GeForce GTX 1650 GDDR6 im Test: Taktraten, Benchmarks, Lautstärke, Temperatur und Leistungsaufnahme

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Wolfgang Andermahr
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Für den Test der GeForce GTX 1650 verwendet ComputerBase einen Hybrid-Testparcours. Als Benchmarks dienen nicht die klassischen AAA-Spiele, sondern für die GeForce GTX 1650 besser geeignete beliebte Online-Multiplayer-Titel. Das hat den Vorteil, dass es aufgrund der vor kurzem fertiggestellten Multiplayer-Benchmark-Serie (so weit möglich) viele Vergleichswerte ähnlicher Grafikkarten gibt.

Für die Messungen von Leistungsaufnahme, Temperatur und Lautstärke kann der Parcours hingegen nicht dienen, denn er bietet die benötigten Messwerte nicht. Dasselbe gilt für den aktuellen AAA-Parcours, denn für diesen ist die GeForce GTX 1650 schlicht zu langsam. Stattdessen wird in diesem Fall der AAA-Parcours aus dem Jahr 2019 genutzt, bei dem zwar einige neue Modelle fehlen, aber dafür mehr Konkurrenz zur GeForce GTX 1650 GDDR6 vorhanden ist.

Als Testsystem halten ein AMD Ryzen 7 3700X und das MSI MEG X570 Godlike mit dem gleichnamigen X570-Chipsatz her. 16 Gigabyte Arbeitsspeicher (2 × 8 GB, DDR4-3200-14-14-14-32-1T, Single Rank) stehen dem System zur Verfügung. Windows 10 1909 mitsamt sämtlichen Updates ist aufgespielt. Als Treiber für die GeForce GTX 1650 GDDR6 ist der GeForce 442.19 installiert.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC arbeitet unter Volllast mit maximal 1.920 MHz, solange keine Limitierungen eintreten. Allerdings ist die Grafikkarte so konfiguriert, dass die TU117-GPU in quasi jedem halbwegs fordernden Spiel in das Powerlimit gerät und dadurch der Rechenkern heruntergetaktet wird. Die vollen 1.920 MHz liegen nur in GTA V an und das auch nur alternierend mit 1.905 MHz.

Am anspruchsvollsten ist Fortnite, mehr als 1.710 MHz bis 1.740 MHz gibt es während des Testens nicht zu sehen. Meistens liegt die Frequenz zwischen den beiden Extremfällen – im Battle-Royale-Spiel PUBG zum Beispiel bei 1.800 MHz bis 1.845 MHz.

Die tatsächlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (1.920 × 1.080) Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC
Maximaler Takt in Spielen 1.920 MHz
Counter-Strike: GO 1.830–1.900 MHz [PT]
Destiny 2 1.875–1.905 MHz [PT]
Fortnite 1.710–1.740 MHz [PT]
GTA V 1.905–1.920 MHz [PT]
Overwatch 1.845–1.875 MHz [PT]
PUBG 1.800–1.845 MHz [PT]
Rainbow Six Siege 1.815–1.845 MHz [PT]
World of Tanks 1.845–1.875 MHz [PT]
World of Warcraft 1.755–1.785 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Wer nun wie gewohnt das Powerlimit erhöhen möchte, um der Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC öfter die vollen 1.920 MHz zu entlocken, wird enttäuscht werden. Denn dieses lässt sich nicht verändern und steht fest auf 75 Watt. Das Temperatur-Limit spielt auf der Grafikkarte dagegen keine Rolle – es ist schlicht unmöglich, es zu erreichen.

Die Gigabyte Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC ist von Haus aus um 120 MHz übertaktet. Entsprechend takten Modelle, die sich an Nvidias Referenzvorgaben halten, um bis zu 120 MHz niedriger. Das ist abhängig vom Powerlimit, je nachdem unterscheiden sich die Frequenzen auch kaum.

Benchmarks in Full HD (1.920 × 1.080) und WQHD (2.560 × 1.440)

Wie von Nvidia gewollt, schneiden die GeForce GTX 1650 mit GDDR5 und die GeForce GTX 1650 mit GDDR6 sehr ähnlich ab. In 1.920 × 1.080 liefert die GDDR6-Version im „E-Sport-Testparcours“ durchschnittlich 5 Prozent mehr FPS ab, die Frametimes fallen ebenso um 5 Prozent besser aus. Dadurch rückt das Turing-Modell ein gutes Stück näher an die Radeon RX 570 heran, ohne sie aber zu überholen.

Das gelingt zwar auch nicht der von Haus aus übertakteten Gigabyte GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC, allerdings legt diese noch einmal je 2 Prozent an Performance obendrauf. Und das reicht, um mit der Radeon RX 570 einen Gleichstand zu erzielen. In den einzelnen Spielen fallen die Unterschiede mal kleiner und mal größer als beim Schnitt aus. Das ist davon abhängig, inwieweit der Titel von der höheren Speicherbandbreite profitieren kann oder nicht.

