Nxtpaper: TCL zeigt erstes Anti-Glare-AMOLED in einem Smartphone
TCL weitet die augenschonende und reflexionsarme Nxtpaper-Technologie erstmals auf ein AMOLED-Panel aus und zeigt im Rahmen des MWC 2026 einen entsprechenden Smartphone-Prototyp, der diese Art von Bildschirm verwendet. Im Laufe dieses Jahres soll ein Smartphone mit Nxtpaper-AMOLED-Display in Serie auf den Markt kommen.
Nxtpaper soll Augenschutz im digitalen Zeitalter sein
Nxtpaper ist bei TCL ein Oberbegriff für mehrere Bildschirmeigenschaften, die der Hersteller weniger als Display-Technologie, sondern als Augenschutz im digitalen Zeitalter versteht. TCL argumentiert, dass zunehmende Bildschirmzeit zu digitaler Augenbelastung führe und herkömmliche Displays dieses Problem nicht ausreichend berücksichtigen. Nxtpaper wird daher als neue Display-Kategorie positioniert, die gezielt die physiologischen Ursachen von Augenstress adressieren soll. Durch sieben kombinierte Kerntechnologien soll ein dauerhaft komfortables, gesundheitsorientiertes Seherlebnis ermöglicht werden – ohne Abstriche bei Farbqualität oder Leistung.
Das zeichnet Nxtpaper aus
Im Detail soll erstens das „Natural Light Display“ mit zirkular polarisiertem Licht (CPL) für eine natürlichere, sonnenlichtähnliche Darstellung sorgen, die visuelle Ermüdung reduziert. Zirkulare Polarisation bedeutet, dass sich das elektrische Feld des Lichts spiralförmig (kreisend) ausbreitet statt nur in einer festen Ebene zu schwingen. Dadurch ähnelt es natürlichem Licht stärker, wirkt für die Augen angenehmer und reduziert visuelle Ermüdung. Zweitens soll die „Zero Flickering Technology“ durch DC-Dimming jegliches Bildschirmflimmern eliminieren und dadurch unterschwellige Reizungen und Kopfschmerzen verhindern. Drittens verschiebe die „Blue Light Purification“ das Spektrum des blauen Lichts in einen weniger schädlichen Bereich (457 bis 462,5 nm) und reduziere kurzwellige, potenziell belastende Blauanteile, ohne Farbverfälschungen zu verursachen oder den zirkadianen Rhythmus negativ zu beeinflussen. Viertens soll die „Reflection-Free & Anti-Glare Viewing-Technologie“ mithilfe einer Nano-Matrix-Lithografie Spiegelungen um bis zu 97 Prozent reduzieren und eine papierähnliche, matte Oberfläche erzeugen, die auch bei hellem Sonnenlicht gut lesbar bleibt.
Hinzu kommt die „Dim-Light Eye Protection“, die die Helligkeit in dunklen Umgebungen automatisch auf sehr niedrige Werte (2 nits) reduzieren kann, um nächtliche Augenbelastung zu vermeiden. Die „Circadian Screen Comfort Funktion“ stimmt Farbtemperatur und Helligkeit dynamisch auf den Tagesrhythmus ab – tagsüber kühler und aktivierend, abends wärmer und schonender –, was sowohl die Konzentration als auch die Schlafbereitschaft unterstützen soll. Schließlich bietet die „TruePaper Restoration Technology“ dank nanoskaliger Oberflächenstruktur eine papierähnliche Darstellung und haptische Beschaffenheit sowie ein realistisches Schreibgefühl mit dem Stylus, der zum Beispiel ausgewählten Nxtpaper-Tablets von TCL beiliegt. Zusammen bilden diese sieben Technologien ein mehrschichtiges Schutzsystem, das langfristigen Sehkomfort bei intensiver Bildschirmnutzung ermöglichen soll.
Das erste Anti-Glare-AMOLED in einem Smartphone
Bei dem Nxtpaper zugrundeliegenden Panel hat TCL bislang stets auf LCD vertraut. Zur Mobilfunkmesse in Barcelona zeigt das Unternehmen jetzt aber erstmals ein Smartphone mit einem Nxtpaper-Bildschirm auf AMOLED-Basis. Dabei soll es sich um die weltweit erste Umsetzung dieser Art handeln. Anwender sollen damit nicht mehr zwischen einer augenschonenden Lösung oder einer hohen Darstellungsqualität wählen müssen.
Das Nxtpaper-AMOLED bietet nahezu natürliches Licht durch eine zirkulare Polarisation von 90 Prozent. Es zeichnet sich zudem durch ein nochmals reduziertes schädliches Blaulicht (auf bis zu 2,9 Prozent), eine automatische zirkadiane Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur (bis 1 nit im Dunkeln) sowie erstmals eine Anti-Glare-Beschichtung auf AMOLED in Smartphones aus. Gleichzeitig soll es AMOLED-Stärken wie 100 Prozent Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, eine Farbgenauigkeit von Delta < 1, eine Spitzenhelligkeit von 3.200 nits und eine Bildwiederholrate von 120 Hz aufweisen.
Deutlich reduzierte Reflexionen
Im von TCL aufgebauten Szenario waren es vor allem die Anti-Glare-Eigenschaften, die den Prototyp im Vergleich zu einem Smartphone mit regulärem AMOLED-Display auszeichneten. Der um das Smartphone aufgebaute LED-Ring verschwand zwar nicht gänzlich vom Bildschirm, das aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit diffuse Licht wirkte aber weitaus weniger störend. Auch die Nutzung des Smartphones direkt an einem Fenster mit hellem Außenlicht war ohne störende Reflexionen möglich.
TCL hat sich vor Ort noch nicht im Detail dazu geäußert, wann ein entsprechend ausgestattetes Smartphone auf den Markt kommen soll. Im Laufe dieses Jahres soll das Produkt aber so weit sein. TCL will dabei auch abseits des Bildschirms einen Premiumanspruch verfolgen, der Bereiche wie Prozessor, Akku und Kameras betrifft.