Android Automotive OS for Software-defined Vehicles: Android soll künftig alle Bereiche des Autos steuern können

Nicolas La Rocco
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Android Automotive OS for Software-defined Vehicles: Android soll künftig alle Bereiche des Autos steuern können
Bild: Google

Android Automotive OS ist ein bislang in erster Linie für Infotainmentsysteme ausgelegtes Betriebssystem. Das möchte Google mit Android Automotive OS for Software-defined Vehicles (AAOS SDV) künftig ändern, das alle Bereiche des Autos steuern können soll, etwa Klimatisierung, Sitze, Licht, Spiegel, Telemetrie und mehr.

Das hat Google über den Android Developers Blog angekündigt. Geschaffen werden soll damit eine offene Plattform mit modularer Struktur, mit einem Topologie-unabhängigen Kommunikationslayer und Unterstützung für granulare Software-Updates. Das soll die Probleme adressieren, denen Autohersteller laut Google im Zuge der Modernisierung mit ihrer alten und fragmentierten Software gegenüberstehen.

AAOS SDV kommt ins AOSP

Dafür soll AAOS SDV im späteren Verlauf des Jahres Einzug ins Android Open Source Project (AOSP) halten. Die Bereitstellung über die Open-Source-Plattform sei als Ansporn für die Autoindustrie zu verstehen, Features zu geringeren Kosten zu entwickeln oder zu verbessern, die Entwicklung zu beschleunigen und damit für einen signifikanten Vorteil zu sorgen, so Google.

Android kann praktisch alles im Auto steuern

AAOS SDV werde einen viel tieferen Zugriff auf die Architektur des Fahrzeugs haben, erklärt Google. Das Betriebssystem könne unter anderem für die Sitzverstellung, das Kombiinstrument, die Klimatisierung, das Licht und die Beleuchtung, die Kameras, die Spiegel, die Telemetrie und weitere Bereiche des Autos verantwortlich sein. Das geht weit über die Fähigkeiten von AAOS hinaus.

GIF AAOS SDV (Bild: Google)

Im Kern sei die Erweiterung von AAOS ein leichtgewichtiges, Android-basiertes Betriebssystem, das spezifische Frameworks aus der Automotive-Industrie für Kommunikation, Diagnostik, Software-Updates und mehr vereint. So erhalte AAOS SDV Zugriff unterschiedlichste Steuergeräte im Auto und könne diese beeinflussen.

Neues Framework für das Kombiinstrument

Die Plattform führt mit „Display Safety“ zudem ein neues, sicherheitskritisches Framework für das Kombiinstrument ein. Hinweistöne, Kameras und hochentwickelte Grafiken für diesen Bereich des Fahrzeugs sollen Hand in Hand mit den Inhalten aus AAOS IVI (In-Vehicle Infotainment) gehen. Mit den von AAOS SDV zur Verfügung gestellten Grafiken im Kombiinstrument sind bei Googles Vorhaben Parallelen zu CarPlay Ultra von Apple zu erkennen, das bislang aber nur vereinzelt zum Einsatz kommt.

Renault und Qualcomm sind an Bord

Google hat mit Renault bereits einen ersten Partner, der auf AAOS SDV setzen wird. Die Plattform soll beim bevorstehenden Trafic e-Tech zum Einsatz kommen, dessen Produktionsbeginn für Ende 2026 vorgesehen ist. Aufseiten der Hardware ist der Partner Qualcomm mit seinem Snapdragon Digital Chassis an Bord, das auch Renault nutzt.