Kritik könnte Wirkung zeigen: Wie Microsoft die KI-Strategie von Windows 11 anpasst

Michael Schäfer
32 Kommentare
Kritik könnte Wirkung zeigen: Wie Microsoft die KI-Strategie von Windows 11 anpasst
Bild: Microsoft

Im Zuge der angekündigten Verbesserungen und Optimierungen für Windows 11 wurde Anfang des Jahres auch bekannt, dass Microsoft die KI-Strategie für das Betriebssystem überdenken will. Nun zeichnet sich ab, was der Konzern mit den Copilot-Funktionen plant.

Komplette Neubewertung

Einem Bericht von Windows Central zufolge weiterhin unterzieht Microsoft seine KI-Pläne angesichts der anhaltenden Kritik weiterhin einer umfassenden Neubewertung. Zahlreiche geplante Funktionen stehen demnach auf dem Prüfstand, nicht wenige wurden bereits vollständig gestrichen. Betroffen ist unter anderem die ursprünglich für 2024 vorgesehene Integration von Copilot in die Benachrichtigungen und Einstellungen der Windows-11-Benutzeroberfläche, mit der seinerzeit der KI-Aufwand im gesamten Betriebssystem reduziert werden sollte. Auch die geplante Verschmelzung des KI-Assistenten mit dem Datei-Explorer wird offenbar nicht in der für 2024 angedachten Form umgesetzt.

Viele Pläne werden nicht mehr verfolgt

Zwar hatte Microsoft mit der Verzahnung von Copilot und Datei-Explorer bereits in einer Insider-Preview begonnen, doch das Ergebnis hatte mit den ursprünglichen Plänen nur noch wenig gemein. Der Datei-Explorer erhielt zwar ein KI-Aktionsmenü, doch dessen Umsetzung weicht grundlegend vom Copilot-Konzept des Jahres 2024 ab: Während die aktuelle Version Aktionen lediglich an andere Apps weiterleitet, hätte die ursprünglich geplante Copilot-Variante diese Aktionen eigenständig und ohne separate Anwendung ausführen sollen. Microsoft-EVP Yusef Mehdi hatte die Funktion seinerzeit noch für das damals laufende Jahr angekündigt, in ihrer ursprünglich erdachten Form wurde sie jedoch bis heute nicht veröffentlicht.

Weitere KI-Updates, zu denen insbesondere die Agenten-Pläne für Windows 11 zählen, stehen allerdings weiterhin auf dem Plan.

Copilot nur noch ein Schatten von dem, was er werden sollte

Bereits kurz nach der Kontroverse rund um Recall legte der Software-Riese außerdem Pläne ad acta, Copilot als übergreifenden Markenbegriff für sämtliche KI-Funktionen unter Windows zu etablieren. Nie das Licht der Welt erblickt haben bislang auch die Copilot-Vorschläge in Benachrichtigungen, bei denen sich der KI-Assistent in Popup-Meldungen von Apps hätte einklinken sollen, um Ein-Klick-Aktionen wie das Öffnen einer Datei oder das Beantworten von Nachrichten anzubieten. Ob diese Funktionen jemals als Copilot-Feature unter Windows erscheinen werden, gilt mittlerweile als mehr als fraglich. Ähnlich verhält es sich mit der Windows Copilot Runtime, die inzwischen schlicht in „Windows AI APIs“ umbenannt wurde.

Realität holt Microsoft ein

Die einstige „Marke“ Copilot dürften die meisten Nutzer mittlerweile eher mit Microsoft 365 als mit Windows in Verbindung bringen – von den ursprünglichen Visionen ist kaum noch etwas übrig geblieben. Das Unternehmen rückt dabei ebenso zusehends von der Idee ab, Copilot als allgegenwärtigen KI-Assistenten tief in Windows zu verankern. Möglicherweise waren die Pläne schlicht zu ambitioniert und ließen sich in der Theorie weitaus leichter formulieren, als sie in der Praxis umzusetzen wären. Zudem dürfte Microsoft wenig Interesse daran haben, diese Kehrtwende öffentlich zu kommunizieren, allzu leicht könnte sie als Rückschritt wahrgenommen werden – was sie im Grunde auch ist.

Nvidia GTC 2026 (16.–19. März 2026): Alle 9 News auf der Themenseite!