Redragon UCAL K673 DE im Test: Was kann ein günstiger Einstieg in Kompakt-Mechas?
Wie viel Geld muss man für eine kompakte, solide mechanische Tastatur mindestens ausgeben? Die Redragon UCAL K673 will eine Antwort auf diese Frage geben. So kann ein Einstieg im 75%-Layout aussehen. Man muss nur wissen, worauf man sich einlässt. Was das ist und warum die Antwort nicht ganz eindeutig ausfällt, zeigt der Test.
Die UCAL K673 verspricht eine ganze Menge. Ein normales Gehäuse, mehrere Schichten Geräuschdämpfung, kabellosen Betrieb und ein ordentliches Layout, ganz wie Tastaturen über 100 Euro. Taugt sie etwas? Das hängt letztlich ganz vom Fokus ab, denn der Sparpreis hat Gründe.
- Sinnvolles Layout
- Geräuschdämpfung & geschlossenes Gehäuse
- Umfangreiche Ausstattung
- Gute Software
- Einstiegstaster
- Tastenkappen dünn
Die UCAL K673 DE im Überblick
Auf Amazon bietet Redragon seit Jahren Tastaturen an, die für kleines Geld viel Gegenwert versprechen. Der Haken: Üblicherweise gibt es die Modelle nur im US-Layout. Bei der UCAL K673 ist das anders. Das im Budget-Bereich seltene 75%-Layout mit Abstand zwischen den Tastenblöcken empfiehlt die Tastatur genau wie der Drehregler aus Metall für den einfachen Ein- und Umstieg auf ein kompaktes Layout.
Zum Anschluss bietet die Tastatur drei Wege. Sie überträgt Eingaben per Kabel oder kabellos via Bluetooth 5.0 oder 2,4-GHz-Funk. Ein 4.000-mAh-Akku soll nach Herstellerangaben Laufzeiten von 7 Stunden durchgängiger Nutzung ermöglichen, was sich auf aktivierte Hintergrundbeleuchtung bei voller Helligkeit beziehen muss.
Der Funkempfänger kann rechtsseitig am Gehäuse verstaut werden. Da USB-Anschluss und der Schalter für die Betriebsmodi an der linken Seite liegen, liefert Redragon ein (kurzes) gewinkeltes USB-C-auf-C-Kabel mit, das über einen ebenfalls beigefügten Adapter an einen A-Port am PC passt. Uneindeutig ist, was das Paket kostet: Im regelmäßigen Angebot liegt die Tastatur bei 55 Euro, regulär werden 70 Euro auf das Preisschild geschrieben.
| Redragon UCAL K673 DE | |
|---|---|
| Größe (L × B × H): | 33,5 × 14,0 × 3,7 (5,0) cm |
| Layout: | 75 % ISO |
| Gewicht: | 832 g |
| Gehäuse-Material: | Kunststoff |
| Kabel: | 1,55 m, USB/Type-C-USB (modular), Bluetooth, Funk ? |
| Hub-Funktion: | – |
| Key-Rollover: | N-KRO |
| Schalter: | Reddragon Linear Red Switch Hot-Swap-fähig |
| Switch Plate: | Polycarbonat |
| Tasten: | Form: zylindrisch Material: PBT-Kunststoff Beschriftung: laser cut |
| Zusatztasten: | Scrollrad (Helligkeit, Lautstärke) |
| Medienfunktionen: | Stumm, Lautstärke, Abspielen/Pause, Stopp, Vor/Zurück |
| Zusatzfunktionen: | Helligkeit (regeln, ausschalten), LED-Modi, Programmverknüpfungen |
| Beleuchtung: | Farbe: RGB Modi: Atmungseffekt, Welleneffekt, Reaktiver Modus, umlaufende Aktivierung, Farbschleife Sonstige: individuelle LED-Profile |
| Makros & Programmierung: | 1 Profile, Hardware-Wiedergabe ? programmierbar |
| Preis: | 70 € |
Taster: roter Standard
Die leichtgängig abgestimmten Taster in den Hot-Swap-Sockeln der K673 stammen ebenfalls von Redragon und werden schlicht „Red“ genannt. Genau das sind sie auch: Ihre Spezifikationen entsprechen denen eines roten Standardtasters.
