Urbanears Ralis im Test: Kleiner Brüllwürfel mit hoher Ausdauer

Michael Schäfer 40 Kommentare
Urbanears Ralis im Test: Kleiner Brüllwürfel mit hoher Ausdauer

tl;dr: Mit dem Ralis veröffentlichte der schwedische Hersteller Urbanears seinen ersten tragbaren Bluetooth-Lautsprecher. Auch wenn der erste klangliche Eindruck ernüchternd ausfällt, braucht es nur kleine Anpassungen, damit aus dem kompakten Würfel ein Begleiter wird, den man am Ende nicht mehr missen möchte.

Design und Verarbeitung

Der erste vom schwedischen Hersteller Urbanears produzierte tragbare Bluetooth-Lautsprecher präsentiert sich in einem minimalistischen, aber vielleicht gerade deswegen auffälligen Design. Dies liegt nicht zuletzt am Tragegriff, der den Ralis zwar äußerst portabel macht, ihn auf den ersten Blick jedoch eher an eine Handtasche als an einen Lautsprecher erinnern lässt. Auf Schnörkeleien hat Urbanears weitestgehend verzichtet, im Vergleich zu den größeren Brüdern Baggen und Stammen (Test) wirkt der neue Lautsprecher zudem moderner, womit er sich in jedes Wohninterieur eingliedern dürfte.

Urbanears Ralis im Test
Urbanears Ralis im Test

Schöne neue Einfachheit

Als Materialien kommt beim Ralis eine Mischung aus Kunststoff und Metall zum Einsatz, wobei ersteres den Korpus und letzteres die Blende der Vorder- und Rückseite bildet. Die Verarbeitung des Lautsprechers lässt keine Kritik aufkommen, zum Preis von 199 Euro darf aber auch nichts anderes erwartet werden. Die verschiedenen Komponenten gehen ohne größere Spalten ineinander über, unschöne Kanten sind nicht zu finden. Die Kunststoffoberfläche des Ralis scheint zunächst stark für Kratzer anfällig zu sein, die sich jedoch mit einem feuchten Tuch leicht entfernen lassen.

Auf der oberen Seite sind die Bedienelemente zur Musik- und Lautstärkeregelung angebracht. Diese sitzen fest und haben einen kräftigen Druckpunkt. Unschön ist jedoch, dass bei der Wiedergabe die Betätigung der Abspielknöpfe immer mit einem Systemton quittiert wird.

Der Urbanears Ralis besitzt nur wenige Bedienelemente
Der Urbanears Ralis besitzt nur wenige Bedienelemente

Seltsam anmutende Verteilung der Bedienelemente

Ist es manch ein Nutzer gewohnt, die Schaltflächen zum Ein- bzw. Ausschalten sowie zur Versetzung des Lautsprechers in den Pairing-Modus ebenfalls auf der Oberseite zu finden, hat Urbanears diese in den unteren Bereich der linken Seitenfläche ausgelagert – den Grund kennen nur die Designer. Während die obigen Bedienelemente jederzeit leicht zu erreichen sind, muss der Anwender jetzt erst an die Seite schauen. An dieser Stelle ist die je nach Betriebszustand weiße oder blaue LED aber unter Umständen nur schwer zu erkennen, besonders wenn der Lautsprecher mal unterwegs im hohen Gras steht.

Der Power- sowie Kopplungsknopf findet sich an der Seite
Der Power- sowie Kopplungsknopf findet sich an der Seite
Urbanears Ralis
Abmessungen: 180 × 185 × 135 mm
Gewicht: 2.830 g
Tieftöner: unbekannt
Hochtöner: unbekannt
Ausgangsleistung: 20 Watt
Frequenzgang: 50–20.000 Hz
Bluetooth-Version: 5.0
Reichweite laut Hersteller: bis zu 10 Meter
Reichweite im Test: 12 Meter
Preis: 199 Euro

Strom-, USB- und Klinkenanschluss verstecken sich auf der Rückseite hinter einer Schutzklappe. Der USB-Stecker dient dabei lediglich zum Aufladen externer Geräte, nicht zum Verbinden von Quellen – das aber auch nur, wenn der Lautsprecher eingeschaltet ist. So kann das eigene Smartphone nicht nur mit dem Lautsprecher gekoppelt, sondern in dieser Zeit auch geladen werden.

