Nvidia GeForce RTX 4070 FE im Test: (Knapp) RTX-3080-Leistung und 12 GB für 659 Euro

Wolfgang Andermahr
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Nvidia GeForce RTX 4070 FE im Test: (Knapp) RTX-3080-Leistung und 12 GB für 659 Euro

Mit der GeForce RTX 4070 schickt Nvidia Ada Lovelace ab 659 Euro in die Händlerregale. Die Grafikkarte soll RTX-3080-Leistung bei einer besseren Effizienz liefern. Ob dies gelingt, testet ComputerBase anhand von Nvidias Founders Edition. Im Vergleich müssen sich neben der RTX 3080 auch die RTX 4070 Ti und die RX 6800 XT stellen.

Eine langsamere RTX 4070 Ti für 659 Euro

Wer eine aktuelle Nvidia-Grafikkarte kaufen möchte, muss nach UVP mindestens 899 Euro bezahlen – und im Handel ist der Preis nicht niedriger. Für viele ist dies immer noch zu hoch und für diejenigen schickt Nvidia nun ein weiteres Modell in den Handel, das die aktuelle Generation Ada Lovelace in die Mittelklasse bringt. Die Rede ist von der GeForce RTX 4070, die ab dem 13. April für eine unverbindliche Preisempfehlung von 659 Euro zu haben ist.

Die Grafikkarte orientiert sich dabei an der GeForce RTX 4070 Ti (Test). Vieles ist gleich: Sei es die AD104-GPU, der 12 GB große VRAM oder die Speichergeschwindigkeit von 21 Gbps – hier gibt es keinerlei Unterschiede. Abgespeckt wird die GeForce RTX 4070 stattdessen bei der Anzahl der Ausführungseinheiten, dem GPU-Takt und der maximalen Leistungsaufnahme. Das reduziert die Performance, die laut Nvidia in etwa auf dem Niveau der GeForce RTX 3080 liegen soll.

Mit Nvidias Founders Edition in den Test

Doch ergibt dies ein gutes, rundes Produkt? Das wird ComputerBase anhand einer Nvidia GeForce RTX 4070 Founders Edition herausfinden. Im Vergleich muss sich die Grafikkarte nicht nur dem größeren Bruder GeForce RTX 4070 Ti stellen, sondern ebenso den älteren Modellen GeForce RTX 3080 und Radeon RX 6800 XT. Einen Gegenspieler von AMD zur GeForce RTX 4070 gibt es aktuell noch nicht.

Erste Angebote ab Donnerstag, den 13. April, 15:00 Uhr

Die Technik der RTX 4070 im Detail

Die GeForce RTX 4070 basiert wie auch die GeForce RTX 4070 Ti auf der 35,8 Milliarden Transistoren und 295 mm² großen AD104-GPU, jedoch wurde die Anzahl der Ausführungseinheiten gegenüber dem größeren Modell deutlich reduziert. Anstatt 60 Streaming-Multiprocessors und damit 7.680 FP32-ALUs sind auf der GeForce RTX 4070 noch 46 SMs und so 5.888 ALUs aktiv. Das reduziert bei gleichem Takt die Rechenleistung um 23 Prozent und ist der mit Abstand größte Unterschied zwischen den zwei Grafikkarten.

Denn davon abgesehen hat Nvidia gar nicht so viele Änderungen vorgenommen. Die Taktraten gibt der Hersteller mit 1.920 MHz in der Basis und 2.475 MHz im Boost an. Das sind zumindest nach Boost-Takt nochmal 5 Prozent weniger Takt, die auf die 23 Prozent weniger Rechenleistung bei der GeForce RTX 4070 obendrauf kommen. Allerdings haben offizielle Taktangaben bei modernen Grafikkarten keine große Aussagekraft mehr, wenn überhaupt noch eine.

Die AD104-GPU auf der RTX 4070
Die AD104-GPU auf der RTX 4070 (Bild: Nvidia)

Beim Speichersystem gibt es keine Unterschiede

Anders als bei den Recheneinheiten hat Nvidia das Speichersystem unangetastet gelassen. Auch die GeForce RTX 4070 kann auf einen 12 GB großen GDDR6X-Speicher zurückgreifen, der mit 21 Gbps arbeitet und an einem 192-Bit-Interface angeschlossen ist. Die Speicherbandbreite ist zwischen beiden Grafikkarten ebenfalls gleichgeblieben. Jedoch ist der L2-Cache mit 36.864 KB zu 49.152 KB kleiner geworden. Entsprechend kann es passieren, dass die GeForce RTX 4070 öfter auf den GDDR6X-Speicher zugreifen muss als das größere Modell.

Die GeForce RTX 4070 hat eine deutlich reduzierte Rechenleistung im Vergleich zur GeForce RTX 4070 Ti, was jedoch auch die Leistungsaufnahme spürbar reduziert. Anstatt maximal 285 Watt darf die neue Grafikkarte maximal nur 200 Watt aufnehmen. Ein 12VHPWR-Stecker nach PCIe-5.0-Norm wird benötigt oder alternativ ein Adapter mit zwei 8-Pin-Stromsteckern.

