aber da spricht man dann vom schlanken Staat. Hört sich positiv an. Nur die Leistungen werden deswegen nicht auch schlanker. Und das Argument sicherer Arbeitsplatz ist schon lange überdehnt.
Den gibts auch im Gefängnis bei gesichertem Lebensunterhalt.

Joshua
17.12.2002, 12:02
Du sagst es, im Unterschied zur freien Wirtschaft sind wir es, die die Lohnerhöhung mittragen müssen. Deshalb schert es mich auch wenig, wenn dort meinetwegen das 23. Monatsgehalt bezahlt wird, denn das habe ich nicht zu finanzieren. Genau hier stinkt doch auch das Verdi-Argument der höheren Binnennachfrage (nicht nur hier, da liegt so einiges im Argen, habe mir den Text mal durchgelesen): die einen bekommen 3% mehr, dafür werden die anderen stärker zur Kasse gebeten, ja bitte wie soll denn da die Binnennachfrage steigen? Die Katze beisst sich in den Schwanz...
Im übrigen: welcher Aussage meinerseits entnimmst du denn den Vorwurf der Faulenzerei? Da würde ich um ein Zitat bitten. Wo wir gerade dabei sind: wenn die Arbeitsverhältnisse so sind, wie von dir beschrieben, sollte sich der öffentliche Dienst dann nicht um mehr Transparenz bemühen, um Vorurteile abzubauen? Was bekommt denn der normale Bürger von eurer Arbeit mit, wenn nicht die Tatsache, dass ich um 12 im Rathaus vor verschlossenen Türen stehe?

Fairy
17.12.2002, 12:22
Ich finde, das wir mal differenzieren müssen, zB. finde ich, das eine Krankenschwester, ein Polizist...absolut unterbezahlt sind, da reichen auch keine 3%, ich habe am eigenem Leib erfahren, was eine Krankenschwester am Tag leisten muss, da ziehe ich meinen Hut , die Entlohnung dafür, ist absolut lächerlich.

Man muesste einen Leistungskatalog erstellen, das im Oeffentlichem Dienst, nach der Arbeitstechnischen Anforderung bezahlt wird und nicht nach Dienstrang...man kann die Leute, die bei der Feuerwehr,Polizei oder im Krankenhaus arbeiten nur bedauern, Denen würde meiner Meinung nach nicht 3% , sondern 30% zustehen.

Fairy

n0com
17.12.2002, 16:19
Original erstellt von Niyu Du kannst es schön reden wie du willst, jeder hat mit der Deflation zu kämpfen. Mal ganz ehrlich...diese 3% baruchst du nicht..brauchen 80% der Leutedie demonstrieren auch nicht.
Ich brauche die 3% nicht, aber ich brauche das Geld was mir demnächst gestrichen wird.
Und warum ich mich hab einbürgern lassen, geht dich tatsächlich einen Dreck an. Wenigstens mach ich meine Arbeit und heule nicht wenns überstunden gibt. Falls DU es nicht gelesen haben solltest, es interessiert mich nicht, es bezog sich einzig und allein auf Deine Aussage mit dem Rumgeheule. Davon mal abgesehen, kommt es nicht selten vor, dass ich als Beamter mein Wochensoll von 40 Stunden bereits am Mittwoch voll habe, und 270 Überstunden vor mir herschiebe.

n0com
17.12.2002, 16:31
Original erstellt von Fairy
Das Bild der Beamten wird grad durch solche Überheblichkeit und Arroganz, wie Du Sie hier an den Tag legst, überdeutlich gefestigt....vielleicht haben Beamte ein Image Problem, an dem Sie selbst erstmal arbeiten muessten.
Arroganz ist da bestimmt nicht hilfreich.....das beweist nur wieder genau das Gegenteil dessen, was Du hier propagierst....
Mag sein, dass ich schnell arrogant werde, aber das ist ein Problem meiner Person nicht meines Berufes, denn da bin ich Dienstleister und professionell genug meinen Kunden freundlich gegenüber zu treten. Ich rege mich nunmal leicht darüber auf, wenn jemand der augenscheinlich von einer Sache keine Ahnung hat, sich hier hinstellt und so tut als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen.

Blutschlumpf
17.12.2002, 16:44
Original erstellt von n0com
Davon mal abgesehen, kommt es nicht selten vor, dass ich als Beamter mein Wochensoll von 40 Stunden bereits am Mittwoch voll habe, und 270 Überstunden vor mir herschiebe.
Wenn du dich anstrengst, dann bekommste vielleicht ein halbes Jahr eher Rente.
Ist ja auch was wert :D

Daria
17.12.2002, 22:18
Na dann Golfproll....mal sehen ob ichs halbwegs hinbekomme...

Fangen wir mal ganz von vorn an:

Ausgangssituation: Verdi will 3% mehr Lohn.

Ok Analyse: Welche Auswirkung wird die 3% Lohnerhöhung haben? Großes Problem hierbei ist zunächst einmal das sie weit über der momentanen Inflation liegt. Es ist also keine Lohnerhöhung um nur den Real-Lohn auf dem gleichen Niveau zu halten sondern hier soll der Real-Lohn erhöht werden. Für eine Erhöhung des Real-Lohns müsste aber eine äquivalente Leistungssteigerung dem gegenüberstehen. Ich habe keine konkreten Zahlen für alle Gewerbe die Ver.di umfassst zur Hand, aber nehmen wir als proximation mal einfach das generelle Wirtschaftswachstum. Das ist aber leider auch bei nahe null momentan.

Resultat: eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, ergo also eine erhöhung der Betriebskosten. Das Argument das die Erhöhung der Löhne auch den Konsum ankurbeln läuft an folgender Stelle fehl: Die 3% Erhöhung wird nicht komplett in Konsumsteigerung umgesetzt. In der momentanen Wirtschaftslage wird das soger sehr wenig sein. Ein Teil der 3%igen Einkommenserhöhung wird über die Spar-Quote direkt in den Investment-Markt wandern. Der Investment-Markt ist aber (unter anderem wegen der niedrigen Inflation) momentan aber auch sehr zurückhaltend, d.h. das Geld wird im Kapital-Markt gebunden bzw. fließt ins Ausland ob wo lukrativere Investment-Möglichkeiten bestehen. Die paar Promille der einstigen 3% Lohnerhöhung die tatsächlich in gesteigerten Konsum umgesetzt werden verteilen sich aber auf die gesamte Marktwirtschaft und lassen deswegen die Bereiche die die 3%ige Erhöhung als Kosten zu tragen haben größtenteils mit diesen Kosten ungdeckt dastehen.

