Erste Mods verbessern Grafik

„Aliens: Colonial Marines“ unfertig aufgrund von Zeitmangel

Das lang und gerade von Fans freudig erwartete „Aliens: Colonial Marines“ versprach laut Entwickler Gearbox und Gameplay-Demos ein echtes Sahnestück zu werden. Was in den Handel kam, konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen – was laut einem angeblichen Gearbox-Mitarbeiter an Zeitmangel gelegen hat.

Über Reddit erklärte der Nutzer, seit anderthalb Jahren an dem Spiel gearbeitet und in dieser Zeit einige Details von älteren Mitarbeitern des Studios aufgeschnappt zu haben. An Colonial Marines wurde demnach in verschiedenen Schüben sechs Jahre lang gewerkelt, wobei die Arbeiten zugunsten anderer Projekte, darunter die Borderlands-Serie oder Duke Nukem: Forever, zurückgestellt wurden. Anschließend sei jeweils eine Revision des bisherigen Fortschrittes erfolgt.

Entsprechend habe sich der Shooter immer wieder nach hinten verschoben, weshalb Gearbox schließlich weitere Studios mit der Weiterentwicklung beauftragte. Time Gate sollte sich um den Einzelspieler-Modus kümmern, Demiurge und Nerve unter anderem um DLCs. Aufgrund der Entwicklung von Borderlands 2 und Verzögerungen bei der Kampagne habe man jedoch noch einen Aufschub bei Publisher Sega erwirken können – und fünf der neun Monate für die Entwicklung des Comic-Shooters verwendet. In der Zwischenzeit habe Time Gate jedoch keine zufriedenstellende Arbeit geleistet: So sei die Story nicht schlüssig gewesen, die Bosskämpfe hätten gefehlt und die Hardwareanforderungen über den Möglichkeiten einer PlayStation 3 gelegen. Entsprechend musste Gearbox Teile der fertigen Inhalte verwerfen und neu erstellen, wobei Last-Minute-Änderungen wie weibliche Charaktere hinzukamen. Laut Mitarbeitern des Studios habe schlicht die Zeit gefehlt, um die verbleibende Arbeit vernünftig zu Ende zu bringen, berichtet „throwawayacm“.

Ein weiterer Aufschub scheint jedoch keine Option gewesen zu sein, da Sega aufgrund des Endlosprojektes mittlerweile rechtliche Schritte in Betracht gezogen hat, was auch Gamespot unter Berufung auf eigene Quellen berichtet. Deshalb seien geplante Features wie die Challenges stark vereinfacht oder zusammengestrichen, unkritische Fehler hingegen ignoriert worden, weil Änderungen möglicherweise andere Bugs sowie Probleme mit der Zertifizierung des Spiels für Konsolen nach sich gezogen hätten. Der Anteil von Gearbox an der Entwicklung scheint dabei weit geringer zu sein, als vom Studio selbst behauptet: Ein Moderator der Time-Gate-Foren berichtet, dass man an quasi allen Bestandteilen beteiligt wäre, wenngleich der Auftraggeber die Entscheidung über die endgültige Übernahme der gelieferten Arbeit getroffen hat. Allerdings beruft sich „Rossina Sama“ auf Aussagen von Time-Gate-Mitarbeitern und nimmt nicht in Anspruch, eine Stellungnahme abzugeben.

Was an den Behauptungen der Wahrheit entspricht, lässt sich natürlich nicht feststellen. Allerdings klingen die Aussagen angesichts der erschreckenden Qualität von Colonial Marines durchaus schlüssig. Mittlerweile sind zudem erste Mods erschienen: SweetFX sorgt für eine weitaus dunklere und kältere Optik, die mehr derjenigen der Filme entspricht. Ein weiterer Mod aktiviert DirectX 10 und damit eine bessere Schatten- und Lichtdarstellung sowie einen Kanteglättungs-Modus (MSAA). Zudem werden schnellere Ladezeiten versprochen.