AMD Radeon R9 290 im Test

Schnell, günstig und viel zu laut.
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„Hawaii“ in klein

Wie das Flaggschiff der „Volcanic Islands“-Generation, die Radeon R9 290X, setzt auch die Radeon R9 290 auf die neue „Hawaii“-GPU – allerdings mit minimal abgespeckten Eckdaten. Mit einem offiziellen Preis von 345 Euro kommt die Karte im aktuellen Preisgefüge für 130 Euro weniger daher.

Ursprünglich laut AMD als leistungsmäßig überlegener Konkurrent der preislich ähnlich positionierten GeForce GTX 770 gedacht, entschied sich der Hersteller kurzfristig dazu, die Karte über einen neuen Treiber mit weiterer Leistung auszustatten und gegen die GeForce GTX 780 zu stellen. Denn mit einem Preis unterhalb von 250 Euro liegt die GeForce GTX 770 nach Nvidias Preissenkung mittlerweile auf einem Niveau, das AMD nicht gedenkt mit der Karte einzunehmen: Hier ist die Radeon R9 280X positioniert. Mehr Leistung musste für die R9 290 also her. Die Vorstellung der Karte wurde aus diesem Grund um eine Woche verschoben.

Bei der Leistung Widersacher: Radeon R9 290 und GeForce GTX 780
Bei der Leistung Widersacher: Radeon R9 290 und GeForce GTX 780

Der folgende Test klärt, wie sich die Karte im Vergleich zur größeren Radeon R9 290X sowie der direkten Konkurrenz nach dem Eingriff in letzter Minute positioniert. Und was genau hinter AMDs Anpassung steckt.

Angestrebte Marktposition der Radeon R9 290
Preissegment AMD Nvidia
> 500 Euro - GeForce GTX Titan
Preis: 822 €
Leistung: 108 %
400-500 Euro Radeon R9 290X
Preis: 480 €
Leistung: 107 %
GeForce GTX 780
Preis: 420 €
Leistung: 100 %
300-400 Euro Radeon R9 290
UVP: 345 €
-
200-300 Euro Radeon R9 280X
Preis: 239 €
Leistung: 87 %
GeForce GTX 770
Preis: 259 €
Leistung: 85 %
*Leistung bezieht sich auf 2.560 × 1.600 4xAA/16xAF, GeForce GTX 780 normiert auf 100 %
Nur Single-GPU-Karten

In letzter Minute

In letzter Minute hat AMD die Leistung der Radeon R9 290 erhöht. Aber wie? Mit dem Catalyst 13.11 Beta 8 hat AMD die maximal nutzbare Lüfterdrehzahl, die der Karte ohne Eingriff durch den Anwender zur Verfügung steht, kurzer Hand von 40 auf 47 Prozent der maximal möglichen Lüfterdrehzahl angehoben. Die gedruckte Presse wurde davon kalt erwischt: alle bisher verfügbaren Berichte basieren noch auf alten Einstellungen.

Die maximal verfügbar Lüfterdrehzahl liegt nach der Anpassung zwischen den auf der R9 290X verfügbaren Modi „Quiet“ und „Über“. Die Radeon R9 290 verfügt im Referenzdesign nicht über diese Wahlmöglichkeit. AMD schließt allerdings nicht aus, dass Partner die Option wieder einführen. An den Einstellungen der R9 290X ändert der neue Treiber nichts.

Übersicht über die maximal verfügbare Lüfterdrehzahl
Radeon R9 290 Radeon R9 290X
Standard-Modus „Quiet“-Modus „Uber“-Modus
Catalyst 13.11 Beta 5 40 % 40 % 55 %
Catalyst 13.11 Beta 8 47 % 40 % 55 %

Der Radeon R9 290 steht mit dem neuen Treiber also mehr Kühlleistung zur Verfügung. Die Grafikkarte kann dank „PowerTune 2.0“ dadurch automatisch höher takten, bevor die Temperaturgrenze von 95 °C erreicht ist, und bietet somit mehr Leistung.