Diese Kostenerhöhung von Arbeitskraft wird zwangsweise zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen. Zwar ist die arbeitende Bevölkerung in der BRD vor Kündigung exzellent geschützt, allerdings setzt sich Arbeitslosigkeit aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen der Rate mit dem Leute ihren Job verlieren, zum anderen aus der Rate mit dem neue Leute eingestellt werden. Da man keine Firma zwingen kann neue Leute einzustellen wird der effekt der erhöhten arbeitslosigkeit also primär über die gesenkte Rate der Neueinstellungen abgestrahlt, währen die Rate des Leute die entlassen werden auf nur leicht steigt. Der Endeffekt bleibt der gleiche: Eine erhöhung der Arbeitslosigkeit. Diese erhöhte Arbeitslosigkeit würde in einer freien Marktwirtschaft nun automatisch Druck auf die Löhne ausüben und sie wieder zurück in ein Equilibrium treiben, das wird aber durch die Tarifverträge verhindert. Es ensteht also eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskraft: Der Arbeitslosen-Anteil der arbeitenden Bevölkerung. Diese Diskrepanz verursacht zunächsteinmal weitere Kosten beim Staat in form von erhöhten Sozialausgaben. Sie wirkt sich aber weiterhin indirekt auf die Leistungsfähigkeit des Landes aus indem ein Teil der arbeitenden Bevölkerung Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzieht ohne dafür eine produktive Gegenleistung zu erbringen.

Tja und so könnte man das endlos fortsetzen. Eine gewisse Kontrolle des Staates auf die freie Marktwirtschaft ist vielleicht nicht abzustreiten um gewisse grundlegende soziale Aspekte zu wahren. Was aber momentan passiert ist eine schwere Verzerrung des Arbeitsmarktes der die Angebotskurve und die Nachfragekurve für Arbeit völlig auseinanderreisst.

n0com
17.12.2002, 23:29
Eine kurze Frage, nehmen wir mal einen fiktiven Behördenzweig. Vor ein paar Jahren schlossen die Personalräte, die Gewerkschaften und das Land eine Vereinbarung, dass statt des damaligen Personalstandes von ca. 1400 ein Zielbeschäftigungsvolumen von 930 im Jahre 2003 erreicht sein soll. Dieses solle ohne Anstriche in der Qualität und der Bearbeitungsdauer erreicht werden. Im Rahmen dieses Prozesses wurden, Verbindungen geschlossen um den Kunden eine ganzheitliche Betreuung anzubieten, die er bis dahin nicht hatte, usw usw.

Und nun möchten die Beschäftigten dieses Behördenzweig 3% mehr Geld, können sie aber nicht, weil eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, eine erhöhung der Betriebskosten darstellt. Ähm ... Ein um über 400 Stellen verringerter Personalkörper leistet bei gleicher Qualität nicht mehr als der nicht reduzierte? Naja .. Du wirst schon wissen warum das so ist ..

Und dieses findet zur Zeit in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes statt, nur wird es nicht bemerkt oder man sieht grosszügig darüber hinweg. Auch wird gerne übersehen, dass der öD auch eine soziale Verantwortung hat, im Gegensatz zum privaten Arbeitgeber, wir stellen Menschen mit Behinderungen ein oder beschäftigen sie weiter, nicht nur zum Zwecke der PR.

Crazy_Bon
17.12.2002, 23:56
@n0com
Für ein Privat-/ Kleinunternehmer ist es schlichtweg unzumitbar Schwerbehinderte einzustellen, die Fürsorge scheint wohl grösstenteils der Staat zu tragen.
Dafür sind größere Betriebe (ab 500 Arbeiter oder weniger?) staatlich verpflichtet welche einzustellen, diese tragen sogar einen besonderen Kündigungsschutz was man ja eben einem krieselten Kleinbetrieb unzumutbar wäre.
Nun zu heute, Stunden nach den Warnstreiks.. die hätten es ruhig vorher ankündigen können.
Ich glaube früher hat man Informationsblätter neben Fahrpläne hinter der Sichtvitrine angebracht und Durchsagen über DB-Lautsprechern.
Aber zum Glück haben wir diese Woche einen milden Wetter, bei Minusgraden wie noch in der letzten Woche hätte es bestimmt einen Toten durch erfrieren gegeben und ich müsste meine streikbedingte Ausfallzeit im Betrieb nicht nachholen.

Daria
18.12.2002, 00:05
Original erstellt von n0com
Und nun möchten die Beschäftigten dieses Behördenzweig 3% mehr Geld, können sie aber nicht, weil eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, eine erhöhung der Betriebskosten darstellt. Ähm ... Ein um über 400 Stellen verringerter Personalkörper leistet bei gleicher Qualität nicht mehr als der nicht reduzierte? Naja .. Du wirst schon wissen warum das so ist ..


Au contraire, mon ami. Die Reduzierung der Arbeitskräfte bei gleichbleibendem Service-Level bedeutet logischerweise eine prozentuale Mehrbelastung pro Mitarbeiter. Sollte der Service-Level wirklich auf dem selben Stand wie vorher bleiben dann wäre das eine Leistungssteigerung pro Mitarbeiter und folglich auch bei der erhöhung des Real-Lohns zu berücksichtigen. Schließlich steigt die Profitmarge ja auch wenn die selbe Leistung mit weniger Kosten (=weniger Mitarbeiter) erbracht wird. Ich bin in meinem Beispiel aber nicht von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl bei gleichbleibender Leistung ausgegangen weil ich es nicht zu sehr komplizieren wollte.

n0com
18.12.2002, 00:31
Original erstellt von Crazy_Bon
@n0com
Für ein Privat-/ Kleinunternehmer ist es schlichtweg unzumitbar Schwerbehinderte einzustellen, die Fürsorge scheint wohl grösstenteils der Staat zu tragen.
Dafür sind größere Betriebe (ab 500 Arbeiter oder weniger?) staatlich verpflichtet welche einzustellen, diese tragen sogar einen besonderen Kündigungsschutz was man ja eben einem krieselten Kleinbetrieb unzumutbar wäre.
Wenn ein Betrieb, egal welcher Grössenordnung, einen Schwerbehinderten Menschen einstellen will, dann werden die durch die Behinderung Kosten von den Itengartionsämtern der Länder übernommen. Daher verstehe ich nicht, warum es einem kleinen Betrieb unzumutbar sein soll. Die Verpflichtung zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe für eine nicht erfüllte Quote an Schwerbehinderten, trifft auch kleinere Betriebe, nagel mich jetzt nicht fest, aber es müssen um die 25 Beschäftigte sein. Den Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderungen gemäß SGB IX, soll auch nur eine Kündigung aufgrund der Behinderung verhindern, bzw. es soll im Falle von betriebsbedingten Kündigungen dazu führen dass versucht wird, den Menschen mit Behinderungen auf einem anderen Arbeitsplatz einzusetzen. Wenn es für den SB keine geeinete Tätigkeit gib kann ihm natürlich auch gekündigt werden, nur muss hier das Integrationsamt zustimmen. Ich könnte hier jetzt noch einiges zur Rechtslage sagen, habe keine Lust dazu, da Details, mich eingeschlossen, eh keinen interessieren.

