iOS 26.4: Teile der neuen KI-Siri sollen sich erneut verspäten

Dennis Krause
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iOS 26.4: Teile der neuen KI-Siri sollen sich erneut verspäten

Die neue KI-Siri, die auf Google Gemini basiert, erleidet intern wohl neue Rückschläge und soll nun nicht mehr groß in iOS 26.4, sondern Teile des Updates sollen in iOS 26.5 oder sogar erst mit iOS 27 im September ausgeliefert werden. Problem ist erneut die Zuverlässigkeit bei KI-Anfragen.

Funktionen verzögern sich wohl weiter

Verzögern wird sich nach dem Bericht von Bloomberg wohl zusätzlich der Zugriff auf persönliche Daten. Die neue KI-Siri wird dann wohl erst einmal nur den Bildschirm des Nutzers verstehen. Die beiden weiteren Pfeiler der neuen Siri, die Apple angekündigt hatte, werden nun nicht mehr vor iOS 26.5 im Mai erwartet, wenn nicht noch später.

Dafür sollen Teile der KI-Internetsuche gute Chancen haben, es in das erste Siri-Update zu schaffen. Diese Funktion hat Apple bisher nicht angekündigt, sie scheint aber noch nicht fehlerfrei zu funktionieren, weswegen die Funktion nun aufgeteilt werden könnte. Wie das aussehen soll, erläutert Bloomberg nicht.

Angekündigt
Versprochen für iOS 18 Neues Design, LLM zur Spracherkennung, ChatGPT-Integration, Zugriff auf persönliche Daten,
Bildschirm verstehen, iPhone-Steuerung per Siri
Intern geplant
iOS 26.4 (März) Zugriff auf persönliche Daten, Bildschirm verstehen, Teile KI-Internetsuche*
Später iPhone-Steuerung per Siri, neue Chatbot-Siri*
Teile der KI-Internetsuche*, Bildgenerierung per Sprachbefehl*,
Zugriff auf persönliche Daten
*Funktion bisher nicht angekündigt/versprochen

Mit allen im Juni 2024 zur WWDC versprochenen Funktionen ist daher nun auch nicht mehr bis Juni 2026 zur kommenden WWDC zu rechnen. Offiziell hat Apple weiterhin seit der Verzögerung im Februar 2025 nur das Jahr 2026 als Auslieferungszeitpunkt in Aussicht gestellt.

Neues Jahr, gleiche Probleme

Hintergrund für die neue inoffizielle Verzögerung sind wie auch bei der offiziellen Verzögerung letztes Jahr Bedenken hinsichtlich der Verlässlichkeit. Tester werden wohl von Siri einfach unterbrochen und können ihre Sätze nicht beenden. Die Steuerung des iPhones über Siri ist „unzuverlässig“ wie auch der Zugriff auf persönliche Daten durch die Sprachassistentin. Siri selbst scheint um ihren Zustand Bescheid zu wissen und leitet Nutzer manchmal auch einfach an ChatGPT weiter, anstatt ihre neuen KI-Funktionen zu nutzen, mit denen sie die Anfragen auch bearbeiten könnte.

Another challenge: The new Siri sometimes falls back on its existing integration with OpenAI’s ChatGPT instead of using Apple’s own technology. That can happen even when Siri should be capable of handling the request.

Bloomberg

Apple überlegt daher angeblich auch, die neuen Funktionen erst einmal hinter einem Toggle zu verstecken und sie als „Vorschau“ zu bezeichnen.

Gemini-Deal sollte helfen

Dabei hatte Apple erst vor wenigen Wochen offiziell Google mit ins Boot geholt: Über fünf Milliarden US-Dollar will der Konzern die nächsten Jahre an Google zahlen, um ein eigenes Gemini-Modell für die neue Siri nutzen zu dürfen. Weil der Konzern bei seinen KI-Modellen abgehängt wurde, kauft er sich die notwendige Software einfach woanders ein.

Apple-Manager unter Zeitdruck

Zumindest kurzfristig konnte der Deal dann aber wohl noch nicht im erhofften Tempo Früchte tragen: Die interne Zeitleiste, die im Juni 2024 angekündigten Versionen noch im Frühling 2026 zu veröffentlichen, soll laut Bloomberg unter Apple-Managern bis in die letzten Wochen verteidigt worden sein. Und das, obwohl es bereits Ende 2025 Anzeichen gab, dass die Rückstände auch mit dem Gemini-Modell nicht so schnell aufgeholt werden könnten. Eine Verzögerung auf nach Frühjahr 2026, mutmaßlich bis zur WWDC im Juni 2026, sollte vermieden werden. Ob das noch gewahrt werden kann, darf auf Basis dieses Gerüchts bezweifelt werden.

Kommentar des Autors

Die Gerüchte zur neuen KI-Siri vor wenigen Wochen waren dann wohl doch zu optimistisch: Fast alle Funktionen aus dem Juni 2024 sollten noch im Frühjahr erscheinen und obendrauf auch noch eine KI-Internetsuche à la Perplexity und Gemini.

Nach diesem neuen Bloomberg-Bericht funktioniert davon jedoch kaum etwas zuverlässig: Die KI-Siri soll Nutzer nicht ausreden lassen, eine einfache Bildanfrage nicht störungssicher an Apples Bild-Generierung übertragen (die ja bereits in Image Playground existiert), sich beim Zugriff auf persönliche Daten verrennen und weiterhin Probleme haben, Apps zu steuern. Bei längeren Anfragen treten weitere Störungen auf. Der Bericht ließe sich fast kürzer formulieren, indem man aufzählt, was bei der KI-Siri bereits funktioniert.

Dass Siri trotz der KI-Fähigkeiten lieber beim Kollegen ChatGPT nachfragt, zeigt dann auch, dass die Sprachassistentin sich selbst besser einschätzen kann als der Konzern, der sie programmiert: Dass Apple die neuen Funktionen jetzt trotzdem überlegt, mit iOS 26.5 auszuliefern, erscheint unrealistisch und naiv. Die Hoffnung darf angezweifelt werden, wenn die Funktionen zwei Monate vor Start des Beta-Zyklus noch nicht stabil laufen und die Probleme damit seit über einem Jahr existieren.

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