Auftragsfertiger zieht sich von BlackBerry zurück

Update Ferdinand Thommes
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Die schlechten Nachrichten für den angeschlagenen Konzern BlackBerry reißen nicht ab. Nach einer Verlustwarnung über rund eine Milliarde US-Dollar in der letzten Woche und einem nicht gerade üppigen Kaufangebot zieht sich jetzt der erste Auftragsfertiger zurück. Zudem halten Läden von T-Mobile keine BlackBerrys mehr am Lager.

Einer von BlackBerrys langjährigen Fertigungspartnern, Jabil Circuit, plant, sich von dem in schwierigem Fahrwasser agierenden Unternehmen zurückzuziehen. Seit über sechs Jahren stellt Jabil Circuit Geräte für BlackBerry her. Der kanadische Konzern ist damit der zweitgrößte Kunde von Jabil und lastet rund zehn Prozent von dessen Fertigungsvolumen aus. Der größte Kunde des Fertigers ist Apple, genauere Zahlen liegen hier nicht vor.

Mark Mondello, CEO des Auftragsfertigers, sagte dazu: „Die Entscheidung, sich von einem Kunden zu trennen, fällt nicht leicht und sie ist immer mit verschiedenen Schwierigkeiten verbunden.“ Das betreffe Bereiche wie Personalentscheidungen als auch Abschreibungen für Ausrüstungen. Mondello ist aber überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Derzeit finden Verhandlungen über die Modalitäten bei der Auflösung der Verträge statt.

Gleichzeitig kündigte T-Mobile in den USA an, keine BlackBerry-Smartphones mehr am Lager halten zu wollen, sondern nur noch auf Bestellung zu liefern. Zur Begründung erklärte der geschäftsführende Vizepräsident David Carey „es ist ineffizient, Geräte, die sich nicht verkaufen, am Lager zu halten“.

Heute Abend werden Quartalszahlen für das zweite Quartal 2013 von BlackBerry erwartet. Im Wochenverlauf gab die Aktie an der Börse von 8,81 US-Dollar auf derzeit nur noch 7,85 US-Dollar nach. Damit liegt der derzeitige Wert des Papiers zwölf Prozent unter dem Kaufangebot von Fairfax, das bei neun US-Dollar pro Aktie liegt.

Update

BlackBerry legte gestern Abend unserer Zeit die Quartalszahlen (PDF) für das zweite Viertel des Fiskaljahres 2014 vor. Wie schon in der Verlustwarnung vom letzten Wochenende angekündigt, wurde ein Verlust von 965 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, der Umsatz sank auf 1,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz brach vor allem auf dem amerikanischen Kontinent stark ein. Lateinamerika verbucht einen Rückgang um 62 Prozent, gefolgt von den USA mit 52 Prozent Einbußen im Jahresvergleich. Der Kurs an der Börse stieg nach den Quartalszahlen leicht an, steht momentan bei 8,97 US-Dollar, mit Abwärtstrend.