Nun zu heute, Stunden nach den Warnstreiks.. die hätten es ruhig vorher ankündigen können.
Ich glaube früher hat man Informationsblätter neben Fahrpläne hinter der Sichtvitrine angebracht und Durchsagen über DB-Lautsprechern.
Aber zum Glück haben wir diese Woche einen milden Wetter, bei Minusgraden wie noch in der letzten Woche hätte es bestimmt einen Toten durch erfrieren gegeben und ich müsste meine streikbedingte Ausfallzeit im Betrieb nicht nachholen.
Wer soll denn Durchsagen wegen eines Streiks machen? Die Streikenden nicht, denn die dürfen die Anlagen wohl kaum benutzen.

Original erstellt von Daria Ich bin in meinem Beispiel aber nicht von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl bei gleichbleibender Leistung ausgegangen weil ich es nicht zu sehr komplizieren wollte.
Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl mit der damit verbundenen Arbeitsverdichtung ist seit ca. 6-7 Jahren jedoch gängige Praxis im öD. Nur leider sieht das niemand, der nicht dafür interessiert.

Dass der Aufwand für Personalkosten trotzdessen steigt, ist mit den immensen Pensionslasten zu erklären. Wenn man davon abgehen würde und Beamte endlich in die Sozialversicherung integriert, wäre das einige Jahre erheblich teurer, als irgendwann rechnet es sich und die Pensionsberechtigten sterben aus. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Kriterium
18.12.2002, 01:08
Original erstellt von Daria
Na dann Golfproll....mal sehen ob ichs halbwegs hinbekomme...

Fangen wir mal ganz von vorn an:

Ausgangssituation: Verdi will 3% mehr Lohn.

Ok Analyse: Welche Auswirkung wird die 3% Lohnerhöhung haben? Großes Problem hierbei ist zunächst einmal das sie weit über der momentanen Inflation liegt. Es ist also keine Lohnerhöhung um nur den Real-Lohn auf dem gleichen Niveau zu halten sondern hier soll der Real-Lohn erhöht werden. Für eine Erhöhung des Real-Lohns müsste aber eine äquivalente Leistungssteigerung dem gegenüberstehen. Ich habe keine konkreten Zahlen für alle Gewerbe die Ver.di umfassst zur Hand, aber nehmen wir als proximation mal einfach das generelle Wirtschaftswachstum. Das ist aber leider auch bei nahe null momentan.

Resultat: eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, ergo also eine erhöhung der Betriebskosten. Das Argument das die Erhöhung der Löhne auch den Konsum ankurbeln läuft an folgender Stelle fehl: Die 3% Erhöhung wird nicht komplett in Konsumsteigerung umgesetzt. In der momentanen Wirtschaftslage wird das soger sehr wenig sein. Ein Teil der 3%igen Einkommenserhöhung wird über die Spar-Quote direkt in den Investment-Markt wandern. Der Investment-Markt ist aber (unter anderem wegen der niedrigen Inflation) momentan aber auch sehr zurückhaltend, d.h. das Geld wird im Kapital-Markt gebunden bzw. fließt ins Ausland ob wo lukrativere Investment-Möglichkeiten bestehen. Die paar Promille der einstigen 3% Lohnerhöhung die tatsächlich in gesteigerten Konsum umgesetzt werden verteilen sich aber auf die gesamte Marktwirtschaft und lassen deswegen die Bereiche die die 3%ige Erhöhung als Kosten zu tragen haben größtenteils mit diesen Kosten ungdeckt dastehen.

Diese Kostenerhöhung von Arbeitskraft wird zwangsweise zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen. Zwar ist die arbeitende Bevölkerung in der BRD vor Kündigung exzellent geschützt, allerdings setzt sich Arbeitslosigkeit aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen der Rate mit dem Leute ihren Job verlieren, zum anderen aus der Rate mit dem neue Leute eingestellt werden. Da man keine Firma zwingen kann neue Leute einzustellen wird der effekt der erhöhten arbeitslosigkeit also primär über die gesenkte Rate der Neueinstellungen abgestrahlt, währen die Rate des Leute die entlassen werden auf nur leicht steigt. Der Endeffekt bleibt der gleiche: Eine erhöhung der Arbeitslosigkeit. Diese erhöhte Arbeitslosigkeit würde in einer freien Marktwirtschaft nun automatisch Druck auf die Löhne ausüben und sie wieder zurück in ein Equilibrium treiben, das wird aber durch die Tarifverträge verhindert. Es ensteht also eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskraft: Der Arbeitslosen-Anteil der arbeitenden Bevölkerung. Diese Diskrepanz verursacht zunächsteinmal weitere Kosten beim Staat in form von erhöhten Sozialausgaben. Sie wirkt sich aber weiterhin indirekt auf die Leistungsfähigkeit des Landes aus indem ein Teil der arbeitenden Bevölkerung Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzieht ohne dafür eine produktive Gegenleistung zu erbringen.

Tja und so könnte man das endlos fortsetzen. Eine gewisse Kontrolle des Staates auf die freie Marktwirtschaft ist vielleicht nicht abzustreiten um gewisse grundlegende soziale Aspekte zu wahren. Was aber momentan passiert ist eine schwere Verzerrung des Arbeitsmarktes der die Angebotskurve und die Nachfragekurve für Arbeit völlig auseinanderreisst.



Bla, bla, bla...und dafür hat der öffentliche Dienst einige Jahre auf einen Inflationsausgleich verzichtet. Außerdem wurde in unserer ÖPNV Firma (http://www.rheinbahn.de/) die Frührente mehr oder weniger abgeschafft, Junggesellen (fertige Azubis) werden nicht mehr richtig übernommen, von 4000 wurde auf 3000 Stellen abgebaut und auf Lohn verzichten (zum Teil wurden viele abgestuft). Mit den Resultat, das wir Mehrarbeit haben, der Vorstand (Blumenthal und Co.) sich die Taschen voll gemacht haben, wir seit Jahren verzichten und auch mal endlich etwas dem gesparten Geld haben wollen!!! Wo sonst fließen die Milliönchen hin? Ach, ihr habt keine Ahnung solange ihr nicht selber einer der Fuzzis in den Betrieben seid.