Offizielle Spezifikationen der RTX-4000-Serie
RTX 4090 RTX 4080 16 GB RTX 4070 Ti RTX 4070
Architektur Ada
GPU AD102 AD103 AD104
Fertigung TSMC N4
Transistoren 76,3 Mrd. 45,9 Mrd. 35,8 Mrd.
Chipgröße 609 mm² 379 mm² 295 mm²
SM 128 76 60 46
FP32-ALUs 16.384 9.728 7.680 5.888
RT-Kerne 128, 3rd Gen 76, 3rd Gen 60, 3rd Gen 46, 3nd Gen
Tensor-Kerne 512, 4th Gen 304, 4th Gen 240, 4th Gen 184, 4th Gen
Base-Takt 2.230 MHz 2.210 MHz 2.310 MHz 1.920 MHz
Boost-Takt 2.520 MHz 2.510 MHz 2.610 MHz 2.475 MHz
FP32-Rechenleistung 82,6 TFLOPS 48,8 TFLOPS 40,1 TFLOPS 29,1 TFLOPS
FP16-Rechenleistung 82,6 TFLOPS 48,8 TFLOPS 40,1 TFLOPS 29,1 TFLOPS
FP16 über Tensor 330 TFLOPS 195 TFLOPS 160 TFLOPS 117 TFLOPS
Textureinheiten 512 304 240 184
ROPs 176 112 80 64
L2-Cache 73.728 KB 65.536 KB 49.152 KB 36.864 KB
Speicher 24 GB GDDR6X 16 GB GDDR6X 12 GB GDDR6X
Speicherdurchsatz 21 Gbps 22,4 Gbps 21 Gbps
Speicherinterface 384 Bit 256 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 1.008 GB/s 717 GB/s 504 GB/s
Slot-Anbindung PCIe 4.0
Video-Engine 2 × NVENC (8th Gen)
1 × NVDEC (5th Gen)
TDP 450 Watt 320 Watt 285 Watt 200 Watt

Die GeForce RTX 4070 Founders Edition im Detail

Anders als bei der GeForce RTX 4070 Ti wird es die GeForce RTX 4070 wieder als Founders Edition geben. Das Modell orientiert sich an dem Design der GeForce RTX 4080 sowie RTX 4090 FE und ist primär schlicht kleiner geworden. 650 Euro will Nvidia für das Modell haben, die Grafikkarte wird es in Deutschland exklusiv bei Notebooksbilliger geben.

Mit gerade einmal einer Länge von 24,5 cm, einer Höhe von 11 cm, einer Breite von zwei Slots und einem Gewicht von 1.019 g ist die GeForce RTX 4070 Founders Edition ein regelrechter Zwerg im RTX-4000-Portfolio. Die GeForce RTX 4080 FE ist gleich doppelt so schwer und massiv größer. Von den Ausmaßen abgesehen ist das Kühlprinzip beider Modelle (anders als bei den jeweiligen Vertretern der RTX-3000-Serie) aber identisch.

Alles ist kleiner und doch irgendwie gleich

So nutzt auch die GeForce RTX 4070 Founders Edition zwei Axiallüfter, je einer auf der Vorder- und einer auf der Rückseite. Der Durchmesser der Ventilatoren ist mit 90 mm aber deutlich kleiner. Das Lüfterverhalten ist gleich. Nach dem Starten des Systems drehen sie erst einmal für eine kurze Zeit weiter, bis sie zum Stillstand kommen. Und auch nach einer langen Lastphase vergeht einige Zeit, bis absolute Ruhe herrscht. Leider erzeugt auch bei dem kleinen Modell der rückseitige Lüfter nervige Resonanzen – später dazu mehr. Darüber hinaus gibt es einen Kupferblock direkt über der GPU, vier Heatpipes sowie einen Alu-Block und zahlreiche Alu-Finnen.

Die größeren Karten haben es vorgemacht, die GeForce RTX 4070 FE folgt nach. Die Rede ist von dem 16-Pin-Stromanschluss 12VHPWR, mit dem Nvidias neuester Ada-Lovelace-Zuwachs ausgestattet ist. Für Anwender, die den Stromstecker nicht nutzen können, liegt im Karton ein 2-x-8-Pin-Stromadapter bei. 200 Watt darf die Founders Edition aufnehmen, 220 Watt ist das manuell einstellbare Limit.

Die Nvidia GeForce RTX 4070 FE arbeitet natürlich mit den Referenz-Taktraten. Der Basis-Takt liegt bei 1.920 MHz, der durchschnittlich Boost bei 2.475 MHz. Monitore können über drei DisplayPorts 1.4 mit DSC und einen HDMI-2.1-Anschluss angesteuert werden. Eine Beleuchtung irgendeiner Art gibt es auf der kleinen Founders Edition nicht.