Vor Wasser geschützt, aber nicht zum Schwimmen geeignet

Der Nutzung steht auch am Baggersee, am Pool oder einfach am heimischen Planschbecken nichts im Wege. Der Ralis ist nach Schutzart IPX2 vor Tropfwasser geschützt, kann also den einen oder anderen Wasserspritzer vertragen. Mit ins Wasser sollte man ihn dennoch nicht nehmen, nicht zuletzt wegen des Umstandes, dass er durch sein Gewicht wie ein Stein untergehen würde.

Schwere Kost

Mit seinem dicken, aus Stoff gefertigten und nicht abnehmbaren Tragegriff unterstreicht der Ralis seine Portabilität. Doch wer jetzt meint, diesen dem Aussehen nach wie eine Handtasche durch die Gegend tragen zu können, wird schnell eines Besseren belehrt: Die fast 3 Kilogramm, auf die es der gerade mal 180 × 185 × 135 mm große Lautsprecher bringt, möchte mit großer Wahrscheinlichkeit niemand für längere Zeit mit sich herumtragen. Von einem zum anderen Ort ja, aber dann sollte er auch dort stehen bleiben.

Konnektivität und Anschlüsse

Drahtlos nimmt der Ralis via Bluetooth 5.0 Verbindung zur Quelle auf. Da die neue Version der Technologie abwärtskompatibel ist, sollten auch ältere Geräte den Lautsprecher befeuern können. Im Test traten bei einem Nokia 7 Plus, einem Fire 7, einem Note 10.1 2014, einem Nexus 5, einem Moto X sowie einem iPad Air keine Probleme auf. Eine verlustfreie Übertragung wird nicht unterstützt. Ist also ein verlustbehaftetes Audioformat die Wahl der Stunde, erfolgt vor der Übertragung eine erneute Wandlung. Eine Kopplung zweier Lautsprecher zu einem Stereo-Set ist seitens des Herstellers nicht vorgesehen.

Die mögliche Reichweite wird von Urbanears mit bis zu 10 Metern angegeben, je nach Quellgerät waren im Test jedoch selbst mit Wänden dazwischen fast 15 Meter möglich.

Drahtlos und kabelgebunden

Eine weitere Möglichkeit zur Speisung mit Inhalten stellt der 3,5-mm-Klinkenanschluss dar, über den sich zahlreiche Quellen ohne Bluetooth anschließen lassen. Eine Möglichkeit, den Lautsprecher in das heimische WLAN-Netz zu integrieren, gibt es indes nicht.

Eine Klappe schützt beim Urbanears Ralis die Anschlüsse
Eine Klappe schützt beim Urbanears Ralis die Anschlüsse

Zu dem von Urbanears ausgerufenen Preis hätte dem Ralis ein SD-Kartenslot, über den unabhängig von einem Quellgerät Inhalte hätten abgespielt werden können, gut zu Gesicht gestanden. Dieses Feature gehört nicht selten bereits bei günstigeren Lautsprechern zum Funktionsumfang.

Steuerung

Die Bedienung des Lautsprechers geschieht in den meisten Fällen über das Quellgerät, der Ralis selbst bietet nur rudimentäre Möglichkeiten zur Steuerung: Start sowie Pause, das Springen zum nächsten oder letzten Stück, das Vor- beziehungsweise Zurückspulen und die Lautstärkerregelung – mehr Steuerungsmöglichkeiten gibt es nicht. Das ewige Quittieren einer Eingabe mittels Systemton nervt jedoch auf Dauer – der Nutzer dürfte auch so merken, dass er eine Taste gedrückt hat. Zumindest sind die Systemtöne beim Ein- bzw. Ausschalten des Lautsprechers dezenter als die der Mitbewerber. Eine Sprachsteuerung wird seitens des Ralis nicht unterstützt.

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