Ich wünsche euch, die was gegen uns aus den öffentlichen Dienst haben, das ihr im späteren Berufsleben mal so richtig auf die Fresse fallt bzw. vom Arbeitgeber abgezogen werdet.

Daria
18.12.2002, 08:49
Original erstellt von Das Kriterium
Ich wünsche euch, die was gegen uns aus den öffentlichen Dienst haben, das ihr im späteren Berufsleben mal so richtig auf die Fresse fallt bzw. vom Arbeitgeber abgezogen werdet.

Och Kriterium...das Post war nu aber wirklich verschwendung von Bandbreite. Machst du das immer wenn dir kein richtiges Argument mehr einfällt?

Es kann niemand bestreiten das auch von Vorständen und Arbeitgebern viel Geld abgezogen wird, was eigentlich nicht rechtens gewesen wäre. Allerdings muss man auch sagen das der normale Busfahrer, Fabrikarbeiter oder sonst was leider keine Ahnung hat von hochkomplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das ist keine Beleidigung, sondern lediglich eine Natur der Sache. Nur da's hier ums eigene Geld geht will natürlich jeder mitreden, ob er nun Ahnung hat oder nicht. Das wär so als würde ich dem Strassenbahnfahrer auf dem Weg zur Arbeit ständig Tips geben wir er seine Gondel zu fahren hat. Genau dasselbe ist es nämlich wenn wieder irgendwelche Leute a la Bsirske mit ihren Bild-Parolen versuchen ihre Forderungen durchzudrücken.

hunny
18.12.2002, 09:06
Ich finde, das wir mal differenzieren müssen, zB. finde ich, das eine Krankenschwester, ein Polizist...absolut unterbezahlt sind, da reichen auch keine 3%, ich habe am eigenem Leib erfahren
Genau das meinte ich - Super das Du es mal ansprichst!
Grüße hunny :)

Tiu
18.12.2002, 09:56
Jo, und zur Finanzierung der Krankenschwester schrauben wir dann auch gleich die Krankenversicherungsbeiträge um 5% nach oben.

Polizist = Beamter!

Grundgehalt
Ortszuschlag
Zuschlag für Dienst zu Ungünstigenzeiten
Außendienstzulage
etc. pp

Keine Sozialvers. Abgaben
75% Übernahme der Kosten für Krankenversicherung (da privat Versichert)

Beamte haben i.d.R. kein hohes Bruttogehalt, dafür aber ein entsprechendes Nettogehalt.

Während meiner Bw-Zeit bekam ich z.B. DM 3111,- Brutto und DM 2.789,- Netto.
Na, klingelts?
Würde man einem Arbeitnehmer in der Freien Wirtschaft 3.111,- Brutto zahlen, würde er in etwa DM 2.400,- netto bekommen unter der Voraussetzung, dass er verheiratet ist und somit in Steuerklasse 3.

Mir kann keiner erzählen das Polizisten die armen der Armen sind. Dafür gibt es komischerweise zuviele Bewerber.

n0com
18.12.2002, 10:18
Original erstellt von GRAKA0815
Während meiner Bw-Zeit bekam ich z.B. DM 3111,- Brutto und DM 2.789,- Netto.
Na, klingelts?
Klar klingelts, Du hast vergessen zu schreiben, dass Du als SaZ freie Heilfürsorge hattest, damit für Dich auch keine Notwendigkeit bestand eine Krankenversicherung abzuschliessen um die das Netto noch zu mindern ist. Besonders wenn noch Kinder mit zu versichern sind.

Würde man einem Arbeitnehmer in der Freien Wirtschaft 3.111,- Brutto zahlen, würde er in etwa DM 2.400,- netto bekommen unter der Voraussetzung, dass er verheiratet ist und somit in Steuerklasse 3.
Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, etc. sind Dir ein Begriff? Natürlich hat ein abhängig Beschäftigter höhere Abgaben und dadurch ein geringes Netto, nur liegt das Netto bei einem vergleichbaren Angestellten höher als beim Beamten. Wenn es nach mir ginge, wäre ich sofort Pflichtversicherter.

Mir kann keiner erzählen das Polizisten die armen der Armen sind. Dafür gibt es komischerweise zuviele Bewerber. Das ist halt so, zwei Gründe für die vielen Bewerber:

- es gibt viel Geld und gute geregelte Arbeitszeiten
- "Ich kann nichts, ich bin nichts - gebt mir eine Uniform"

Davon mal abgesehen, vielleicht gibt es noch Menschen die einen Beruf idealistisch sehen, und nicht nur geldgeil nach den bestbezahlten Jobs suchen.

Blutschlumpf
18.12.2002, 10:26
Original erstellt von n0com
Davon mal abgesehen, vielleicht gibt es noch Menschen die einen Beruf idealistisch sehen, und nicht nur geldgeil nach den bestbezahlten Jobs suchen.
:volllol

Tiu
18.12.2002, 10:40
Original erstellt von n0com
Klar klingelts, Du hast vergessen zu schreiben, dass Du als SaZ freie Heilfürsorge hattest, damit für Dich auch keine Notwendigkeit bestand eine Krankenversicherung abzuschliessen um die das Netto noch zu mindern ist. Besonders wenn noch Kinder mit zu versichern sind.


Klar hatte ich freie Heilfürsorge, dafür aber keine freie Arztwahl!
Daher erhalten ja auch andere Beamte (ausser SaZ und BS) als privatversicherte 75% Zuzahlung zu ihrer Krankenversicherung.
Dann läßt man die Frau noch einen halbtags Job machen und somit ist die Frau und evtl. vorhandene Kinder pflichtversichert bei der Frau. Spart auch nochmal Geld für die Private KK. Selbst wenn die Frau nicht arbeitet, bezahlt auch hier der Staat 75% KV für die Familienangehörigen.

Und sind die Privaten KV Beiträge nicht auch noch steuerlich absetzbar?
War ne ernste Frage, weiss es ehrlich nicht. Dürfte aber sein.
Meine Pflicht KK Beiträge kann ich nicht steuerlich absetzen.

olly3052
18.12.2002, 10:41
@ Graka0815,
Außendienstzulage?
Dienst zu ungünstigen Zeiten:
von 20.00 h - 06.00 h : pro Std. 0,75 €
Sonntags: 2 €

Ja, das zieht meine Bezüge in astronomische Höhen:)
Abgesehen davon hast Du Recht. Ich nage nicht am Hungertuch und habe nicht vor hier rumzujammern.

