Speicherkrise: Smartphone-Markt soll massiv um 13 Prozent einbrechen
Dem globalen Smartphone-Markt steht ein gigantischer Einbruch des Absatzvolumens von knapp 13 Prozent bevor, wie IDC prognostiziert. Verantwortlich für den größten Rückgang aller Zeiten ist die Speicherkrise. Ein „Tsunami“-ähnlicher Schock werde Wellen durch alle Consumer Electronics schlagen. Die Preise sollen massiv steigen.
Noch nicht einmal einen Monat ist es her, dass die Analysten von Counterpoint Research einen Rückgang des Absatzvolumens von 6,1 Prozent für den Smartphone-Markt prognostiziert haben. Bei IDC schlagen die Marktforscher jetzt deutlich dramatischere Töne an: Um 12,9 Prozent soll der Markt dieses Jahr gegenüber 2025 einbrechen. Dabei handele es sich um den größten Rückgang, den der Markt jemals von einem Jahr auf das andere erlebt habe. Verantwortlich auch dieses Mal: die globale Speicherkrise.
Ein Tsunami für die gesamte Branche
Die Analysten sprechen von einem „Tsunami“-ähnlichen Schock, der seinen Ursprung in den Engpässen der Speicher-Lieferkette habe und Wellen durch die gesamte Consumer-Electronics-Industrie schlagen werde. Es sei zudem nicht von einem temporären Rückgang auszugehen, stattdessen ist die Rede von einem „strukturellen Reset“ des gesamten Marktes, der fundamental den TAM (Total Addressable Market), die Anbieter von Smartphones und deren Produktmix verändern werde.
Große Anbieter sollen profitieren
Anbieter im unteren Preissegment werden dem Bericht zufolge vor signifikanten Herausforderungen stehen und die Preissteigerungen unweigerlich an die Verbraucher weitergeben. Das Segment unterhalb von 100 US-Dollar werde gänzlich unrentabel.
We expect consolidation as smaller players exit, and low-end vendors face sharp shipment declines amid supply constraints and lower demand at higher price points.
IDC
Wie zuletzt auch Counterpoint Research behauptet hatte, gehen auch die Analysten von IDC davon aus, dass Anbieter wie Apple und Samsung die Krise besser bewältigen können. Beide Unternehmen könnten „aus dem Sturm“ sogar mit noch größeren Marktanteilen gehen. Unterdessen wird erwartet, dass der durchschnittliche Verkaufspreis eines Smartphones sich um 14 Prozent auf 523 US-Dollar verteuern wird.
Markt soll sich langsam erholen
Der deutliche Einbruch um 12,9 Prozent steht für einen Rückgang auf insgesamt 1,1 Milliarden Smartphones, die 2026 ausgeliefert werden sollen. Der Markt soll in den folgenden Jahren zwar wieder wachsen, jedoch lediglich in kleinen Schritten und deswegen selbst 2030 noch nicht wieder das Niveau von 2025 erreichen.
Nach dem massiven Verlusten in diesem Jahr soll 2027 ein kleines Plus von 1,9 Prozent im Markt verbucht werden. Ein größerer Sprung von 5,2 Prozent wird von 2027 auf 2028 erwartet. Im Anschluss sollen kleinere Schritte von 2,7 Prozent und 2,2 Prozent auf die Jahre 2029 und 2030 erfolgen. Damit wäre das Niveau von 2024 leicht übertroffen.