Neue Richtlinie: Wikipedia untersagt KI-generierte Artikel
Die Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz verleiten auch dazu, Artikel für die freie Enzyklopädie Wikipedia von KI verfassen zu lassen. Doch genau das wird vom Betreiber, der Wikimedia Foundation, nun offiziell verboten. Ausnahmen gelten für Übersetzungen und Korrekturen.
Das geht aus einem Update der Wikipedia-Richtlinien hervor, auf das The Verge hinweist.
Darin wird „die Verwendung von LLMs zur Generierung oder zum Umschreiben von Artikelinhalten untersagt“. Begründet wird dies damit, dass von LLMs (Large Language Models) generierte Texte „häufig gegen mehrere der Kerninhaltsrichtlinien von Wikipedia verstoßen“ würden.
Als Ausnahmen der Regel werden „grundlegende Korrekturvorschläge“ sowie der Einsatz von LLMs zur Übersetzung von Artikeln formuliert. Es müsse aber sichergestellt sein, dass LLMs keine eigenen Inhalte hinzufügen, die sich nicht durch zitierte Quellen stützen. Letzteres ist eine der Kernrichtlinien von Wikipedia: Es sollen keine originellen Gedanken veröffentlicht werden. Alle Inhalte sollen auf eine zuverlässige, veröffentlichte Quelle zurückgeführt werden können.
KI-Einsatz schwer zu kontrollieren
Ob und inwieweit nun bei einem Wikipedia-Artikel KI zum Einsatz gekommen ist, lässt sich aber nur schwer kontrollieren. Die Betreiber räumen ein, dass auch manche Bearbeiter der freien Enzyklopädie einen ähnlichen Schreibstil wie ein LLM besitzen. Allein anhand von stilistischen oder sprachlichen Merkmalen könne man keine Sanktionen rechtfertigen. Letztlich müssten die Texte auf die Einhaltung der Kernrichtlinien überprüft werden und auch die jüngsten Änderungen des jeweiligen Autors betrachtet werden.
25 Jahre Wikipedia Deutschland
Das Problem mit KI-Texten auf Wikipedia war auch im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen von Wikipedia Deutschland ein großes Thema. „Erst im Februar dieses Jahres hat die deutschsprachige Wikipedia in einer Abstimmung ein ziemlich klares Signal gesetzt: KI-generierte Texte sind grundsätzlich unerwünscht. Wer wiederholt Artikel einreicht, die erkennbar von einer KI geschrieben wurden, kann sogar unbefristet gesperrt werden“, erklärte Jörg Schieb, Digitalexperte beim WDR.
Abseits von KI-Inhalten ist das freie Online-Lexikon aber auch vor ganz menschlichen Manipulationen nicht gefeit. Ganz aktuell berichtet das ZDF darüber, wie der populäre Sexualstraftäter Jeffrey Epstein den Wikipedia-Artikel zu seiner Person zu seinen Gunsten „säubern“ ließ.