@N0com,

Das ist halt so, zwei Gründe für die vielen Bewerber:

- es gibt viel Geld und gute geregelte Arbeitszeiten
- "Ich kann nichts, ich bin nichts - gebt mir eine Uniform"

Das zeugt von Kenntnis der Materie! Na ja, Du als Dienstleiter wirst schon wissen, wovon Du schreibst:D :D



Gruß


Elessar

n0com
18.12.2002, 10:47
Original erstellt von Elessar
Das zeugt von Kenntnis der Materie! Na ja, Du als Dienstleiter wirst schon wissen, wovon Du schreibst:D :D
Kann man in diesem Land nichts schreiben, ohne Ironie-Tags zu setzen?

Original erstellt von GRAKA0815 Klar hatte ich freie Heilfürsorge, dafür aber keine freie Arztwahl!
Daher erhalten ja auch andere Beamte (ausser SaZ und BS) als privatversicherte 75% Zuzahlung zu ihrer Krankenversicherung.
Dann läßt man die Frau noch einen halbtags Job machen und somit ist die Frau und evtl. vorhandene Kinder pflichtversichert bei der Frau. Spart auch nochmal Geld für die Private KK. Selbst wenn die Frau nicht arbeitet, bezahlt auch hier der Staat 75% KV für die Familienangehörigen.
Richtig ist, ich muss/kann mich zu 50% versichern, nicht 75%. Und selbst wenn ich meine Frau einen Halbtagsjob machen lasse (welch eine Ausdrucksweise einer Akademikerin gegenüber :) ), wären die Kinder bei mir zu versichern, denn ich habe das höhere Brutto und darauf achten die gesetzl. KK in der Regel. Wenn ich Pflichtversichert wäre, wären (eine nicht arbeitenden Frau vorausgesetzt) alle ohne zusätzliche Kosten bei mir versichert. Aber wie gesagt ich wäre lieber heute als morgen Pflichtversichert, denn das wäre günstiger, wenn es erstmal zwei Kinder sind.

Tiu
18.12.2002, 11:36
Der steuerlich Vorteil bei meinem 2. Kind war der, dass ich keine Kirchensteuer mehr zahlen brauchte. Waren ungefähr DM 7,-
Toll was?:D

50% ?
Also ich weiß von meinem ehem. Verteidigungskollegen, das er 75% für seine Frau als Zuzahlung zur versicherung erhalten hat.
Hat die Bw da eine Sonderregelung?
Oder betrifft das nur Familienangehörige?

Tiu
18.12.2002, 11:43
Und selbst wenn ich meine Frau einen Halbtagsjob machen lasse (welch eine Ausdrucksweise einer Akademikerin gegenüber :) ), wären die Kinder bei mir zu versichern, denn ich habe das höhere Brutto und darauf achten die gesetzl. KK in der Regel.

Das ist falsch. Hab gerade nochmal meinen Steuerberater dazu angerufen. Wenn Mann & Frau arbeiten, ist es vollkommen egal bei wem die Kinder mitversichert sind.
hat mit dem Einjkommen garnichts zu tun. Da kann der Mann jeden Monat Millionen verdienen und die Kinder trotzdem bei der Frau in der Gesetzl. Versicherung mitversichert sein.

Kwuteg
18.12.2002, 12:21
@Daria
Deine Expertise in Ehren, aber hier solltest du etwas vorsichtiger argumentieren. Nahezu alles, was du hier ausführst, ist richtig - aber du hast Informationen ausgeklammert, die in deine Rechnung auch hineingehören. Namentlich der Personalabbau bei gleichbleibender Leistung (= Mehrleistung für die Verbliebenen Arbeitnehmer) und der bereits geschehene Verzicht auf einen Inflationsausgleich.
Wenn die Gewerkschafter dir diese Informationen nachreichen, dann solltest du sie nicht leichtfertig abtun. Das sind in meinen Augen Informationen, die du ehrlicherweise in dein Modell aufnehmen mußt. Dann solltest eigentlich auch du nichts mehr gegen die Forderungen einzuwenden haben. Oder habe ich etwas übersehen?

Tiguar
18.12.2002, 12:21
Original erstellt von [UTC]VADER
Der Bundesinnenminister hat für den Fall einer hohen Abschlusses ja schon Entlassungen angekündigt, da sollte man sich schon fragen, was einem bei der aktuellen Kassenlage und dem aktuellen Arbeitsmarkt lieber ist - ein sicherer Job oder mehr Geld, dafür aber das Risiko entlassen zu werden.

Wobei dieser Aspekt der Geschichte schon wieder deutlich komische und satirische Züge trägt: Der Bundesinnenminister, der u.a. aufgrund der eindeutigen Wahlkampfhilfe seitens der Gewerkschaften seinen Job behalten konnte, verhält sich auf einmal wie der vielgescholtene Buhmann-Unternehmer, wenn Bsirske & Co. nun den Preis für ihre Unterstützung einfordern wollen.

Aber er kann nicht anders, gewisse wirtschaftliche Grundregeln und Notwendigkeiten gelten nun einmal für jeglichen Arbeitgeber, sei es im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft. Und eines der wichtigsten Gesetze ist nunmal, daß Lohnerhöhungen nur dann keine Auswirkungen auf die Beschäftigungslage haben, wenn sie dem Produktivitätszuwachs entsprechen. Daraus abgeleitet: Höhere Lohnsteigerungen kosten Arbeitsplätze, geringere Zuwächse hingegen tragen zur Arbeitsplatzschaffung bei.

Hinzu kommt, daß insgesamt gesehen die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen tendenziell teurer und ineffektiver ist als ein vergleichbares Angebot privatwirtschaftlicher Anbieter. @Das Kriterium: Warum hat denn die Rheinbahn vor einigen Jahren nichts besseres zu tun gehabt, als einen privaten ÖPNV-Anbieter, der zu geringeren Kosten besseren Service bieten konnte, mit allerlei Tricks und juristischen Finessen aus dem Markt zu drängen?

Ich will hier keineswegs diejenigen angreifen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, sicherlich zu Recht über eine hohe Arbeitsbelastung klagen und ihre Jobs verantwortungsvoll und gut erledigen. Nur leider hat das subjektive Empfinden des einzelnen Mitarbeiters nicht zwangsläufig etwas mit der Gesamtsituation zu tun. Die Frage muß aus Eurer Sicht dann doch eigentlich lauten: Warum ist trotz Eurer effektiven Arbeit das Gesamtsystem ineffektiv? Ansatzpunkte für die Beantwortung dieser Frage habt Ihr ja bereits gegeben, z.B. indem zu viel Verwaltungsaufwand betrieben wird bzw. zu viele "Sesselpfurzer" mit durchgezogen werden müssen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist sicherlich auch, daß sich unter konkurrenzfreien Bedingungen zahlreiche ineffiziente Arbeitsabläufe halten konnten. Wie gesagt, mit dem subjektiven Arbeitsempfinden hat das nichts zu tun!

