Ausgliederung von TV-Sparte: Joint Venture von Sony und TCL nimmt konkrete Form an
Die Ausgliederung von Sonys TV- und Home-Entertainment-Sparte in ein neues Joint Venture mit TCL nimmt konkrete Form an. Auf die Absichtserklärung im Januar folgte jetzt eine rechtlich bindende definitive Vereinbarung. Fest stehen damit die konkret betroffenen Geschäftsbereiche, Produkte, Fertigungsstandorte und Markennamen.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Sony eine zunächst vollständig eigens besessene Tochtergesellschaft gründet, von der TCL wiederum einen mehrheitlichen Anteil von 51 Prozent übernehmen wird, während Sonys Anteil 49 Prozent beträgt. Das neue Unternehmen wird BRAVIA Inc. heißen und seinen Firmensitz in Tokio haben.
Die BRAVIA Inc. ist damit der Nachfolger von Sonys Home-Entertainment-Geschäft, das auch die TV-Sparte umfasst. Dazu gehören Produktentwicklung, Design, Fertigung, Verkauf, Logistik und Kundenservice von Produkten wie Consumer-Fernsehern (Bravia), B2B-Flat-Panel-Displays (B2B Bravia), B2B-LED-Displays, Projektoren und Home-Audio-Equipment wie Heimkinosystemen und Audiokomponenten. Das neu gegründete Unternehmen soll global agieren, das Joint Venture ist demnach nicht nur für ausgewählte Regionen gegründet worden.
TCL übernimmt Fertigungsstandort in Malaysia
Das Abkommen mit TCL sieht außerdem vor, das 100 Prozent des Eigenkapitals in Sony EMCS (Malaysia) Sdn. Bhd. („SOEM“), eine Tochtergesellschaft verantwortlich für die Produktion von Sonys Home-Entertainment-Produkten, an TCL übertragen wird. Für die Shanghai Suoguang Visual Products Co., Ltd. (SSVE) werde hingegen noch über den Transfer des von Sony (China) Limited gehaltenen Eigenkapitals an TCL verhandelt.
Die Summe des Unternehmenswertes der in das Joint Venture übertragenen Geschäftsbereiche sowie von SOEM liegt bei 102,8 Milliarden Yen, umgerechnet rund 561,5 Millionen Euro. Von TCL wird unter Berücksichtigung aller finanzieller Faktoren wie Nettoverschuldung und Nettoumlaufvermögen eine Zahlung von 75,4 Milliarden Yen (411,8 Millionen Euro) erwartet, die finale Summe könne davon aber noch abweichen. Nicht dabei berücksichtigt wird die noch unter Verhandlung stehende SSVE.
Neue Produkte heißen weiterhin „Sony“ und „Bravia“
Die Partner gehen davon aus, dass nach dem Erhalt behördlicher Genehmigungen und weiterer Faktoren im April 2027 der Geschäftsbetrieb des Joint Ventures aufgenommen werden kann. Die Produkte des neu gegründeten Unternehmens sollen weltweit nach wie vor unter den bekannten Markennamen Sony und Bravia vertrieben werden.