CDs und Vinyl-LPs sterben: Musik-Streaming hat einen Marktanteil von 46,4 Prozent

Frank Hüber 127 Kommentare
CDs und Vinyl-LPs sterben: Musik-Streaming hat einen Marktanteil von 46,4 Prozent
Bild: kaboompics | CC0 1.0

Auch im Jahr 2018 setzte sich der Umbruch in der Musikindustrie fort. Der Marktanteil des Musik-Streamings legte erneut deutlich um weitere 33,5 Prozent zu und kam im Jahr 2018 so insgesamt auf 46,4 Prozent. Die CD als Tonträger ist zwar noch an zweiter Stelle, musste jedoch ein Minus von 20 Prozent hinnehmen.

Die CD bringt es als zweitstärkstes Umsatzbringer immer noch auf einen Marktanteil von 36,4 Prozent. Das Musik-Streaming und die CD bringen es so zusammen auf einen Marktanteil von 82,8 Prozent. Von den restlichen 17,2 Prozent entfallen nur noch 7,8 Prozent auf Downloads. Die Vinyl-LP, die über viele Jahre – wenn auch auf niedrigem Niveau – ununterbrochen im Aufwind war, ist gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent gesunken und liegt Ende 2018 bei einem Marktanteil von 4,4 Prozent.

Umsatz knapp auf Niveau von 2017, aber digitaler

Der Gesamtumsatz der deutschen Musikindustrie erreichte 2018 aufgrund der gestiegenen Einnahmen durch die Musik-Streaming-Angebote so knapp die Höhe des Vorjahres. Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bekannt gab, nahm die Branche insgesamt 1,582 Milliarden Euro mit Musikverkäufen über Streaming-Angebote, auf CD, als Download oder Vinyl ein. Das sind 0,4 Prozent weniger als 2017. Dabei hat sich der Anteil der Umsätze weiter in das digitale Geschäft verschoben. 56,7 Prozent des Umsatzes wurden im Jahr 2018 mit Audio- und Video-Streams sowie mit Downloads erwirtschaftet, 43,3 Prozent entfielen noch auf das klassische, physische Geschäft.

Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI, sieht in den konstanten Umsatzzahlen keine schlechte Nachricht, sondern sieht die deutsche Musikindustrie in der aktuellen Transformationsphase weiterhin Kurs, zumal die Umsätze trotz massiver Verluste der für den Umsatz besonders wichtigen CD stabil geblieben sind. Im starken Wachstum des Musik-Streamings sieht er hingegen einen Indikator für die zunehmende Zahlungsbereitschaft der Nutzer für kostenpflichtige Premium-Abonnements.