Nehmen wir doch als Beispiel mal den Polizisten, der seinen überbordenden Papierkram noch mit einer alten, klapprigen Schreibmaschine erledigen muß, weil in seiner Dienststelle das PC-Zeitalter noch nicht eingezogen ist oder bestenfalls der vorhandene PC nicht kompatibel zu den Systemen anderer Dienststellen ist. Dieser Polizist kann letztlich gar nicht effektiv arbeiten, auch wenn er persönlich noch so schuftet.

An dieser Stelle kommen dann auch die Gewerkschaften in´s Spiel, die sich die letzten Jahre und Jahrzehnte vor allem als Besitzstandswahrer und damit als Modernisierungsverhinderer profiliert haben. Das alles unter den absolut falschen Grundannahmen, daß die Gesamtmenge an Arbeit und Beschäftigung konstant ist und sich Arbeitslosigkeit damit auf eine ungelöste Verteilungsproblematik reduzieren läßt, und daß Lohnkosten keine Kosten sind, die sich substituieren (z.B. durch Rationalisierung) oder außerhalb des deutschen Arbeits-"Markts" verringern (z.B. durch Verlagerung in das Ausland) lassen. Die historischen Verdienste der Gewerkschaften stelle ich in keiner Weise in Abrede, allerdings wäre es für die Gewerkschaften dringend notwendig, sich aus dem frühkapitalistischen, klassenkämpferischen Gedankenmodell aus der Zeit, aus der diese Verdienste stammen, zu verabschieden. Die aktuelle Entwicklung mit beständig sinkenden Mitgliederzahlen spricht doch hier eine deutliche Sprache, offensichtlich ist die Mehrheit der Arbeitnehmer hier schon wesentlich weiter als ihre eigentliche Interessenvertretung.

Besonders paradox wird die Rolle der Gewerkschaften, wenn man sich die Gewerkschaften als Arbeitgeber ansieht. Auf einmal gibt es dann Dinge wie Kostendruck, betriebsbedingte Kündigungen etc., und den eigenen Beschäftigten werden teilweise die Mindeststandards verweigert, die auf der anderen Seite von anderen Arbeitgebern gefordert werden. Willkommen in Absurdistan!

Auch wenn ich jetzt in die Gefahr gerate, genau wie Daria, Vader oder Golfproll verbal ein wenig niedergeknüppelt zu werden, so ist genau das ein gutes Spiegelbild unserer Situation in Deutschland: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, werden sämtliche Denkansätze erst einmal einer ideologischen Kontrolle unterworfen, ob sie denn auch dem spezialdemokratischen Weltbild z.B. eines Herrn Müntefering entstprechen oder sich mit der Beharrungsperspektive der Gewerkschaften vereinbaren lassen. So ist es Herrn Hartz ergangen, dessen Vorschläge bis zur Wirkungslosigkeit weichgespült wurden. Bei Herrn Rürup geht man sicherheitshalber noch weiter, seiner vermeintlich unabhängigen Reformkommission wurden aktuell gleich im Voraus entsprechende Denkverbote verpaßt. Oder nehmt Herrn Gerster, der als neuer Chef der Bundesanstalt für Arbeit den Finger in einige Wunden legte, was ihn den Job auch gleich fast wieder gekostet hat.

Weiter so, Deutschland, mit Vollgas gegen die Wand!

Ciao, Tiguar

P.S.: Welcome back, Kwuteg! :D

Das Kriterium
18.12.2002, 15:36
Original erstellt von Daria
Och Kriterium...das Post war nu aber wirklich verschwendung von Bandbreite. Machst du das immer wenn dir kein richtiges Argument mehr einfällt?

Es kann niemand bestreiten das auch von Vorständen und Arbeitgebern viel Geld abgezogen wird, was eigentlich nicht rechtens gewesen wäre. Allerdings muss man auch sagen das der normale Busfahrer, Fabrikarbeiter oder sonst was leider keine Ahnung hat von hochkomplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das ist keine Beleidigung, sondern lediglich eine Natur der Sache. Nur da's hier ums eigene Geld geht will natürlich jeder mitreden, ob er nun Ahnung hat oder nicht. Das wär so als würde ich dem Strassenbahnfahrer auf dem Weg zur Arbeit ständig Tips geben wir er seine Gondel zu fahren hat. Genau dasselbe ist es nämlich wenn wieder irgendwelche Leute a la Bsirske mit ihren Bild-Parolen versuchen ihre Forderungen durchzudrücken.

Dein erster Satz ist falsch, bei uns wird bei den Arbeitern gespart, bei den Vorständen wurde es immer weiter erhöht. Da liegst du also daneben, erst wirklich wissen, dann Klappa aufmachen.

Zweiter Satz, also willst du behaupten du wärst der Allwissende? Ja, dein Eigenlob stinkt bis hierhin.

Dritter Satz, siehe letzten Satz meines Kommentars zum zweiten.

Vierter Satz, siehe nochmals Ende 2 und unterhalte mal deinen eigenen Lebensunterhalt. Und verzichte immer weiter auf immer mehr Kohlen und Kollegen und Sonderleistungen bis gar nichts mehr übrig bleibt. Willkommen im Leben. Geh erst mal arbeiten.

Fünfter Satz, siehe letzter Satz des Kommentars zum zweiten (Eigenlob).

Letzter Satz, siehe vierter.

Tiu
18.12.2002, 17:48
Ich kann Daria und Tiguar hier in weiten Teilen nur recht geben.
Was viele nicht sehen, sind die Kosten der Arbeitgeber. Uns interessiert nur das, was letzlich auf dem Lohnzettel unter "Auszuzahlender Betrag" steht.

Wenn ein Arbeitnehmer 25 Euro netto mehr im Monat haben möchte, so kostet dies den Arbeitgeber monatlich 60 Euro.
Die Differenz von 35 Euro kassiert der Staat in Form von Steuern und Sozialabgaben.

So, nun hat das Unternehmen höhere Lohnkosten und damit verbunden höhere Stückkosten. Wer zahlt die? Wir, und zwar beim Einkauf. Die Kosten werden doch eh an den Endverbraucher weitergereicht. So, nun hat er seine 25 Euro netto in der Tasche die er dann wenig später wirklich braucht um die gestiegenen Kosten wieder wett zu machen. Höhere Kosten bedeuten mehr Mehrwertsteuereinnahmen für den Staat.

