Japan Display (JDI): USA sollen moderne Display-Fabrik für 13 Mrd. Dollar erhalten
Quellen von Reuters bestätigen einen Bericht aus Asien vom Wochenende. Demnach planen Japan und die USA gemeinsam mit dem Hersteller Japan Display die Errichtung einer großen Display-Fabrik in den USA. Das gesamte Projekt soll 13 Milliarden US-Dollar Investitionen umfassen.
Einstimmige Berichte über neue Display-Fabrik
Zunächst hatte Nikkei Asia am Sonntag darüber berichtet, dass die japanische Regierung an Japan Display herangetreten sei, um mit diesem Hersteller gemeinsam eine moderne Display-Fabrik in den USA zu errichten. Das genannte Volumen von 13 Milliarden US-Dollar für die Fabrik würde dann aus einem 550 Milliarden US-Dollar schweren Investitionspaket des Landes Japan kommen, heißt es weiter.
Am heutigen Montag bestätigte die Nachrichtenagentur Reuters die mutmaßlichen Pläne unter Berufung auf zwei anonyme Quellen. Der Aktienkurs von Japan Display Inc. (JDI) hat sich gegenüber dem vergangenen Freitag mehr als verdoppelt.
USA wollen unabhängiger von China werden
Mit der neuen Display-Fabrik wollen die USA die heimische Fertigung stärken, um künftig unabhängiger von China zu sein. Beim Einsatz der chinesischen Displays beim US-Militär sei man besorgt.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Counterpoint besaß China im Jahr 2023 bereits einen Anteil von 68 Prozent am weltweiten Display-Markt. Die Prognose lautet, dass dieser Anteil bis 2028 auf 75 Prozent ansteigen könne.
Neue Chance für JDI
Japan Display war 2012 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Display-Sparten von Hitachi, Sony und Toshiba entstanden und zählte einst zu den führenden Anbietern von LCDs. Unter anderem belieferte JDI den Großkunden Apple mit LC-Displays für iPhones. Doch nachdem Apple von LCD- zu OLED-Technik gewechselt hatte und zusätzlich die chinesischen LCD-Hersteller dank niedrigerer Preise immer stärker wurden, geriet JDI ins Straucheln. Seitdem kämpfte das Unternehmen mit Verlusten und musste 2023 sogar Insolvenz anmelden.
Zuletzt habe sich JDI auf Fahrzeug-Displays konzentriert und die Produktion von OLED-Panels für die Apple Watch eingestellt. Die japanische Regierung habe zwischenzeitlich mehr als 460 Milliarden Yen (rund 2,9 Mrd. US-Dollar) in JDI investiert, sei im vergangenen Jahr aber mit einem Verlust von einem Drittel der Summer ausgestiegen.
Letztlich könnte JDI mit der erneuten Hilfe von Japan und nun den USA wieder einen Aufwind erfahren.
eLEAP für Auto-Displays
Auf technischer Seite hatte JDI in den letzten Jahren mit seiner effizienten OLED-Technik eLEAP für Aufsehen gesorgt. Sowohl LG als auch Samsung sollen diese Technik in Augenschein genommen haben. Bisher ist aber nichts über etwaige Lizenzgeschäfte bekannt. JDI selbst hatte im Dezember 2024 ein 80 cm breites eLEAP-Display für Fahrzeuge vorgestellt (PDF), das mit 6.480 × 880 Pixeln auflöst und eine Leuchtkraft von 1.000 cd/m² bei nur 14 Watt Leistungsaufnahme erreichen soll.