ChatGPT-Konkurrent Claude: Anthropic führt kosten­lose KI-Speicher­funktion für alle ein

Michael Schäfer
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ChatGPT-Konkurrent Claude: Anthropic führt kosten­lose KI-Speicher­funktion für alle ein
Bild: Anthropic

Nach ersten Gerüchten Mitte des letzten Jahres hatte Anthropic vor drei Monaten, wie OpenAI bei ChatGPT zuvor, bei Claude für Pro-Abonnenten eine Memory-Funktion zur Speicherung von Gesprächen zur späteren Verwendung eingeführt. Jetzt stehen die Erinnerungen aus früheren Gesprächen auch kostenlosen Nutzern zur Verfügung.

Solche Funktionen sollen es ermöglichen, dass sich Chatbots an frühere Gespräche erinnern und die daraus gewonnenen Informationen auch bei späteren Konversationen nutzen können, sodass Anwender bestimmte Sachverhalte nicht immer wieder von neuem erklären müssen. Das kann besonders bei ständig wiederkehrenden Themen von Vorteil sein. Ebenso besteht dadurch die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt an einem bestimmten Thema weiterarbeiten zu können. Darüber hinaus kann sich die künstliche Intelligenz Vorlieben des Nutzers merken und diese entsprechend berücksichtigen. Gleichzeitig soll auch das Kontextverständnis davon profitieren.

Total Recall für alle

Um der immer größer werdenden Konkurrenz wie unter anderem ChatGPT, bei dem OpenAI bereits vor einiger Zeit die Möglichkeit zur Erinnerung für alle Nutzer freigegeben hatte, entgegenzutreten, hat Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, nun nachgezogen und beschränkt die Speicherfunktion nicht mehr ausschließlich auf seine Bezahltarife, sondern stellt sie nun auch Nutzern mit einem kostenlosen Account zur Verfügung. Somit können auch diese auf vergangene Chats zurückgreifen. Damit kann Claude auch bei diesen frühere Konversationen durchsuchen und eventuelle Informationen daraus neu aufbereiten.

Zur Speicherfunktion gehört ebenso die Möglichkeit, Gespräche mit anderen Chatbots den bisherigen Speicherinhalten hinzuzufügen, um so das Wissen über den einzelnen Nutzer in Claude zu erweitern. Dafür stellt der Hersteller eine separate Eingabemöglichkeit bereit; nach dem Einfügen werden die Inhalte aufbereitet und sind laut Anthropic spätestens nach 24 Stunden verfügbar.

Der Konkurrenz entgegentreten

Die jetzige Freischaltung sowie die Möglichkeit, Gespräche von anderen Diensten zu integrieren, sind nur ein Teil einer Offensive kostenloser Werkzeuge des LLM von Anthropic, zu der bereits Funktionen wie App-Konnektoren, Dateierstellung, Fähigkeiten für wiederholbare Arbeitsabläufe, längere Unterhaltungen, Bildersuche und noch einige mehr gehören. Damit will sich das Unternehmen gegenüber der immer stärker werdenden Konkurrenz auch künftig behaupten können.

Eingeschlagener Weg erfolgreich

Dass dieses Vorgehen durchaus von Erfolg gekrönt ist, zeigt der Umstand, dass Apple trotz exklusivem Abkommen mit Google und Gemini intern hauptsächlich auf Anthropic Claude setzen soll. Dass sich Anthropic letzten Endes nicht gegen Google als KI für die neue Siri durchsetzen konnte, soll vor allem am verlangten Preis gelegen haben – Gemini soll demnach deutlich günstiger gewesen sein.

Doch auch abseits davon schwimmt der Dienst auf einer Erfolgswelle: So soll die Claude-App für iOS in über 100 Ländern Positionen in den Top 10 der Produktivitäts-Apps und in den USA sogar als Spitzenreiter zu finden sein.

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