CPU-Markt: AMD Ryzen und der Kurs des Euro lassen die Preise fallen

Frank Meyer 157 Kommentare
CPU-Markt: AMD Ryzen und der Kurs des Euro lassen die Preise fallen

tl;dr: Nach nur drei Monaten am Markt sind AMDs Ryzen-Prozessoren bereits deutlich im Preis gefallen und auch CPUs von Intel sind günstiger zu haben. Eine offizielle Preisanpassung hat es laut AMD nicht gegeben, stattdessen drücken der Wettbewerb im Handel und in Europa der stärkere Euro auf den Preis.

Ryzen 7 und Ryzen 5 knapp 20 Prozent günstiger

Von AMD mit einem Preis von 359 Euro in den Handel entlassen, kostet der kleinste Ryzen mit acht Kernen und 16 Threads Ryzen 7 1700 aktuell rund 285 Euro, was einem Preisrutsch von über 20 Prozent entspricht. Bei den höher taktenden Modellen Ryzen 7 1700X und 1800X sind es jeweils 19 Prozent. Bei den einen Monat später gestarteten Modellen vom Typ Ryzen 5 sind es ebenfalls um die 20 Prozent.

Die ersten Ryzen-Prozessoren von AMD und ihre Preise
Kerne/Threads Takt Basis Turbo
1 – 2 / 3+ Kerne
XFR* L3 TDP Preis (UVP) Preis (Handel)**
Ryzen 7 1800X 8 / 16 3,6 GHz 4,0 / 3,7 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt 559 Euro 454 Euro
Ryzen 7 1700X 8 / 16 3,4 GHz 3,8 / 3,5 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt 439 Euro 354 Euro
Ryzen 7 1700 8 / 16 3,0 GHz 3,7 / 3,2 GHz 50 MHz 16 MB 65 Watt 359 Euro 285 Euro
Ryzen 5 1600X 6 / 12 3,6 GHz 4,0 / 3,7 GHz 100 MHz 16 MB 95 Watt 279 Euro 225 Euro
Ryzen 5 1600 6 / 12 3,2 GHz 3,6 / 3,4 GHz 100 MHz 16 MB 65 Watt 249 Euro 205 Euro
Ryzen 5 1500X 4 / 8 3,5 GHz 3,7 / 3,6 GHz 200 MHz 16 MB 65 Watt 209 Euro 170 Euro
Ryzen 5 1400 4 / 8 3,2 GHz 3,4 / 3,2 GHz 50 MHz 8 MB 65 Watt 189 Euro 150 Euro
* XFR (Extended Frequency Range), weitere Details.
** Stand: 08. Juni 2017

Kaby Lake bewegt sich im Gleichschritt mit Ryzen

Die High-End-CPUs der neuen Kaby-Lake-Serie, die seit Januar 2017 verfügbar sind und zu Anfang im Preis stabil blieben, sind in Form des Core i7-7700 (Test) und des Core i7-7700K (Test) mittlerweile ebenfalls günstiger erhältlich. Während der Core i7-7700 von ehemals 360 Euro auf 290 Euro im Preis gefallen ist, sank das höher getaktete K-Modell in der Boxed-Variante mit Garantie von 400 Euro auf jetzt noch rund 320 Euro. In beiden Fällen entspricht das einem um rund 20 Prozent reduzierten Verkaufspreis.

Mainstream-CPUs von Intel auf Basis der Kaby-Lake-Architektur mit vier Kernen
Modell Kerne /
Threads
Takt /
Turbo
L3-Cache Grafik GPU-Takt max. Speicher TDP Preis (UVP) Preis (Handel)**
Core i7-7700K 4 / 8 4,2 / 4,5 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 91 W 400 Euro 320 Euro
Core i7-7700 4 / 8 3,6 / 4,2 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 65 W 360 Euro 290 Euro
Core i7-7700T 4 / 8 2,9 / 3,8 GHz 8 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 35 W 356 Euro 290 Euro
Core i5-7600K 4 / 4 3,8 / 4,2 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 91 W 280 Euro 225 Euro
Core i5-7600 4 / 4 3,5 / 4,1 GHz 6 MB HD 630 350 / 1.150 MHz DDR4-2400 65 W 260 Euro 210 Euro
** Stand: 08. Juni 2017

Keine Überraschungen auch bei den darunter angesiedelten Core-i5-CPUs der Mittelklasse mit vier Kernen aber ohne Hyperthreading, dem Core i5-7600 und dem Core i5-7600K. Beide Intel-Prozessoren der Kaby-Lake-Generation für den Massenmarkt sind zu Preisen von aktuell 210 Euro respektive 225 Euro erhältlich und damit gleichfalls rund 20 Prozent niedriger im Vergleich zum Marktstart ausgepreist. Kaby Lake und Ryzen bewegen sich im Gleichschritt.

