Amazon ohne Prime: Versandkostenfreie Lieferung jetzt erst ab 49 Euro
Nach Testläufen wurde sie nun umgesetzt, die Erhöhung des Mindestbestellwerts für eine versandkostenfreie Lieferung auf Amazon. Kunden ohne Prime-Abonnement müssen nun für mindestens 49 Euro einkaufen, um keine Versandkosten zu haben. Zuvor lag der Mindestbestellwert bei 39 Euro.
Neues Versandkostenmodell seit Anfang März
Wie Amazon inzwischen gegenüber Golem bestätigt hat, gelten die neuen Bedingungen* für die Versandkosten bei Kunden ohne Prime-Abo nun wirklich und dauerhaft. Im Vorfeld war das geänderte Preismodell zunächst nur ausprobiert worden. In einer Stellungnahme heißt es, dass Amazon die Versandgebührenstruktur aufgrund „des allgemeinen Anstiegs von Lieferkosten“ geändert habe. Das Unternehmen habe die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, behalte sich aber jederzeit Anpassungen vor.
Wie Golem weiter berichtet, soll der Mindestbestellwert bereits am 3. März 2026 angehoben worden sein. Kunden seien über die Änderung allerdings nicht informiert worden.
In einem Testlauf im vergangenen Sommer wurde der Mindestbestellwert für einige Kunden sogar auf 59 Euro angehoben. Am Ende sind es aber nun doch „nur“ 49 Euro geworden. Gemessen an den vorherigen 39 Euro sind das immerhin 25 Prozent mehr.
Amazon forciert Prime-Abos
Für Amazon-Kunden wird auf diese Weise der Abschluss eines Prime-Abonnements, das regulär im Jahresabo 89,90 Euro kostet, schmackhafter gemacht. Prime-Kunden zahlen nämlich weiterhin gar keine Versandkosten unabhängig vom Bestellwert, solange der Artikel direkt von Amazon und nicht über einen Marktplatzhändler versendet wird.
Der Prime-Vorteil beinhaltet zudem einen Zugriff auf den Streaming-Dienst Prime Video, der allerdings im regulären Abo inzwischen Werbung bei Filmen und Serien umfasst, die nur durch eine Zusatzgebühr entfällt.
Kunden ohne Prime-Abo wird der Abschluss eines solchen bei jeder Bestellung aufgedrängt, indem die Buchung des Abos beim Bestellvorgang vorausgewählt ist und stets aktiv abgewählt werden muss.
Schlechte Kundeninformation als Klagegrund
Dass Amazon seine Kunden über die Änderungen bei den Versandgebühren nicht informiert hat, stößt sauer auf. In puncto Kundenfreundlichkeit steht das Unternehmen ohnehin in der Kritik, da im Jahr 2022 etwa die Verträge von Prime-Kunden ohne deren Zustimmung geändert wurden. Über die Einführung von Werbung bei Prime Video im Jahr 2024 waren Kunden zwar informiert worden, doch geschah auch diese Änderung ohne Zustimmung. In beiden Fällen wurde eine Sammelklage über Verbraucherzentralen eingereicht.
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