SONiC : Microsoft setzt auf Debian und tritt der Eclipse Foundation bei

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SONiC: Microsoft setzt auf Debian und tritt der Eclipse Foundation bei
Bild: LibreStock (CC0 1.0)

Bei Microsoft geht es derzeit Schlag auf Schlag in Sachen Open Source: Nur Tage nach der Ankündigung von SQL Server für Linux überrascht Microsoft mit der Veröffentlichung des Linux-Betriebssystem SONiC und dem Beitritt zur Eclipse Foundation.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Microsoft ein selbst entwickeltes Linux-Betriebssystem für Switches und Router in den eigenen Rechenzentren entworfen. Mit Azure Cloud Switch (ACS) wurde ein modulares Cross-Plattform-System entwickelt, das per Software-Defined Networking (SDN) die Diversität der bisher eingesetzten Software in den hauseigenen Rechenzentren beherrschbarer gestalten soll.

Debian als solide Basis

Jetzt legt Microsoft nach und bietet das Konzept im Rahmen des Open Compute Project an, dem Microsoft Anfang 2014 beigetreten war. Auf der Basis von Debian GNU/Linux haben Entwickler in Redmond SONiC entworfen. Die Abkürzung steht für Software for Open Networking in the Cloud, womit das Einsatzgebiet der Linux-Distribution klar wird.

Mark Russinovich hat anlässlich der Vorstellung der neuen Distribution auf dem Summit des Open Compute Project 2016 (OPC) in San Jose in Kalifornien die Zielsetzung im Azure-Blog erläutert.

Mehr Freiheit in der Netzinfrastruktur

SONiC erlaubt es dem Betreiber, Router, Switches und andere Netzwerkhardware nach seinen eigenen Vorgaben zu nutzen und nicht auf die Firmware traditioneller Netzwerkhardware-Anbieter angewiesen zu sein. Dabei ist das System offen für Hardware verschiedenster Anbieter, das Switch Abstraction Interface (SAI) eine gewichtige Rolle. SAI ist eine offene, in C realisierte API, die es erlaubt, ASICS in Netzwerkgeräten zu programmieren und somit unterschiedlichste aktuelle Hardware mit Open-Source-Software zu betreiben und schnelllebige Entwicklungen in der Cloud mitzugehen. SONiC steht auf der Azure-Webseite zum Download bereit.

Beitritt zur Open-Source-Gemeinde

Zur gleichen Zeit erklärt Microsoft in einem MSDN-Blogeintrag seinen Beitritt zur Open-Source-Gemeinde der Eclipse Foundation. Bereits seit Jahren, so Shanku Niyogi, Manager des Visual Studio Teams, arbeite Microsoft mit der Eclipse Foundation in Sachen Java zusammen und freue sich nun, Solution-Member der Foundation zu werden. Dort befindet sich Microsoft unter anderem in der Gesellschaft von Airbus, Intel und Goldman Sachs. In der darüber liegenden Ebene der Strategic-Members finden sich Unternehmen wie CA Technologies, Google und IBM. Im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit wurden bereits Eclipse-Werkzeuge wie das Azure Toolkit for Eclipse und das Java SDK für Azure entwickelt.

Auf der heute endenden Konferenz EclipseCon wurde in diesem Zusammenhang eine Partnerschaft zwischen Microsoft und Codenvy bekanntgegeben. Ein Ziel dieser Verbindung ist die direkte Anbindung von Codenvys Workspaces an die Visual Studio Team Services.

Bereits Anfang 2015 hatte Canonical bekannt gegeben, eine Allianz mit Herstellern von Netzwerkgeräten geschlossen zu haben um Snappy Core auf diesen Geräten zu etablieren.