Fazit. Bei jeder Lohnerhöhung in der Freien Wirtschaft ist der einzige Gewinner der Staat und die Sozialkassen.

@ Das Kriterium

Die wenigsten Unternehmen haben einen Vorstand!

Daria
18.12.2002, 17:58
Den ersten Satz hast du falsch verstanden, lag aber auch an meiner umständlichen Ausdrucksweise. Ich meinte das Vorstände etc. Geld aus dem Unternehmen abziehen im Sinne von sich bereichern, also mehr Geld bekommen. Der erste Satz war durchaus negativ gemeint im Hinblick auf die "Vorstandsetage".

Der zweite Satz war nicht auf mich selbst bezogen, das Wort "Ich" kommt da auch nicht drin vor. Von daher kann hier kaum von Eigenlob gesprochen werden.

Zu deinem Kommentar mit dem arbeiten: Ich hab es bereits in diesem Thread schon einmal erwähnt allerdings scheint das entweder überlesen oder ignoriert worden zu sein: Ich studiere UND arbeite momentan gleichzeitig, was bestimmt auch kein Zuckerschlecken ist und eine große zeitliche Belastung darstellt. Wochenende gibts auch nur wenn's hochkommt einmal im Monat, die Zeit geht meistens fürs Studium und Analysen für die Arbeit drauf.

Die Sprüche mit "Willkommen im Leben" könnt ihr euch hier getrost schenken, Booster hatte ja auch schon sowas in die Richtung abgelassen. Meine produktive Arbeitszeit pro Woche (das Studium eingerechnet) übersteigt locker die Soll-Zeit eines jeden normalen Angestellten also kommt mir bitte nicht auf diese Tour.

So und nu noch was zu Fairy:
Ja es stimmt das diese Zahlen berücksichtigt werden müssen. Das verkompliziert die Situation allerdings erheblich; Mein Beispiel sollte nur die grundlegende Logik erläutern. Wenn man allerdings die von dir angesprochenen Zahlen mit berücksichtigt, muss auch noch eine ganz andere Sache in die Rechnung einbezogen werden: Und zwar die generelle Wirtschaftslage. Momentan ist die nächste Boom-Phase noch lange nicht in Sicht und speziell in Deutschland ist die Lage momentan wirklich nicht gut.

Es ist ja generell so, das ein bestimmter Anteil des Gewinns den eine Firma erwirtschaftet an die Belegschaft geht (die Gehälter halt). Dieser Anteil liegt z.b. in den USA bei ca. 70% und ist auch über mehrere Dekaden hinweg konstant da geblieben. Wenn man nun einmal davon ausgeht das die Belegschaft einer Firma einen gewissen Teil des Profits in Form von Gehältern erhält dann ist es nur logisch das sich dieser Teil reduziert sobald die Firma weniger Gewinn erwirtschaftet. Das wird aber in Deutschland durch Tarifverträge und Kündigungsschutz verhindert. Folglicherweise ist die "Mehrbelastung" die in den letzen Jahren zu verspüren war nur eine Folge der rezessiven Bewegung bei den Unternehmensgewinnen: Die Firma erwirtschaftet weniger Gewinn, muss aber immer noch den selben absoluten Anteil an Lohn zahlen. Um das zu kompensieren werden Arbeitskräfte eingespart, bzw. in gewissem Maß halt auch irgendwann der Lohn gesenkt.

Wenn Ver.di aber nun eine Erhöhung des Lohns fordert dann würde das der momentanen bewegung völlig entgegenlaufen und die Situation nur noch schlimmer machen; der prozentuale Lohn-Anteil am Gewinn würde sich weit über das Normal-Maß hinaus erhöhen.

golfproll
18.12.2002, 18:15
Danke Daria! Du hast meine Erwartungen in dich weit übertroffen, da sieht man mal wieder den Unterschied zwischen IM und IB!:D Ihr Jungs, habt's Economics-technisch einfach drauf.

@Graka0815: Du hast so recht! Die meisten Gwerkschaftsführer vergessen das auch Arbeitgeber Kosten haben und etwas verdienen möchten.

Warum verdient ein Arbeitgeber mehr als ein einfacher Fabrikarbeiter? Ziemlich einfach: weil er ein höheres Risiko eingeht und der Mehrverdienst Ausgleich für das hohe Riskio ist das er trägt. Darüberhinaus ist handelt jeder Arbeitgeber per se erstmal sozial-verantwortlich: er gibt Leuten Arbeit und bezahlt sie dafür. Ein Mehrverdienst ist okönomisch eine Belohnung für die soziale Verantowrtung und das hohe persönliche Risiko das er trägt!

Gruß
Golfproll

P.S.: War jetzt kurz gefasst, aber ich habe im Moment keine Lust meiner Neigung zur Weitschweifigkeit nachzugeben.;)

Daria
18.12.2002, 18:20
Nachtrag:

Der Anteil der Arbeitnehmer am Gesamteinkommen lag 1990 bei 69,8%

2001 lag er bei 73,1 %.

Das ist eine Steigerung von über 3%. Und jetzt will Ver.di nochmal 3% oben drauf ? ah ja.....

(Quelle Statistisches Bundesamt)

Booster88
18.12.2002, 19:30
Oh Daria, du Gott und allwissender Master vom internationalen Management und Economics, dein Reich komme (oder besser nicht?) - dein Wille geschehe - aber gib uns lohnabhänig Beschäftigten im öffentl. Dienst unser täglich Brot auch heute und morgen! Und führe uns mit deinen von der Realität etwas fernen, rein wissenschaftlichen Thesen nicht in Versuchung! - Sondern erlöse uns von deinem abgehobenen Managementgeschwafel indem du endlich mal ECHTE und REALISIEBARE Lösungsmöglichkeiten statt nur Theorie aufzeigst! Dann soll das Reich auch dein sein -
in Ewigkeit
Economics






Greets
Booster88

Daria
18.12.2002, 20:25
Du willst ne realisierbare Lösung ? Ganz einfach: ES GIBT KEINE. Es wäre schonmal ein Ansatz wenn die Leute ganz einfach kapieren würden das von nix auch nix zu holen ist. Die wirtschaftliche Lage ist nunmal SCHEISSE und das wirkt sich eben auch auf die Löhne aus. Und wenn die Situation nun einmal wie im moment WIRKLICH SCHEISSE ist, dann wirkt sich das auch nicht über nur ne einmalige Lohnerhöhung von 2% anstatt 5%, sondern über einen längerfristigen Einschitt aus. Und wenn dann obendrauf noch eine völlig desorientierte Politik kommt - wo soll da bitte ne realisierbare Lösung herkommen? Die Situation ist nunmal so, die kann man auch nicht verbessern, das einzige was man kurzfristig ändern kann, ist sie noch schlimmer zu machen.

