Vorgehen gegen Adblocker: YouTube soll Kommentare und Beschreibungen aus­blenden

Michael Schäfer
174 Kommentare
Vorgehen gegen Adblocker: YouTube soll Kommentare und Beschreibungen aus­blenden
Bild: YouTube

Mehrere Kommentare auf Reddit nähren die Vermutung, dass YouTube im Vorgehen gegen die Unterdrückung von Werbung eine neue Gangart einschlägt. Beschreibungen zufolge blendet die Video-Plattform sowohl Kommentare als auch Clip-Beschreibungen aus, sobald eine entsprechende Maßnahme erkannt wird.

Gewolltes Verhalten oder nur Zufall?

Ob beide Aspekte tatsächlich in einem Zusammenhang stehen, lässt sich derzeit nicht abschließend klären. Die Häufung entsprechender Berichte, unter anderem auf der Diskussionsplattform Reddit, in denen das Verhalten in Verbindung mit Mitteln zur Unterdrückung von Werbung geschildert wird, legt einen solchen Zusammenhang jedoch nahe. Hinzu kommt, dass YouTube zuletzt nicht nur zunehmend energisch, sondern auch einfallsreicher gegen entsprechende Methoden vorgeht.

Aktuell scheint es so zu sein, dass der Video-Dienst beim Erkennen einer entsprechenden Vorrichtung, etwa in Form eines Addons, die Kommentarfunktion deaktiviert und zudem die Video-Beschreibung ausblendet. Mehrere Medienberichte bestätigen das Verhalten, das vor wenigen Tagen erstmals beobachtet wurde. Dabei zeichnen sich offenbar Unterschiede je nach verwendetem Browser ab: Zahlreiche Nutzer nennen die Kombination aus Firefox und aktiviertem Werbeblocker als betroffen, während Anwender bei dem auf Chromium basierenden und auf Privatsphäre sowie Werbefreiheit ausgelegten Browsers Brave in dieser Hinsicht keine Veränderungen feststellen konnten.

Adblocker-Deaktivierung behebt Problem in den meisten Fällen

In einigen Fällen soll bereits ein Neuladen der Seite ausgereicht haben, um die Kommentarfunktion wiederherzustellen, in anderen blieb das Verhalten bestehen. Dass bei deutlich mehr Nutzern die Deaktivierung des Adblockers das Problem beheben konnte, nährt allerdings den Verdacht, dass YouTube hier neue Wege sucht, entsprechende Nutzer von seiner Plattform auszuschließen.

Von Windmühlen, Katzen und Mäusen

Sollten sich die Vermutungen bestätigen, würde YouTube damit eine weitere Eskalationsstufe im Katz-und-Maus-Spiel mit Werbeblockern zünden. Ob das jetzige Vorgehen von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt offen. Für die Video-Plattform haben sich ähnliche Bemühungen in der Vergangenheit jedoch bereits ausgezahlt: Das Vorgehen gegen entsprechende Maßnahmen sowie gegen mittels VPN in anderen Ländern abgeschlossene günstigere Premium-Accounts führte bereits Anfang 2024 zu einem deutlichen Anstieg der Bezahl-Abonnenten. Erst im vergangenen September passte YouTube seine AGB erneut an, um energischer gegen ausländische Premium-Abos vorgehen zu können. Einige Monate zuvor hatte der Dienst zudem sein Angebot Premium Lite mit weniger Werbeunterbrechungen auch in Deutschland eingeführt. YouTube hat sich bislang nicht zu den Vorkommnissen geäußert.