GTC 2026

AI-Slop-Kritik an DLSS 5: Jensen Huang: „Spieler liegen mit ihrer Kritik völlig falsch“

Nicolas La Rocco
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AI-Slop-Kritik an DLSS 5: Jensen Huang: „Spieler liegen mit ihrer Kritik völlig falsch“

Die Ankündigung von DLSS 5 zu Beginn von Nvidias GTC-2026-Keynote kam überraschend. Und sie ging – vielleicht überraschend für Nvidia – mit einiger Kritik einher. Diese reichte von einer Gefahr für klassisches Artwork bis zum Vorwurf billigen AI Slop. Doch laut Nvidia-CEO Jensen Huang liegen die Kritiker damit völlig falsch.

DLSS 5 soll ab Herbst dieses Jahres „Computer-Grafik zum Leben erwecken“. Gesetzt wird dabei auf das Neural Rendering, also das Rendering mittels Generative AI. Bis dato bedient sich DLSS der von der Spiele-Engine bereitgestellten Grafik, skaliert sie mittels AI hoch (Super Resolution) oder fügt mittels AI künstliche Zwischenbilder hinzu.

Handcrafted Rendering mit Generative AI

Nvidia machte zur Ankündigung klar, dass beim „3D Guided Neural Rendering“ von DLSS 5 die Grafik, wie sie von der Engine des Spiels vorgegeben wird, nur noch als strukturierte Basis für den Einsatz von Neural Rendering diene. Effekte müssen nicht mehr gerendert oder als Texturen im Speicher abgelegt werden, sondern werden über Neural Shader auf den KI-Kernen der Grafikkarte in Echtzeit erzeugt. Eine Kombination aus „handcrafted rendering“ mit Generative AI soll sicherstellen, dass die Grafik nach festen Vorgaben des Spiels bzw. Publishers erzeugt wird, während reine Gen-AI-Grafiken nur schwer zu kontrollieren sind.

Viele negative Reaktionen zur Ankündigung

Dennoch fielen im Nachgang nicht wenige Reaktion zur visuellen Qualität von DLSS 5 eher negativ aus. Nicht weil die Effekte von schlechter Qualität sind, sondern weil Nvidia vorgeworfen wurde, das Artwork und vor allem die Charaktere der Künstler nicht zu respektieren, sie über die eigentliche Absicht hinaus zu verändern, einen Beauty-Filter darauf anzuwenden oder diese schlichtweg mittels „AI Slop“ zu verfremden.

Spieler liegen mit ihrer Kritik völlig falsch

Auf entsprechende Aussagen von Spielern reagierte Nvidia-CEO Jensen Huang im Rahmen einer Q&A-Runde mit Journalisten, an der auch ComputerBase teilgenommen hat, mit Unverständnis. Zunächst einmal erklärte er, dass die Kritiker völlig falschliegen würden. „Well, first of all, they’re completely wrong“, sagte Huang. Es folgte eine Erläuterung: DLSS 5 verknüpfe die Steuerbarkeit der Geometrie, Texturen und aller weiteren Aspekte des Spiels mit Generative AI, so Huang. Alles liege weiterhin im Ermessen des Künstlers, die Generative AI könne derart feinteilig reguliert werden, dass sie dem eigenen künstlerischen Stil entspreche.

Wir bringen die Technologie hervor, wir kreieren aber nicht die Kunst“, sagte Huang. DLSS 5 werde über die Geometrie gesteuert und über die Ground Truth des Spiels eingeschränkt. Es handele sich nicht um ein Postprocessing für jeden Frame, sondern um generative Kontrolle auf dem Geometrielevel. Damit begegnete er der Kritik eines Filters. Alles liege in direkter Kontrolle der Spieleentwickler. DLSS 5 sei gänzlich anders als einfach nur auf das Spiel angesetzte Generative AI.

Nvidia will Absicht des Künstlers sicherstellen

Wie sichergestellt werden soll, dass das finale Bild der Absicht des Künstlers entspricht, hatte Nvidia zuvor mit FAQ versucht zu erklären. Das soll auf zwei Arten geschehen:

  • Indem die Farb- und Bewegungsvektoren des Spiels für jedes Frame in das Modell eingespeist werden, wodurch die Ausgabe im ursprünglichen 3D-Inhalt verankert bleibt.
  • Indem Entwicklern detaillierte Steuerungsmöglichkeiten wie Intensität und Farbkorrektur zur Verfügung gestellt werden. Künstler können damit Mischung (Blending), Kontrast, Sättigung und Gamma anpassen und festlegen, wo und wie Verbesserungen angewendet werden, um die einzigartige Ästhetik des Spiels zu erhalten.

DLSS 5 kommt bereits diesen Herbst

DLSS 5 soll ab Herbst dieses Jahres für zahlreiche Spiele angeboten werden. Es gibt noch keine Minimum-Spezifikationen. Die Demos von Nvidia liefen auf zwei GeForce RTX 5090, wobei eine Grafikkarte dem klassischen Rendering und eine dem Neural Rendering zugewiesen war. DLSS 5 arbeitet mit bestehenden Technologien wie DLSS Super Resolution, Ray Reconstruction, Frame Generation und Multi Frame Generation zusammen.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia unter NDA im Vorfeld und im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in San Jose, Kalifornien erhalten. Die Kosten für An-, Abreise und fünf Hotelübernachtungen wurden vom Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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