So tippen Drachen-Taster
Der Teufel steckt dabei in der Benutzung. Die Taster sind zwar leichtgängig und gleiten nur geringfügig rau ein, geben aber keine besonders genaue Rückmeldung. Die Rückstellkraft der Feder ist gering, die Position des Stempels wird verwaschen rückgemeldet. Man möchte meinen, man tippe ein wenig auf Watte, zumindest aber mit nicht besonders viel Gefühl, was dazu führt, die Tasten eher bis zum Anschlag zu hauen, der dann ein klares Feedback liefert. Akustisch neigen die Modelle zudem zu einem klapprigen Klackern.
| Redragon Linear Red | |
|---|---|
| Charakteristik: | linear |
| Hubweg: | 4,0 mm |
| Widerstand: | Von 30 g bis 65 g |
| Position des Signalpunktes: | 2,0 mm |
| Widerstand am Signalpunkt: | 45 g |
| Widerstand am Druckpunkt: | – |
| Lebensdauer (Anschläge): | ? |
Beim Schreiben längerer Texte wünscht man sich zumindest mit Kenntnis teurerer Tastaturen schnell bessere Taster. Spiele erfordern einzelne Eingaben und sind unkritischer, dieses Szenario maskiert Schwächen besser. Dennoch: Die Taster sind für Vielnutzer mehr funktional als freudvoll.
Für die Einstiegsklasse lässt sich aber nicht viel mehr erwarten, dafür gehen die Modelle in Ordnung, vor allem weil sie selbst so ein deutliches Upgrade zu den kaum günstigeren Rubberdome-Keyboards sind. Der Vollständigkeit halber: Einfache Huano Red hinterließen einen etwas besseren Eindruck, die Mittelklasse unter anderem in Form von Gateron G Pro 3.0 Yellow oder Endorfys Yellow-Switches schneidet in allen Belangen deutlich besser ab – und sind in der 70-Euro-Klasse zu haben.
Unscheinbare Beleuchtung
Die Beleuchtung funktioniert solide. Doppelfunktionen zeigen aber einen kleinen Farbverlauf, kleinere Beschriftungen wirken optisch ein wenig dunkler. Da sekundäre Tastenfunktionen über dem Stempel oder gegenüber der LED sitzen, ist das Ergebnis kein Wunder, müsste so aber nicht sein.
Alltag & Akustik
Ein Schwerpunkt der Tastatur soll ihre zurückhaltende Geräuschkulisse sein. Sie ist tatsächlich eine Stärke. Ein „aber“ braucht es trotzdem, obwohl sie das Leben leicht macht.
Akustik: Leise soll es werden
Hall und unerwünschte Nebenklänge sollen Polyolefin-Schaum zwischen Switch Plate und PCB sowie eine dicke Silikonmatte unten im Gehäuse minimieren. Wie die Gasket-Mounts, die PCB und Gehäuse entkoppeln, wird für die Silikonmatte jedoch eine sehr feste, steife Spielart gewählt. Zur Entkopplung muss deshalb auch die Kunststoff-Plate unter den Tastern dienen.
Dinge haben und sie in funktionaler Form zu haben, sind also nicht immer ganz die gleichen Dinge. In diesem Fall sind sie aber dicht genug dran um ein Ergebnis zu liefern. Bleiben soll durch den Aufbau nur ein „klares, reines Schaltergeräusch“.
Das zeigt auch im Prinzip ein Quertausch mit Gaterons Midrange-Switches G-Pro 3.0 und guten Tastenkappen. Nur sind die Taster und Kappen schwerlich das Gelbe vom Ei. Ein guter Teil des Kunststoff-artigen Klackerns und Klickerns, das schon beim Antippen der Taster entsteht, produzieren sie und ihre dünnen Kappen. Beides zu tauschen erzeugt ein deutlich besseres Klangbild, wobei schon die Tastenkappen einen Unterschied ausmachen.
Lautstärke im Vergleich
Das klingt ziemlich schrecklich und verlangt daher nach einer Einordnung. Je nach Preis ist das Ergebnis eigentlich gut. Eine noch etwas günstigere, kaum gedämpfte Sharkoon Skiller SGK25 klingt viel heller und lauter, Leer- und Eingabetaste ploppen zudem deutlich peitschenartig. Die Redragon liefert ein gleichmäßigeres, tieferes Klangbild, das sich besser ausblenden lässt. In dieser Richtung geschaut bietet sie sich als gutes Upgrade mit weiterem Upgrade-Potential an.