GeForce RTX 3070 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 3070 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 3070 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 3070 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 3070 FE (rechts) und RTX 4070 FE (links)
GeForce RTX 3070 FE (rechts) und RTX 4070 FE (links)
GeForce RTX 4080 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 4080 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 4080 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 4080 FE (links) und RTX 4070 FE (rechts)
GeForce RTX 4080 FE (unten) und RTX 4070 FE (oben)
GeForce RTX 4080 FE (unten) und RTX 4070 FE (oben)
Merkmal Nvidia GeForce RTX 4070
Founders Edition
Karte PCB-Design Nvidia
Länge, Breite 24,5 cm, 11,0 cm
Stromversorgung 1 × 16-Pin (12VHPWR, PCIe 5.0)
Kühler Design Founders Edition, 2,0 Slot
Kühlkörper 4 Heatpipes
Kupfer-Kern/Alu-Radiator
Gewicht 1.019 g
Lüfter 2 × 90 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Anlaufdrehzahl 1.100 Umdrehungen
Takt
GPU-Basis 1.920 MHz
GPU-Durchschnitt 2.475 MHz
GPU-Maximum 2.805 MHz
Speicher 10.504 MHz
Speichergröße 12 GB GDDR6X
Leistungsaufnahme Standard-TDP 200 Watt
Max. TDP 220 Watt
Anschlüsse 3 x DisplayPort 1.4 DSC
1 x HDMI 2.1

Testsystem und Testmethodik

Für AMDs und Nvidias neue High-End-Grafikkarten hatte ComputerBase den Testparcours erneuert und dort den Fokus auf die höchsten Anforderungen gelegt. Mit dem Testparcours sind langsamere Modelle jedoch völlig überfordert. Entsprechend überarbeitet die Redaktion derzeit den kompletten Parcours, was allerdings noch etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Der „alte“ Parcours eignet sich für die GeForce RTX 4070 also nicht und der neue ist noch nicht fertig. Entsprechend kommt bei diesem Test eine Übergangslösung zum Einsatz: Der neue Testparcours mit teils reduzierten Grafikeinstellungen wird in stark gekürzter Form für die Benchmarks genutzt, während die Messungen der Lautstärke, Temperatur und Leistungsaufnahme noch auf dem alten Parcours basieren. Diese Lösung ist nicht optimal, derzeit lässt sich dies aber nicht anders lösen.

ComputerBase arbeitet mit Hochdruck an dem neuen Parcours, bei dem das Testsystem, die Benchmarks und sonstige Messungen – also schlicht alles – komplett überarbeitet und erneuert werden. Wenn dieser in absehbarer Zeit fertig gestellt ist, wird er sämtliche aktuelle und auch einige ältere Grafikkarten in aktuellen Spielen mit teilweise angepassten Grafikoptionen beinhalten. Der Testparcours wird in einem separaten Artikel vorgestellt werden.

Das neue Testsystem

Als Prozessor ist im neuen Testsystem der AMD Ryzen 9 7950X3D (Werkseinstellung) verbaut, der auf einem Asus Crosshair X670E Hero (BIOS 0925) seinen Dienst verrichtet. 32 GB Speicher (2 × 16 GB DDR5-6000, 32-32-32-61) stehen der CPU zur Verfügung. Als Betriebssystem ist Windows 11 in der Version 22H2 mitsamt allen verfügbaren Updates auf einer NVMe-SSD (PCIe 4.0) installiert. Resizable BAR ist auf allen Grafikkarten aktiviert, dasselbe gilt für die Kernisolierung (VBS) und die Speicher-Integrität (HVCI). Als Netzteil fungiert das Asus ROG Thor Platinum II mit 1.200 Watt, das mit einem 12VHPWR-Stecker daherkommt, der „Ich liefere 600 Watt!“ signalisiert. Falls die Grafikkarte so einen Anschluss bietet, wird dieser entsprechend genutzt.

AMD Ryzen 9 7950X3D im Test
AMD Ryzen 9 7950X3D im Test

Beim Gehäuse setzt die Redaktion auf ein Fractal Design Torrent, das auf einen maximalen Luftfluss setzt. Im Gehäuse wird die werkseitig verbaute Lüfterbestückung genutzt, die Drehzahlen wurden aber deutlich reduziert. Genauere Details dazu und zum Testsystem allgemein finden sich in der folgenden Tabelle.

Komponente
Prozessor AMD Ryzen 9 7950X3D, nicht übertaktet
CPU-Kühler Noctua NH-D15S (140 mm bei ~800 U/min)
Motherboard Asus Crosshair X670E Hero (BIOS: 0925)
Arbeitsspeicher 2 × 16 GB G.Skill TridentZ Neo, DDR5-6000
32-32-32-61
Netzteil Asus ROG Thor Platinum II (1.200 Watt, semipassiv, 80Plus Platinum)
SSD 1 × Mushkin Gamma, 2 TB, NVMe, PCIe 4.0 (OS und Spiele)
Gehäuse Fractal Design Torrent
Lüfter 2 x 180-mm-Lüfter, ~450 U/Min. an der Vorderseite
3 x 140-mm-Lüfter, ~700 U/min. am Boden

Als Treiber kam auf allen Radeon-Grafikkarten der Adrenalin 23.3.1 zum Einsatz, auf den GeForce-Modellen der GeForce 531.29. Die GeForce RTX 4070 wurde mit einem speziell angepassten-Treiber, dem GeForce 531.42, getestet.

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