Halt, mir ist ne realisierbare Lösung eingefallen: Wander doch in ein Land aus was von der wirtschaftlichen Situation stärker da steht. Ist zwar momentan eher rar gesät, gibts aber trotzdem noch.

Kwuteg
19.12.2002, 06:24
@Daria
Wie schon gesagt: Ich halte das meiste, was du sagst, für richtig.
Aber nach dem Economics-Modell, das du hier entwirfst, müßte es im öffentlichen Dienst durch den Strukturwandel der letzten Jahre deutliche Einsparungen gegeben haben, was bei dem gleich gebliebenen Leistungsniveau zu ebenso deutlichen Mehreinnahmen (oder Minderausgaben bei gleichen Einnahmen) geführt haben sollte. Wohin ist dieses Geld also verschwunden? Wenigstens ein Teil davon stünde doch denen zu, die diese Mehrleistungen erbracht haben - und das sind die Angestellten. Diese Angestellten können auch rechnen und haben festgestellt, daß sie für ihre Anstrengungen nicht mehr angemessen entlohnt werden. Sie fragen sich, wohin die höheren Gewinnmargen gewandert sind, die es (nach deinem Modell!) ja offensichtlich geben müßte. Und weil sie darauf keine zufriedenstellenden Antworten bekommen, fordern sie ihr Recht über eine Tariferhöhung ein. Daran sehe ich nichts Verwerfliches.

Es ist wahr, daß Tariferhöhungen zu diesem Zeitpunkt einen gesamtwirtschaftlichen Irrsinn darstellen. Aber die Arbeitnehmer interessiert nicht, was gesamtwirtschaftlich klug wäre oder nicht. Sie fühlen sich von den Arbeitgebern übers Ohr gehauen, weil sie über Jahre hinweg Beschränkungen hinnehmen mußten, eben im Namen der Wirtschaftlichkeit. Sie meinen zu Recht, daß sie einen Ausgleich verdienen. Das ist die ganze Motivation hinter der verdi-Aktion.

Ich persönlich halte diese Forderungen momentan auch für unklug - ich sehe ja die wirtschaftlichen Realitäten. Aber in deinem Modell fehlt imo etwas Entscheidendes. Was ist denn, wenn die Arbeitgeber die Angestellten tatsächlich übers Ohr gehauen haben und das womöglich noch tun? Wie soll in diesem Szenario noch Gerechtigkeit in irgendeiner Form (wieder-)hergestellt werden? Und genau dafür sind die Gewerkschaften da.

Ich will hier keine antiquierten Grabenkämpfe austragen. Die Arbeitgeber sind nicht die bösen Geldgeier, die ihre Angestellten betrügen, wo es nur geht. Genau so wie die Arbeitnehmer nicht die stets unzufriedenen, faulen und verwöhnten Einzelkinder sind. Das sind Feindbilder, die wir in diesem Jahrhundert eigentlich überwunden haben sollten. Bleibt das Problem, daß Fleiß nicht mehr angemessen entlohnt wird. Und dagegen hat niemand ein Konzept.

golfproll
19.12.2002, 11:22
@kwuteg: Ein Anfang immerhin wäre die Einführung von leistungsbezogenen Verträgen wie sie ab der, nicht-tarifgebundenen, mittleren Managementebene üblich sind. Also vergleichsweise niedriges Grundgehalt mit "Erfolgsprämien", das wird in den meisten anderen Volkswirtschaften so praktiziert und funktioniert auch wunderbar, weil die die viel leisten auch mehr verdienen und das ist, zumindest meiner Meinung nach, gerecht und richtig. Die Gleichmacherei die mit den Tarifverträgen betrieben wird ist im volkswirtschaftlichen Sinne eine "Wettbewerbsverzerrung".

Schöne Grüße vom
Golfproll

P.S: Schön das Du wieder da bist!

Kwuteg
19.12.2002, 18:31
Man merkt vielleicht, daß ich politisch eher links stehe, aber ein großer Fan der Gewerkschaften war ich nie. Ich gebe bei all der Kritik an den Verbänden nur zu bedenken, daß die Arbeitnehmer in unserer Lobby-Gesellschaft eine Lobby nötig haben.
Darüber hinaus sympathisiere ich in der Tat eher mit den Ökonomen hier. Leistung muß sich auszahlen, Mehrleistung muß sich lohnen - genau wie Minderleistung geringer entlohnt werden muß. Es ist leider sehr schwer, von diesem Grundsatz ausgehend wirklich faire Lohn-Modelle zu schaffen. Denn letzlich gilt in der Marktwirtschaft, daß jeder sich selbst der nächste ist und zuallererst auf seinen persönlichen Vorteil schielt.

[OFF-TOPIC]
Allmählich gewinne ich den Eindruck, daß eine menschenfreundliche Marktwirtschaft dem Kommunismus sehr ähnlich ist... sie setzt den guten Menschen voraus, der seinen persönlichen Vorteil nicht um jeden Preis seinen Mitmenschen/Kollegen abzuringen versucht. ;)
[/OFF-TOPIC]

hunny
30.12.2002, 10:16
Leistung muß sich auszahlen, Mehrleistung muß sich lohnen - genau wie Minderleistung geringer entlohnt werden muß. Es ist leider sehr schwer, von diesem Grundsatz ausgehend wirklich faire Lohn-Modelle zu schaffen
Das dürfte aber ein problem sein,welches nicht nur den öffentlichen Dienst betrifft,oder?
Grüße hunny:)

nico fischer
12.10.2005, 17:32
ich bin erst neu hier ich arbeite auch im öffendlichem dienst als azubi bei der bundeswehr bin aber kein soldat .....

was ist das für ne scheisse

ich habe erfahren das ich meine heimfahrtstage (zusatzurlaub ) vielleicht nicht mehr bekomme ...... was soll tuen :( ich bin aus brandenburg und hab ne freundin ! ! ! !

olly3052
12.10.2005, 19:21
Erstmal willkommen auf FB.

Es ehrt Dich wirklich, als sozuschreiben Neuling im Forum, unsere SuFu bravourös benutzt zu haben.:)

Doch dieser ausgebuddelte thread ist nunmehr fast 3 Jahre alt.

Wenn Dir etwas am Thema liegt, denke Dir ein aussagekräftiges topic aus und mach einen neuen thread draus:)

Btw., ein ! langt;)

GRuß

olly3052