Gegenüber der SGK50 S3 PBT für 60 Euro verliert die K673 jedoch. Weniger Nebengeräusche, ein tieferer, satterer und besser betonter Anschlag präsentieren die nächste Akustik-Stufe als Upgrade. Die Endorfy Tock V2 klingt ebenfalls edler, fokussiert sich aber auf ploppenden „Gaming-Sound“ mit Boom.
Alltag: Überraschend gut
Als Alltagsbegleiter macht die K673 das Leben leicht. Das liegt am 75%-Layout mit auseinandergezogenen Tastenbereichen und Flexibilität bei der Konfiguration. So lassen sich „Entfernen“ und „Einfügen“ einfach tauschen, um die häufiger genutzte Taste nach oben an die leichter „tippbare“ Position zu legen.
Einen Mehrwert bietet zudem der aus Metall gefertigte Regler für Lautstärke und Beleuchtung. Das Umschalten der Helligkeitsreglung dauert allerdings zu lange, die Shortcuts auf der Tastatur liefern deutlich schnellere Ergebnisse. Die dazu nötigen FN-Belegungen erschließen sich meist von selbst oder nach kurzem Ausprobieren.
Software: Überraschung!
Was den Funktionsumfang der (Windows-)Software betrifft, lässt die UCAL K673 auch weitaus teurere Tastaturen hinter sich. Den Ausschlag gibt die Möglichkeit, zwei FN-Ebenen zu programmieren und die dazugehörigen FN-Tasten frei zu verlegen – ein Mehrwert für den Nutzerkomfort. Dass werksseitige FN-Belegungen in der Software nicht angezeigt werden, stört dabei, aber nur am Rande. Im Grunde bietet die Software alles, was man braucht.
Fazit: Hui oder Pfui?
Die UCAL K673 verspricht eine ganze Menge. Ein normales Gehäuse, mehrere Schichten Geräuschdämpfung, kabellosen Betrieb und ein ordentliches Layout, ganz wie Tastaturen über 100 Euro. Taugt sie etwas? Das hängt letztlich ganz vom Fokus ab, denn der Sparpreis hat Gründe.
Diese liegen in den austauschbaren Komponenten: Die Basis-Taster und die dünnen Tastenkappen sind funktional ausreichend, aber auch im Einstiegssegment nichts Besonderes. Sie sorgen dafür, dass sich die auch so ordentliche Akustik noch als ausbaufähig erweist. Dafür sind Chassis, Layout und Ausstattung als recht unveränderliche Bestandteile gut gemacht, insbesondere auch bei der Software bietet die K673 viele Freiheiten.
Am Ende hängt die Einschätzung so tatsächlich nur vom Preis ab. Für rund 55 Euro während der regelmäßigen Angebotsaktionen, zum Beispiel aktuell im Redragon-Shop auf Amazon*, empfiehlt sich die Tastatur als Einstiegsmodell, das ein solides Starterpaket ohne allzu große Kompromisse und eine ausbaufähige Plattform bietet. Zehn Euro Aufpreis zur Sharkoon SGK25 (Test) sollte man bei knappem Budget unbedingt investieren. Rubberdome-Tastaturen wie eine Glorious GMBK (Test) für 60 Euro werden so zu einer schlechten Wahl.
Bei regulären 70 Euro kehrt sich die Einschätzung um. Eine Sharkoon Skiller SGK55W verspricht für gleiches Geld eine Alternative mit besseren Tastern. Nicht zuletzt liegt die Redragon dann viel zu dicht an einer Hator Skyfall Pro 80 (Test), die für weitere zehn Euro in allen Bereichen den Nachbrenner zündet. Wer vor allem Taster, bessere Akustik und quelloffene Firmware statt voller Ausstattungs-Hütte priorisiert, bekommt zudem mit der Sharkoon SGK50 S3 (Test) für rund 60 Euro eine bessere Alternative.
- Sinnvolles Layout
- Geräuschdämpfung & geschlossenes Gehäuse
- Umfangreiche Ausstattung
- Gute Software
- Einstiegstaster
- Tastenkappen dünn
ComputerBase hat die UCAL K673 DE von Reddragon leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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