Nvidia-GPUs: Supermicro-Mitgründer wegen Schmuggel nach China in Haft

Alexander Pensler
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Nvidia-GPUs: Supermicro-Mitgründer wegen Schmuggel nach China in Haft
Bild: Nvidia

Der Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw wurde verhaftet, weil er eigentlich sanktionierte KI-Server mit Nvidia-GPUs im Wert von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar nach China geschmuggelt haben soll. Der Aktienwert von Supermicro brach daraufhin ein.

Das US-Justizministerium hat drei Personen wegen illegalen Schmuggels von KI-Hardware nach China angeklagt, wie aus einer aktuellen Stellungnahme hervorgeht. Neben dem Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw handelt es sich bei den Angeklagten um einen weiteren Manager des Unternehmens, Ruei-Tsang Chang, und den Auftragnehmer Ting-Wei Sun.

Supermicro bestätigt die Anklage

Supermicro hat im Rahmen einer Pressemitteilung erklärt, dass die beiden Mitarbeiter suspendiert und das Vertragsverhältnis mit dem Auftragnehmer unmittelbar beendet wurden.

Der betroffene Supermicro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw wurde bereits festgenommen. Yih-Shyan Liaw besitzt angeblich Supermicro-Aktien im Wert von 464 Millionen US-Dollar. Der Aktienkurs von Supermicro brach infolge der Anschuldigungen innerhalb weniger Stunden um fast 30 Prozent ein.

Im Detail soll der Supermicro-Mitgründer Liaw Server mit Nvidia-GPUs nach China geschmuggelt haben, wozu eine südasiatische Strohfirma genutzt wurde. Der Wert der so nach China überführten Nvidia-GPUs beläuft sich auf insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar, wobei alleine innerhalb von drei Wochen während des Frühjahrs 2025 auf diesem Weg Waren im Wert von 510 Millionen US-Dollar geschmuggelt wurden.

Umgehung von US-Exportgesetzen

In der Anklageschrift wird laut der Pressemitteilung des US-Justizministeriums beschrieben, wie gefälschte Dokumente und Dummy-Server genutzt wurden, um die gegen China verhängten US-Exportgesetze mutmaßlich zu umgehen. Hierbei sollen die Dummy-Server dazu genutzt worden sein, um US-Prüfer zu täuschen.

Aufnahmen von Überwachungskameras sollen zudem zeigen, wie Aufkleber mit Seriennummern unter Zuhilfenahme eines Föns ausgetauscht wurden. Die Organisation der kriminellen Machenschaften erfolgte über verschlüsselte Gruppenchats. Bei einer Verurteilung können den Beschuldigten bis zu 20 Jahre Haft drohen, wobei den Beteiligten Verstöße gegen US-Exportgesetze und zwei weitere Vergehen, jeweils mit bis zu 5 Jahren Haftstrafe belegbar, vorgeworfen werden.