Fractal Design Era ITX im Test: Innen- und Außenaufbau

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Valentin Karnehm
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Ausstattung außen

Das Era ITX wirkt durch seine geschwungene Form und das Topcover aus Holz deutlich eleganter als andere Kleingehäuse. Es fasst insgesamt 16,7 Liter. Front und Seitenteile sind aus sandgestrahltem Aluminium und geben dem Gehäuse einen hochwertigen Touch. Den Innenaufbau bildet hingegen ein Stahlgerüst, die Unterseite besteht aus Kunststoff. Optisch stört der Kunststoff dank guter farblicher Abstimmung auf die Seitenteile nicht. In puncto Haptik kann dieser mit dem Rest des Gehäuses allerdings nicht mithalten. Ein reines Aluminiumgehäuse ist das Era ITX damit auf jeden Fall nicht.

Negativ fällt auf, dass das rückseitige Blech sehr dünn gewählt worden ist. So kann bei der Montage des beiliegenden 80-mm-Lüfters das Blech ohne Weiteres mit den Händen verbogen werden. Auch fällt es Fractal Design zumindest an der Rückseite schwer, die Spaltmaße bei der geschwungenen Form durchgehend konstant zu halten. Ob es sich bei dem getesteten Modell um einen Transportschaden oder einen häufigen Mangel handelt, kann hierbei nicht beurteilt werden.

Farbvielfalt in fünf Varianten

Das Era ITX wird es zunächst in fünf Farbvarianten geben. Je nach Wahl wird das Gehäuse mit einem Topcover aus Holz oder getöntem Tempered Glass ausgeliefert. Das Era ITX gibt es in Silber mit hellem Eichenholz, in Dunkelgrau mit Walnussholz sowie in den Ausführungen Schwarz, Gold und Blau, die jeweils mit einem Topcover aus Tempered Glass ausgestattet sind.

Topcover aus Holz oder Tempered Glass

Getestet wurde ein Gehäuse mit Topcover aus Holz. Letzteres ist geschmeidig geschliffen und bietet einen hochwertigen Anblick. Je nach Variante kommt das Era ITX mit einem Topcover aus Holz oder Tempered Glass. In beiden Fällen lässt es sich dank magnetischer Befestigung werkzeuglos entfernen und mit dem beiliegenden Topcover aus Stahlmesh einfach austauschen. Unter dem Topcover befindet sich ein Staubfilter, auch dieser kann bei Bedarf mithilfe einer magnetischen Befestigung einfach und werkzeuglos entfernt werden. Diese Umsetzung ist zwar praktisch und funktional, spiegelt aber nicht die Eleganz wider, die Fractal Design mit dem Gehäuse erreichen will. Gerade Nutzer einer AiO-Wasserkühlung können den schönen Holzdeckel wirklich sinnvoll nur im Idle nutzen. Wird dieser abgenommen, kommt der funktionale, aber nicht im Ansatz elegant wirkende Staubfilter zum Vorschein. Ein Federmechanismus, der den Deckel leicht anhebt, kippt oder zur Seite schiebt, wäre an dieser Stelle wünschenswert.

Schraubenfreie Seitenteile, entnehmbare Staubfilter

Beide Seitenteile lassen sich durch einen mechanischen Schnappmechanismus werkzeuglos abnehmen. Beide sind zudem entlang der geschwungenen Diagonale perforiert und erlauben somit etwas mehr Airflow. Auf der Innenseite der Perforierung befindet sich jeweils ein herausnehmbarer Staubfilter. Im Bodenteil, das aus Kunststoff gegossen ist, sind ebenfalls herausnehmbare Staubfilter vorhanden. Alle Staubfilter im Gehäuse sind aus Nylon, der Hersteller wirbt mit einem zweimal höheren Airflow als bei vergleichbaren Exemplaren aus Kunststoff.