Im Vorfeld der Markteinführung hatte Intel überlegt, Händlern auf ausgewählte Prozessoren extreme Sonderkonditionen zu ermöglichen, um Ryzen zu kontern – zu diesem Schritt ist es letztendlich aber nicht bekommen, wie ComputerBase aus dem Handel erfuhr. Dafür verkaufen sich die Core-i-Prozessoren offensichtlich weiterhin zu gut.

Auch Intel Broadwell-E nach Preissenkung günstiger zu haben

Im Preis nachgelassen haben zuletzt auch Intels High-End-Prozessoren, die AMD Ryzen bei deutlich geringerem Preis in vielen Anwendungen schlagen kann. Vor der Markteinführung der ersten Zen-Prozessoren waren die konkurrenzlos am Markt platzierten CPUs kaum von ihrer UVP abgerückt, mittlerweile ist das der Fall.

Intels Broadwell-E-Prozessoren für Enthusiasten mit bis zu 10 Kernen
Modell Kerne /
Threads
Takt /
mit Turbo (max.)
L3-Cache RAM-Support PCIe-Lanes TDP Preis (UVP) Preis (Handel)**
Core i7-6950X 10 / 20 3,0 / 3,5 GHz 25 MB DDR4-2400 40 140 W 1.799 Euro 1.525 Euro
Core i7-6900K 8 / 16 3,2 / 3,7 GHz 20 MB DDR4-2400 40 140 W 1.140 Euro 955 Euro
Core i7-6850K 6 / 12 3,6 / 3,8 GHz 15 MB DDR4-2400 40 140 W 645 Euro 505 Euro
Core i7-6800K 6 / 12 3,4 / 3,6 GHz 15 MB DDR4-2400 28 140 W 480 Euro 394 Euro
** Stand: 08. Juni 2017

Das von AMD als Gegenspieler für den Ryzen 1800X auserkorene Modell Core i7-6900K mit acht Kernen und 16 Threads kostet Anfang Juni 16 Prozent weniger, das Topmodell Core i7-6950X (Test), der bei identischer TDP-Einstufung von 140 Watt zehn Kerne und 20 Threads bietet, ist um 17 Prozent im Preis gefallen. Aus dem Handel hat ComputerBase erfahren, dass in diesem Fall eine offizielle Preissenkung dahinter steckt.

In Anbetracht der in Anwendungen von Ryzen 7 zu einem Bruchteil des Preises erzielten Leistung und der bevorstehenden Markteinführung von Core X auf Basis von Skylake-X, bei dem es 10 Kerne für 999 US-Dollar vor Steuern gegeben wird, ist der Preisverfall allerdings als gering einzustufen; von einem Kauf ist derzeit abzuraten. Preise für dessen Konkurrenten AMD Ryzen Threadripper gibt es noch nicht.

Keine Preissenkung bei AMD

20 Prozent Preisnachlass auf das gesamte Angebot an Ryzen-7- und Ryzen-5-CPUs trotz besserem Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb weniger Monate lassen aufhorchen. Doch AMD hat gegenüber PCWorld versichert, dass es trotz anders lautender und von ComputerBase nach Prüfung nicht übernommener Gerüchte im Vorfeld der Präsentation der neuen Threadripper-CPUs keine offizielle Preisanpassungen gegeben hat; im Gegensatz zu Broadwell-E.

Deutsche Händler haben das gegenüber ComputerBase bestätigt, verweisen auf typische Preisfluktuationen und die Entwicklung des Kurses vom Euro zum US-Dollar. Mit einem Kurs von 1,12 US-Dollar pro Euro steht die europäische Währung in der Tat um rund sechs Prozent stärker als zu Anfang März. Der seit Jahren erstmals wieder herrschende Wettbewerb zwischen AMD und Intel habe im Handel ohne Zutun durch den Hersteller für den verbleibenden Preisabrieb gesorgt. Den Kunden dürfte es freuen.

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