In 2.560 × 1.440 schrumpft der Unterschied zwischen den zwei Varianten der GeForce GTX 1650 etwas zusammen. In dem Fall ist das neue GDDR6-Modell nur noch 2 Prozent bei der Framerate und 3 Prozent bei den Frametimes besser. Damit zieht die Radeon RX 570 auf und davon, die in WQHD deutlich besser als in Full HD abschneidet und dort 11 Prozent flotter als der Nvidia-Beschleuniger ist. Das lieht daran, dass die alte AMD-Grafikkarte auf Basis von Polaris in den E-Sport-Spielen in Full HD nicht gut skaliert. Die von Haus aus übertaktete GeForce GTX 1650 GDDR6 WindForce OC ist in WQHD 4 und 2 Prozent schneller als die Referenzkarte.

Lautstärke & Kühlung

Die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC ist mit ihren 1.890 Umdrehungen in der Minute beim Spielen zwar nicht flüsterleise, aufgrund der recht kleinen Durchmesser der Lüfter ist der Geräuschpegel aber geringer, als man es anhand der Drehzahlen erwartet. Denn mit 36,5 Dezibel kann sich die Grafikkarte durchaus das Attribut „recht leise“ umschnallen. Die Lüfter sind beim Spielen zwar aus einem geschlossenen Gehäuse zu hören, stören aber nicht. Darüber hinaus gibt die Grafikkarte unter Last kaum elektronische Störgeräusche von sich. Solange es kein Silent-PC sein soll, spricht bezüglich der Lautstärke also nichts gegen den Einsatz der Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC.

Bei niedrigen Temperaturen sind die Lüfter abgeschaltet, der Betrieb ist also lautlos. Ab etwa 59 Grad Celsius springen die Lüfter mit einer Anlaufdrehzahl von 1.900 Umdrehungen an, werden dann langsamer und landen schlussendlich wieder bei den 1.900 Umdrehungen. Kühlt sich die GPU dann erneut auf mindestens 43 Grad Celsius herunter, schalten sich die Lüfter wieder ab.

Wie heiß werden die Grafikkarten?

Die Hitzeentwicklung der GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC ist gering. Beim Spielen wird die TU117-GPU nicht wärmer als 62 Grad Celsius, die Kartenrückseite erwärmt sich auf 43 Grad Celsius. Damit hat das Kühlsystem auch für warme Sommertage noch große Reserven.

Messung der Leistungsaufnahme auf dem Desktop und bei YouTube

Auf dem Windows-Desktop benötigt die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC nur 6 Watt, was nicht nur sehr wenig ist, sondern zudem mit der GDDR5-Version den Bestwert darstellt. Der GDDR6-Speicher ändert damit nichts bei der Leistungsaufnahme im Idle-Modus. Auf YouTube bei der Wiedergabe eines 4K60-Videos gibt es dann einen größeren Unterschied. Der GDDR6-Speicher kommt auf nur 13 Watt, was erneut der Bestwert ist. Die GDDR5-Karte benötigt mit 16 Watt dagegen etwas mehr.

Der Stromhunger im Spielen

Auch beim Spielen arbeitet die GeForce GTX 1650 GDDR6 sehr energieeffizient und belegt mit der GDDR5-Variante den Spitzenplatz. Ob die Karte von Haus aus übertaktet ist oder nicht, spielt dabei quasi keine Rolle, da primär das Powerlimit bestimmt, wie viel Energie benötigt wird. Mit Nvidias Referenzvorgaben benötigt die GeForce GTX 1650 GDDR6 im Schnitt 73 Watt, das übertaktete Gigabyte-Modell liegt mit 74 Watt nur 1 Watt darüber. Im Vergleich dazu: Die GeForce GTX 1650 mit GDDR5 ist mit 71 Watt minimal sparsamer. Die durchaus vergleichbar schnelle Radeon RX 570 ist mit 184 Watt dagegen ein richtiger Energiefresser. Die alte GCN-Architektur liegt bezüglich der Energieeffizienz weit hinten.

Übertakten ist kaum möglich

Die Gigabyte GeForce GTX 1650 D6 WindForce OC lässt sich kaum übertakten. Nicht, weil die GPU, die Platine oder der Speicher kein Potenzial mehr hätten. Aber das nicht erhöhbare Powerlimit von 75 Watt wird bereits ohne Übertaktung ausgenutzt, sodass ein noch höherer Takt in Spielen nur bedingt ankommt. Und zudem ist das sehr abhängig vom Spiel. Es zeigt sich die Regel, dass auf dem Testexemplar maximal 1.920 MHz möglich sind, bis das Powerlimit derart bremst, dass keine Übertaktung mehr stattfindet. Je nach Spiel beträgt das Plus damit schlussendlich zwischen 100 MHz und 25 MHz – und gelegentlich auch mal 0 MHz.

Der Speicher lässt sich problemlos ebenso nach oben schrauben, doch nimmt dieser der GPU dann entsprechend Power-Budget ab. Da die GeForce GTX 1650 GDDR6 ohnehin schon einen verhältnismäßig schnellen Speicher hat, ist es empfehlenswerter, das Übertakten auf die GPU zu beschränken. Je nach Spiel sind dann zwischen 2 bis 4 Prozent mehr FPS möglich.

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