Vielseitiges Front-I/O-Panel

Anders als bei vielen Klein- oder Kleinstgehäusen bietet das Era ITX vielseitige Anschlussmöglichkeiten an der Front. Neben einmal USB 3.1 Gen 2 Typ C mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gbps enthält das Front-I/O-Panel zwei USB-3.0-Anschlüsse sowie den obligatorischen Powerbutton. Außerdem ist die Front mit einem CTIA-Klinkeneingang mit Mic-Audio-Kombi, die mobile Headsets unterstützt, ausgestattet. Das bedeutet allerdings, dass für die Benutzung eines PC-Headsets mit getrenntem Mikrofon- und Audiostecker am Frontpanel ein Adapter notwendig ist.

Ausstattung innen

Fractal Design macht beim Innenaufbau in puncto Modularität seinem Namen alle Ehre. Wie auch bei den größeren Gehäusen von Fractal Design liegen dem Lieferumfang einige Brackets bei, die dem Benutzer den Aufbau erleichtern und Flexibilität bei der Platzierung der Komponenten geben sollen. Beispielsweise lässt sich für eine leichtere Installation der Grafikkarte das Front-I/O entfernen.

Netzteil-Bracket für ATX und SFX

Einen ungewöhnlichen Platz wählt Fractal Design für das Netzteil, denn es hängt in der Mitte der vorderen Hälfte des Gehäuses. Die Frischluft bezieht das Netzteil somit aus dem Innenraum des Gehäuses, doch die Abluft entlässt es ebenfalls innerhalb des Gehäuses. Das spart Platz, erhöht allerdings auch die Temperaturen des Netzteils und im schlechtesten Fall anderer Komponenten im PC. Zu den genauen Auswirkungen später mehr. Es ermöglicht allerdings zudem, das Netzteil je nach Verwendung von Lüftern oder einem Radiator und dem Formfaktor – unterstützt werden ATX, SFX und SFX-L bis zu einer Länge von 200 mm – in der Höhe zu justieren.

Je nach Belieben kann der Nutzer so zwischen den beiden unterschiedlichen, herausnehmbaren Brackets für ATX- oder SFX-Netzteile wählen. Im Fall des SFX-Netzteils bietet das Bracket zusätzlich Platz für eine HDD oder zwei SSDs.

Era ITX Übersicht
Era ITX Übersicht

Zusätzliches Bracket für mehr Laufwerke

Neben den Laufwerksplätzen am Netzteil-Bracket für SFX-Netzteile liegt dem Lieferumfang ein zusätzliches Bracket bei. Dieses erlaubt die Mainboard-seitige Installation einer weiteren HDD oder zwei weiterer SSDs. Dieses Bracket wurde im Test allerdings nicht verwendet, da lediglich eine SSD installiert wurde.

Das Era ITX bietet somit je nach Konfiguration Platz für bis zu zwei HDDs, vier SSDs oder eine Kombination aus beidem, wobei ein HDD-Platz zwei Plätze für SSDs verdeckt.

Wenig Platz für Kabelmanagement an der Rückwand

Das Era ITX setzt wie viele andere Kleingehäuse beim Platzangebot auf harte Kompromisse. So ist der Platz für Kabelmanagement hinter dem Mainboard sehr knapp bemessen. Während Lüfter- oder dünne Netzteilkabel kein Problem darstellen, lässt sich bei vieladrigen Netzteilkabeln das rechte Seitenteil nicht mehr anbringen. Ein halber Zentimeter mehr Platz würde das Problem beheben, allerdings auch das Gehäuse größer werden lassen. Fractal Design hat sich dagegen entschieden.

Bis zu fünf Lüfter und ein Radiator, allerdings mit Kompromissen

Wie bei den meisten Kleingehäusen schließt die Verwendung einer Komponente eine andere aus. So bietet das Era ITX Platz für bis zu fünf Lüfter. Im Boden sind zwei 140-mm-Lüfter allerdings nur möglich, falls keine 2-Slot-GPU verwendet wird. Des Weiteren können zwei 120-mm-Lüfter im Deckel und ein 80-mm-Lüfter im Heck installiert werden, letzterer ist im Lieferumfang bereits enthalten.

Auch ein 240-mm-Radiator oder eine 240-mm-AiO findet im Deckel des Gehäuses Platz. Das wiederum schließt allerdings die Verwendung eines ATX-Netzteils aus, sofern zusätzlich zum Radiator auch Lüfter im Deckel installiert werden sollen.

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