Ende des Hypes: OpenAI stellt KI-Videogenerator Sora ein

Andreas Frischholz
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Ende des Hypes: OpenAI stellt KI-Videogenerator Sora ein
Bild: OpenAI

OpenAI kündigt das Ende des KI-Videogenerators Sora an. Die eigenständige App, die erst vor rund sechs Monaten veröffentlicht wurde, wird bald eingestellt. Ein konkreter Zeitplan für die App und die API soll bald bekannt gegeben werden.

Für die Allgemeinheit freigegeben wurde der KI-Videogenerator im Dezember 2024. Schon damals gingen Videos viral. Als OpenAI die Sora-App im September 2025 als eine Art Kurzvideodienst für KI-Videos veröffentlichte, gab es den nächsten kleinen Hype. Die App erreichte binnen fünf Tagen 1 Million Downloads und stand an der Spitze von Apples Appstore-Charts. Danach wurde es aber ruhig.

Im Dezember investierte Disney noch 1 Milliarde US-Dollar in Sora

Dass OpenAI sich bei der Entwicklung fokussieren will, ist bekannt. Die aktuelle Ankündigung zeigt, wie schnell der Wandel erfolgt. Noch im Dezember hatte Disney verkündet, 1 Milliarde US-Dollar in OpenAI zu investieren. Ebenso wurde genehmigt, dass Sora-Nutzer Videos von urheberrechtlich geschützten Disney-Figuren erstellen dürfen.

Nun erklärt Disney in einer Stellungnahme gegenüber CNBC, man respektiere OpenAIs Entscheidung, das Videogenerator-Geschäft zu verlassen.

Intern wurde Disney offenbar kalt erwischt, berichtet Reuters. Noch am Montag arbeiteten demnach Teams von OpenAI und Disney an einem gemeinsamen Projekt, das mit Sora in Verbindung stand. 30 Minuten nach einem Meeting erfolgte dann die Ankündigung, dass der Videogenerator eingestellt wird. Für Disney ohne jegliche Vorwarnung.

Fokus auf Coding und Agenten

Künftig soll bei OpenAI ChatGPT im Mittelpunkt stehen, das zu einer Super-App weiterentwickelt werden soll, in die der KI-Browser Atlas sowie der Agent Codex integriert wird. Dieser läuft bislang auch über eine eigenständige App.

Agenten und Geschäft mit Unternehmen sind demnach das Ziel. „Was für uns momentan wirklich zählt, ist das Fokussieren und eine gute Umsetzung“, sagt OpenAIs App-Chefin Fidji Simo. Was wegfällt, sind Dienste, die nicht zur neuen Strategie passen. Ein Ende von Sora war daher naheliegend.

Die Videogenerierung benötigt enorme GPU-Kapazitäten, die bei OpenAI aber begrenzt sind. Computing-Ressourcen müssen zwischen Modell-Entwicklung, Produktstarts und dem Inferenzbereich – also dem alltäglichen Betrieb der Dienste – aufgeteilt werden. Das Wall Street Journal berichtete zuletzt von einer teils chaotischen Organisation innerhalb von OpenAI. Teams erhielten etwa erst kurz vor Produktstarts die entsprechenden Computing-Leistungen zugeteilt.

Online-Shopping-Käufe in ChatGPT erst einmal vom Tisch

Eingedampft werden auch weitere Funktionen. Die Produktsuche im Shopping-Bereich von ChatGPT wird optimiert, indem das Agentic Commerce Protocol (ACP) erweitert wird. Nutzer sollen damit noch leichter Produkte innerhalb von ChatGPT vergleichen können. Den integrierten Bezahlvorgang – also das Instant-Checkout – setzt OpenAI aber nicht um. „Wir haben festgestellt, dass die ursprüngliche Version von Instant Checkout nicht das Maß an Flexibilität bot, das wir anstreben“, heißt es in der Mitteilung.

Händler haben daher die Möglichkeit, eigene Bezahlverfahren zu wählen. OpenAI will sich indes auf die Produktsuche fokussieren.